12 Parks und Grünanlagen, die nicht jeder kennt (1)

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Was machen Menschen in Parks? Kinder spielen, Jugendliche hängen ab, Erwachsene schlendern, Familien picknicken und die Älteren sitzen auf der Bank und schauen zu wie Kinder spielen, Jugendliche abhängen, Erwachsene schlendern und Familien picknicken. Dafür muss eine Grünanlage weder besonders groß, noch spektakulär sein. Nun kennen auch viele Nicht-Düsseldorfer den Hofgarten und den Südpark samt Volksgarten, aber selbst viele Einheimische wissen nicht, wo der Kartäuserpark ist. Denn obwohl Düsseldorf nicht annähernd so grün ist wie Berlin oder auch Essen (aber immer noch grüner als Köln), gibt es in den Vierteln viele Parks und Grünanlagen, die auch nicht jede/r DüsseldorferIn kennt. Wir haben zwölf davon ausgesucht und stellen hier die ersten vier davon vor.

1. Der Hanielpark an der Grafenberger Allee

Der Hanielpark (Foto: Thomas W. via Yelp)

Der Hanielpark (Foto: Thomas W. via Yelp)

Bei Licht betrachtet ist dieser kleine Park an der Grafenberger Allee zwischen Hans-Sachs- und Sohnstraße (-> Google Maps) ein Symbol für Demokratisierung. Angelegt wurde er nämlich etwa 1875 als Garten der Villa Haniel. In den Gründerjahren war es nämlich üblich, dass die Unternehmer ihren Wohnsitz in der Nähe des Werksgeländes hatten. Die Haniels waren nämlich Mitbesitzer der Lokomotivenfabrik Haniel & Lueg, die bis 1975 jenseits der Sohnstraße bestand. Übriggeblieben ist vom Werk aber nur Uhrenturm am Arbeitsamt und eben der Hanielpark, den es allerdings schon seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs so gibt. Gerade mal knapp 320 Meter ist er lang und nirgends breiter als 50 Meter. Aber auf den knapp zwei Fußballfeldern findet man eine idyllische Grünanlage mit viel schattenspendend und alten Bäumen sowie einem feinen Kinderspielplatz. Für viele Leute, die den Park kennen, ist aber das kleine Plateau mit den Bänken an der Ecke Hans-Sachs-/Karl-Müller-Straße der Lieblingsort; hier gibt es auch einen unscheinbaren Eingang in den kleinen, feinen Hanielpark.

2. Der Floragarten an der Bilker Allee

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Adam und Eva im Floragarten (Foto: Richard Gleim)

Ob es nun richtig Florapark oder Floragarten heißt, war uns Kindern wurscht. Bei uns sagte man: Gehen wir nachher in die Flora? Entstanden ist diese Anlage um 1870 herum auf private Initiative und finanziert mit privatem Geld. Damals verfolgten die neureichen Bürger und Unternehmer der Stadt die Idee, Düsseldorf trotz des rasanten Wachstums und des Entstehens vieler Mietskasernen grüner zu machen. Schließlich hatte das alte Düsseldorf vor allem dank des von Maximilian Weyhe geschaffenen Hofgartens einen Ruf zu verlieren. Weil man damals aber gern auch was zum Zeigen, Gucken und Repräsentieren haben wollte, wurde der Florapark (-> Google Maps) als eine Art botanischer Garten – u.a. mit einem Palmenhaus (daher der Name der Straße zwischen Bilker Allee und Bachstraße) – konzipiert. Und bis 1902 kam man nur gegen Eintrittsgeld hinein. Dann übernahm die Stadt den Park und öffnete ihn. Wie viele andere Grünanlagen auch verkam die Flora in den Sechziger- und Siebzigerjahre ziemlich und wurde immer mehr zum sozialen Brennpunkt und Trinkertreff. Bis in die Achtzigerjahre hinein ging niemand abends oder nachts freiwillig durch den Park. Das ist inzwischen wieder ganz anders. Auch wenn nicht die ganze Anlage wieder schöngemacht wurde, ist alles sauberer und luftiger. Ein Highlight ist die Florabar vorn an der Bilker Allee, die vom Frühjahr bis in den Herbst beliebter Treffpunkt der Leute aus dem Viertel ist. Groß ist die Flora nicht (etwa 180 mal 140 Meter), aber für eine Jogging-Runde oder den Hundegang reicht’s allemal.

3. Der Kartäuser-Park zwischen Unterrath und dem Flughafen

Kartause Maria Hain (Foto: Wikipedia)

Kartause Maria Hain (Foto: Wikipedia)

Man kann es sich kaum vorstellen, wenn man von der Unterrather Straße aus in diesen offiziell noch nicht benannten Park (-> Google Maps) kommt, aber man betritt tatsächlich das Gelände des ehemaligen Ritterguts Hain, das von den Kartäusern bis 1964 als Kartause Maria Hain genutzt wurde – also einen mit viel Historie getränkten Boden. An die Vergangenheit erinnert die Bronzestatue eines Mönches neben einem Modell der Anlage in Bronze. In der Kartause haben in den gut 60 Jahren ihrer Existent nie mehr als sechs Mönche gelebt. Deshalb war die eigentliche Kartause auch von verwildertem Brachland umgeben. Erst im Umfeld der Bundesgartenschau 1987 legte die Stadt hier parkähnliche Strukturen und Wege an. Warum die Kartäuser weggezogen sind? Weil sie durch den Lärm des Flughafens und der Stadt nicht mehr die Ruhe fanden, die sie für ihre Meditationen brauchten. Weil die Restgebäude des Guts ziemlich verrottet waren, riss man die Kartause in den Siebzigerjahren restlos ab. Tatsächlich bekommt man vom Fluglärm in diesem unübersichtlichen Park wenig mit. Es gibt sogar ganz lauschige Ecken mit stillen Bänken, wo man nach Art der Kartäuser meditieren kann. Durch den Park fließt der Kittelbach, in den hier der Schwarzbachgraben mündet. Dabei handelt es sich um einen Bach, dessen Quelle in den Hängen des Aaper Waldes liegt. Am nördlichen Rand hat ein Schäferhundverein sein Trainingsgelände, und gleich gegenüber liegt der Unterrather Kirmesplatz, den eine Monster-Truck-Truppe als Winterquartier und Übungsfläche nutzt. Wichtig für die Unterrather ist, dass man durch den Park zu Fuß und per Rad sehr schnell am Flughafen und in Lichtenbroich ist.

4. Das Rheingärtchen an der Rheinterrasse

Die Wasserträgerin im Rheingärtchen (Foto: Düsseldorf Tourismus)

Die Wasserträgerin im Rheingärtchen (Foto: Düsseldorf Tourismus)

Viele gehen daran vorbei, kaum jemand geht rein. Gemeint ist das Rheingärtchen (-> Google Maps), der handtuchschmale Park neben den Rheinterrassen. Dabei handelt es sich um eine sorgfältig angelegte, bunte Grünanlage mit herrlichen Ecken, in denen man ungestört, ja, was? In den Sechzigerjahren nannten wir das Rheingärtchen nur den „Mäusepark“, und es war eine der Orte, an denen man in Ruhe knutschen konnte. Davon gab es nicht viel in der Stadt, und weil die Zeiten noch recht sittenstreng waren, nutzten wir es weidlich aus, ungestört zu zweit sein zu können. Nun ist diese Grünanlage kein Park zum Joggen oder Spazierengehen. Man wandelt ein bisschen und sucht sich dann eine Bank, um zu lesen oder einfach nur zu träumen. Und das unweit des Trubels der Altstadt und – an Spieltagen – des Fortuna-Büdchens gegenüber vom Ehrenhof.

In den nächsten zwei Folgen sind diese Parks und Grünanlagen vorgesehen: Hansaplatz, Frankenplatz, der namenlose Park am Südring, der alte Bilker Friedhof, die Düssel am Hennekamp, der namenlose Park auf dem Deckel bei Wersten, die Wege am Bückerbach und der Park von Schloss Mickeln.

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