Die Prägemanufaktur verbindet Design und Handwerk

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Marianne Putziger ist eigentlich Malerin. Doch inzwischen hat sie die „brotlose“ Kunst gegen eine Arbeit ausgetauscht, in der sie ihre Fähigkeiten verbindet: Design und Handwerk. Zusammen mit ihrer Partnerin Silja Kaeser hat sie sich im Jahre 2013 selbstständig gemacht und die Prägemanufaktur gegründet. Das Atelier liegt versteckt im Hinterhof. Stufen führen zu dem Raum, in dem die großen Maschinen stehen. Es sind alte Vergolderpressen, die an längst vergangene Zeit erinnern. Die Regale sind mit goldenen, silbernen oder farbigen Metall-Folien gefüllt. Prägestempel, Schere, Klebstoff, Kartonagen, Papier – in der Manufaktur lebt die Kreativität. Silja Kaeser spannt gerade einen Karton unter die Prägepresse und weil sie das erste Exemplar eines neuen Auftrags prägt, ist sie besonders konzentriert.

Geprägter Luxus

Die Prägemanufaktur ist einzigartig in Düsseldorf. „Es gibt Druckereien, die auch Heißfolienprägung anbieten, aber weil es unser Tagesgeschäft ist, sind wir darauf spezialisiert,“ betont Marianne Putziger. So wurden hier in den letzten drei Jahren hochwertige Visitenkarten und Dankeskarten, Geschäftseinladungen oder Businessmappen in kleinen Auflagen in Handarbeit gefertigt. „Es sind kleine Luxusprodukte, weil wir jedes Objekt einzeln prägen“, sagt die Inhaberin. So sind Prägedruck-Einladungen für ein besonderes Event oder für Hochzeiten begehrt, oder ein exklusives Produkt wird mit Metall- und Glanzeffekten in Gold oder Silber veredelt. Ihre Kunden sind exklusive Hersteller oder Designer, die etwas Hochwertiges anbieten, Individualisten, die sich durch eine geprägte Visitenkarte unterscheiden wollen oder Firmen, die auf Papeterie einen besonderen Wert legen.

Handmade für Individualisten

Marianne Putziger fasziniert es, mit Papier und Farbe zu arbeiten, mit Materialen zu spielen und ein altes Handwerk mit neuen Ideen und Designs weiterzuentwickeln. Das war für sie der Antrieb eine Firma zu gründen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ohne Startkapital oder Businessplan hat sie losgelegt und schnell gemerkt, dass sie an Grenzen stößt. Den Sprung ins kalte Wasser hat sie geschafft, aber dann holte sie der Business-Alltag ein: Akquisition, Marketing, PR, Business-Kontakte knüpfen, Bilanzen erstellen, Messen besuchen – am Anfang haben die beiden Gründerinnen die Arbeit unterschätzt und manchmal wurde es finanziell eng. Ihre Familie hat sie unterstützt und letztlich war es ihr Mann, der sie inspiriert hat, weil seine Eltern 1974 einen Betrieb in Düsseldorf gegründet hatten, in dem Kranzschleifen geprägt werden. Der Grundstein für ihre Firma, die Maschinen und die fachliche Kompetenz, haben ihr einen neuen Weg geebnet.

Heute weiß sie, dass es Zeit braucht, um sich im Markt zu positionieren. Inzwischen wird die Prägemanufaktur von vielen Kunden weiterempfohlen, setzt sich ihre Dienstleistung über Mundpropaganda durch, „aber mit unserer Arbeit werden wir noch nicht reich“, sagt sie. Doch sie glaubt an den Erfolg. “Immer mehr Unternehmen, Designer und Geschäftsleute wollen sich von der Masse abheben und setzen auf Handgemachtes“, so Marianne Putziger. Somit wird sich ihr größer Wunsch erfüllen: Sie möchte wachsen, mehr Umsatz machen und Mitarbeiter einstellen.

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