Fahrradfreundliches Düsseldorf? Ganz im Gegenteil…

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Da kann die Stadt unter der Leitung des Hobbyrennradlers Geisel noch so viel Grand Depart nach Düsseldorf holen, Velo-Cafés einrichten und vom RADschlag schwafeln – wenn’s hart auf hart kommt, geht’s immer gegen den Radfahrer als Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Sommer (wir berichteten) wurde nach dem Wegfall der Straßenbahngleise ab der Friedrichstraße eine waschechte Fahrradspur eingerichtet. Also eine komplette Spur reserviert fürs Rad. Viele urbane Radler genossen es: Kaum behelligt von stinkenden Blechkästen vom Bilker Bahnhof bis fast zum Ratinger Tor quer durch die City gondeln zu können. Nach und nach wurde diese Strecke immer besser angenommen, und auch die Pkwisti gewöhnten sich daran. Und nun das:

Weil das ehemalige WestLB-Gebäude an der Ecke Fürstenwall/Friedrichstraße abgerissen wird, hat man mal eben ein Schild namens „Radweg zuende“ aufgestellt und die schöne Fahrradspur zunichte gemacht. Im Gegenteil: Weil auch die mittlere Fahrspur gesperrt wurde, fließt der gesamte Verkehr nur noch auf der ganz linken Spur (die sonst ja meistens und ungestraft vom Kirchplatz bis zur Herzogstraße zugeparkt ist. Im Prinzip müssten sich nun Radler, die üblicherweise auf der reservierten Spur gen Altstadt fahren, die eine verbleibende Spur mit dem motorisierten Individualverkehr und Rheinbahn-Bussen teilen. Weil aber nur wenige Radfahrer lebensmüde sind, schlagen sie sich anderweitig durch – zum Beispiel auf der ehemaligen Fahrraddurchgangsstraße, der Talstraße.

Nun fragt sich der geneigte Beobachter, weshalb denn überhaupt Rad- und Autospur auf der Friedrichstraße gesperrt sind. Denn de facto benutzen irgendwelche Baustellen-Fuzzis die Fläche als priviligierte Parkplätze oder generell zum Abstellen von Kram. Ironie der Sache: Ein Schild weist auf die Verengung in der Zeit von 9 bis 15 hin. Was bedeutet: Fahrräder bleiben ausgesperrt, Autos haben zwischen 15 Uhr nachmittags und 9 Uhr morgens zwei Spuren zur Verfügung.

Wie gesagt: Da kann sich die Stadt noch so radfreundlich tünchen; die Realität spricht dagegen.

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