Früher: Kein Schmolla mehr, Toom hat zu (03.12.2011)

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[Dieser Beitrag erschien zuerst am 03.12.2011 auf dem Vorgänger-Blog Rainer’sche Post] Als ich 1988 ein Büro am Fürstenplatz bezog, hieß der jetzige REWE noch Extra. Netter aber war der uralte Schmolla-Markt an der Oberbilker Allee / Ecke Ringelsweide, der aber wenig später an die Toom-Kette fiel und zum Baumarkt mutierte. Das war DER Baumarkt im Viertel, ein chaotisches Ensemble aus drei Häusern, verbaut, verwinkelt, angeranzt. Da wirkte mein Freund aus Kindertagen, der Ernst, in der Malerabteilung. Nette Verkäufer und -innen überall. Es gab fast alles. Aber natürlich war unser Toom nicht so chic und hip und cool wie diese Monstermärkte vor den Toren der Stadt. Am 30.11.2011 war der letzte Verkaufstag. Nun hat er für immer geschlossen. Der Gebäudekomplex wird stückweise abgerissen, die Ecke neu bebaut. Ich werde unseren Toom vermissen; besonders jetzt, wo ich wieder auf die Ringelsweide ziehe…

Leserkommentare

Auf diesen Beitrag hin kamen viele Leserkommentare, -hinweise und -geschichten, unter anderem diese:

RAPIDO am 04.12.11 11:30
Ich hoffe, die bauen nicht zu hoch. Dann geht der ganze schöne freie Blick in Richtung Turu/Volksgarten flöten.
Eine der frühen Kindheitserinnerungen: Die Scheibe „Kinderwurst“, die man als kleines, mit Mama Einkaufen gehendes Kind immer bekommen hat. Hinten an der Wursttheke bei Schmolla…
1. Schülerjob in den Ferien auch bei denen…
War der REWE nicht früher Otto Mess?

SILBERTUERKIS am 06.01.13 12:11
Ja, das ist richtig. Bei Otto Mess hatte ich meine Ausbildung gemacht.
CKD am 04.12.11 23:49
Habe als Student an einem trüben und langweiligen Tag mal mein Semesterticket ausgenutzt und bin sinnlos kreuz und quer durch Düsseldorf gefahren. Irgendwo ausgestiegen. Und dort dann in diesem Toom Baumarkt einen Torque Schraubendreher gekauft, heimgefahren, Spülmaschine repariert.

RAPIDO am 05.12.11 19:19
Ach ja. Stinnes Baumarkt hieß er ja auch mal zwischendurch.
Desweiteren konnte man in den letzten Wochen vor der Schließung den einen oder anderen nächtlichen Polizeieinsatz drüben beobachten. Sogar einen größeren Einsatz. Hörte durchs angelehnte Fenster eine Streife per Funk Verstärkung rufen und innerhalb kürzester Zeit kamen dunkelblaue VW-Busse samt Greifertrupp. Ging erschreckend schnell. Rannten einmal in Richtung Ringelsweide, weil sie da wohl einen Flüchtigen wähnten. Dann wurde nochmal das ganze Gebäude abgeleuchtet. Erwischt haben sie keinen.
Keine Ahnung, warum man unbedingt dann in den Markt einbrechen muss, wenn er gerade eh mitten im „Alles muss raus“-Ausverkauf steckt. Vielleicht hatten sie da noch das Bernsteinzimmer versteckt und mussten das schnell rausholen, bevor alles abgerissen wird.
Am einem Wochenende vor der Schließung war auch noch dicke Mitarbeiter-Abrissparty mit auf-den-Tischen-tanzen in den Büros…
Genial war vor vielen Jahren auch dieser nächtliche Wahnsinnseinbau dieser total unsinnigen Rolltreppe nur für Einkaufswagen. Damit man oben in der Möbelabteilung schön die Couch in den Einkaufswagen legen konnte. (-;
Weiß jemand, was da gebaut wird. Die üblichen Wohnblöcke wie auf dem alten Stadtwerke-Gelände?

YALLAMANN am 05.12.11 20:09
schrottpreise.
ich war selbst noch vor 4-5 wochen da. was da noch an edelstahl in der lieferanteneinfahrt stand… mir hat das maul gespeichelt. hätte keine sau interesiert ob ich da was abziehe. hab ich aber nich, bin ja ne ehrliche haut.
bebauung soll n wohnblock werden.

Kindheitserinnerung

Und dann noch eine Bilderserie mit folgendem Text:

Hier kommen ein paar Bilder von meinem Lieblingsspielplatz, dem Buderus-Gelände an der Oberbilker Allee. Für uns war es völlig normal, zwischen dem ganzen Bauzeugs wie Kanalröhren, gußeisernen Schachtabdeckungen uä. rumzuturnen, mit Schwester und Hund, am liebsten mit Hund. Und Karneval natürlich in den topaktuellen Verkleidungen.
Im Hintergund sieht man gut den „Block“, die Bahnwohnungen auf der anderen Straßenseite. Die Treppe im Innern des Gebäudes habe ich als gigantische, geschwungene Freitreppe in Erinnerung.
Die knallroten Firmenfahrzeuge waren prägend für meine Kindheit, von Beginn an gehörten sie zu meinem Alltag. Wenn Heizkessel nach Kleve geliefert wurden, nahm der Fahrer mich mit. Ich durfte auf dem Schoß sitzend „lenken“, wir schmuggelten Tee über die holländische Grenze, ich sortierte die Lieferscheine. Insbesondere der VW Transporter spielte eine große Rolle. Er brachte mich zur Tante nach Reuschenberg, wenn meine Mutter ins Krankenhaus mußte, auf ihn wartete ich am Fenster stundenlang, dass er mich wieder abholt. Warum die Lagerarbeiter über die Aufschrift „Kunden-Schnelldienst“ immer Witze machten, habe ich damals nicht verstanden.

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