Ortsangabe: Bismarckstraße – wo bunte Kulturen friedlich miteinander leben

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Für manche Düsseldorfer ist die Bismarckstraße nicht mehr als ein Schmuddelkind im Bahnhofsviertel. Anderen gilt diese Straße zwischen dem Hauptbahnhof und dem Platz der Deutschen Einheit (ja, den gibt’s…) als lebendiges Beispiel dafür, wie verschiedene Kulturen in einer zivilisierten Großstadt friedlich miteinander leben können. Wobei die meisten Bürger ja ohnehin nur das Stück zwischen der Karl- und der Oststraße als Bismarckstraße wahrnehmen. Um ehrlich zu sein: Es gab Jahre, da ging niemand gern nachts durch dieses Stück Innenstadt; es galt als Teil des Rotlichtmillieus und tendenziell gefährlich. Heute muss niemand mehr Angst haben, vom Bahnhof kommend durch die Bismarckstraße zu schlendern.

Google-Map: Bismarckstraße

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Schön an dieser Gegend ist auch der beständige Wandel. Ein paar Jahre lang war der untere Teil der Bismarckstraße fest in griechischer Hand, dann hatten Leute aus Asien mal die Oberhand; heutzutage ist die Mischung wieder ganz bunt. Die längste Tradition haben der Zigarrenladen an der Ecke zur Oststraße und natürlich das Kunsthaus Pfeifer, das nur auf den ersten Blick deplatziert wirkt. Wie es sich für eine solch extrem urbane Straße gehört, liegt an einer Ecke ein schön hässliches Parkhaus. Ebenfalls zu den „Ureinwohnern“ gehört das „Haus des Deutschen Ostens“, das jetzt Gerhart-Hauptmann-Haus heißt und der gleichnamigen, vom Land NRW getragenen Stiftung gehört. Der Bau aus den frühen Sechzigerjahren verfügt über ein Glockenspiel und war mal Anlaufstelle der Heimatvertriebenen aus den ehemals deutschen Gebieten in Osteuropa. Und wenn wir schon bei den Alteingesessenen sind: Auch der Briefmarkenladen und der Optiker Michaelis sind schon sehr lange da.

Ansonsten macht es einfach großen Spaß, an einem beliebigen Wochentag in der warmen Jahreszeit gegen Mittag über die Bismarckstraße zu schlendern und den vielen verschiedenen Sprachen zu lauschen, die an den Tischen vor den Lokalen und in den Läden zu hören sind. Das Stück direkt am Hauptbahnhof ist ziemlich uninteressant, aber am oberen Ende auf der linken Straßenseite setzt sich das multikulturelle Ambiente inzwischen fort. Die Stadt hat die Bismarckstraße übrigens für sich entdeckt und plant Verschönerungsmaßnahmen

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