Post vom Rainer: Liebe Draußen-am-Rhein-Griller…

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…war das ein Wochenende? Sonne, Wärme, Fischmarkt. Selbst im dichtesten Gedränge auf der Rheinuferpromenade sah man fast nur fröhliche Menschen mit kühlem Getränk oder Eis in der Hand. Wer den Massen entfliehen wollte, zog sich – so ist es in Düsseldorf Brauch – mit Freunden zurück an den Rhein. Irgendwohin, wo es ein Stückchen Sandstrand gibt und man ein Feuerchen anmachen oder den Grill anwerfen kann. Samstagnacht konnte man sie überall sehen, die Glutnester: von Kaiserswerth bis runter bei Urdenbach und auch hoch vom äußersten Zipfel Heerdts bis rüber nach Meerbusch. Es roch (meistens) gut und so lag ein Hauch von Sommer in der Luft.

Das Beste daran: Im Gegensatz zu vergangenen Jahren nehmen viel mehr Leute ihren Abfall wieder mit und sorgen dafür, dass ihre Feuer ordentlich gelöscht werden. Das glühende Holz einfach unter Sand zu verscharren, ist keine gute Lösung – das wissen wir spätestens seitdem sich ein kleine Mädchen bös die Fußsohlen verbrannt hat, als es fröhlich an einem Sonntagmorgen am Paradiesstrand rumtobte. Vorbildlich eine Gruppe syrischer Burschen oben beim Wasserwerk, die einen Blecheimer samt Schaufel dabei hatten, speziell um die Glut auszugraben und später sicher zu entsorgen. Bemerkenswert auch die Organisatoren einer etwas größeren Grillparty bei Hamm, die ihren Platz rund um ein ziemlich großes Feuer praktisch besenrein hinterließen. Auch bei Lörick sah es ganz gut aus, während auf den Wiesen direkt gegenüber der Altstadt offensichtlich diejenigen gefeiert haben, die nicht wissen, wie man sich halbwegs ordentlich benimmt.

Leider also sind nicht alle, die am Rheinufer essen und feiern soziale Wesen. Im Gegenteil: Besonders asoziale Arschlöcher lassen nicht einfach nur ihren widerlichen Fressdreck vor Ort liegen, sondern verstreuen ihn quer über Wege und Wiesen. Ja, selbst wenn – wie am Neusser Rheindeich – alle drei Meter eine Abfalltonne steht, schaffen es diese Dreckschweine, Chips-Tüten, Getränkedosen, Zigarettenpackungen etc. auf dem Weg dahin fallen zu lassen. Von gewissenlosen Pissnelken ganz zu schweigen, die den Inhalt ganzer Eimer(!) Kartoffelsalats einfach ins Gebüsch kippen und angebrochene Packung Bratwurst und halbe geleerte Schalen mit mariniertem Schweinenacken herumliegen zu lassen.

Wir wissen aus den letzten Jahren, dass es nicht selten, wenn wieder einmal Giftköderalarm ausgerufen wurde, einfach nur Grilreste waren, die von den Tölen in sich hineingefressen wurden, was deren Mägen final nicht aushielten. Und selbst mit Kötern mit Stahlmagen, die alles fressen und vertragen, macht es keinen Spaß, nach einem solch schönen Wochenende am Rhein spazierenzugehen, weil die Fellnasen alle paar Meter stehenbleiben, um aufgelassene Grillplätze zu inspizieren.

Hach, es könnte so toll sein im Sommer an unserem wunderbaren Rhein – Platz genug für Grillende und Feiernde gibt es ja. Wären da nur nicht diese Mistratten, die sich einen Dreck (im doppelten Wortsinn) um die Interessen ihrer Mitbürger scheren.

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