Photo Weekend und Düsseldorf Photo: Mehr Masse als Klasse?

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Der noch amtierende Oberbürgermeister Thomas Geisel strebt bekanntlich immer nach dem Großen – ganz in der Tradition des 2008 verstorbenen OB Joachim Erwin. Und so kommt es, dass am Wochende vom 16. bis zum 18. Februar gleich zwei konkurrierende Fotografie-Festivals in Düsseldorf stattfinden. Von außen riecht das nach mehr Masse als Klasse – wenn von außen überhaupt jemand die Sache versteht, die zu verstehen schon Einheimischen schwerfällt. Jedenfalls: Das privat organisierte und vor allem von Galerien getragene Photo Weekend findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt, während die vom OB initiierte und vom NRW-Forums-Direktor Alain Bieber Düsseldorf Photo Premiere feiert. Und man wird sehen, welche Veranstaltung das größere Echo auslöst.

Das Programm des Photo Weekend ist breit und auf mehr als 50 Galerien, Institutionen und sonstige Orte verteilt. Auf der Festival-Website heißt es zum Konzept:

Aktuelle Tendenzen in der Fotografie, Fragen im Hinblick auf den Bedeutungswandel der Bildkultur und der Gesellschaft, stehen hier in Reflexion mit Fotografie und Ihrer Kulturgeschichte.

Das lässt Raum für praktisch alles, was Menschen mit analogen und digitalen Fotoapparaten erzeugen. Und das ist auch gut so. Düsseldorf Photo bringt es sogar auf 55 Orte, wobei hier der Schwerpunkt auf Museen und öffentlichen Einrichtungen liegt. Dabei bezieht man sich explizit auf die Rolle Düsseldorfs als Weltmetropole der Fotografie:

Düsseldorf ist eine Metropole der Fotografie. Zahlreiche der wichtigsten Fotografen der Welt kommen aus Düsseldorf und leben zum Teil noch immer hier. Hilla und Bernd Becher haben an der Düsseldorfer Kunstakademie einen Paradigmenwechsel im Medium der Fotografie bewirkt, der bis heute prägt. Ihre Schüler wie Andreas Gursky, Axel Hütte, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer haben Fotogeschichte geschrieben.

Klar ist, dass sich niemand die mehr als 100 Ausstellungen, Aktionen und Veranstaltungen alle wird ansehen können. Aber, es ist schwer genug, eine Auswahl zu treffen. Da wäre es hilfreich gewesen, Themen oder Themenschwerpunkte zu definieren. Das haben die Macherinnen und Macher auf beiden Seiten anscheinend vor lauter Konkurrenzkampf verschwitzt.

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