Analyse · Der verkorkste Saisonstart begann mit einem absurden Elfmeter gegen die Fortuna beim Auswärtsspiel in Hamburg. Grund genug, heute nicht nur zu gewinnen, um weiter an der Tabellenspitze mitzumischen, sondern sich am HSV zu rächen. Das wird mindestens so schwer wie die Partie gegen Fürth, denn der nordische Dino hat ein ziemliches gutes Team zusammen, dass vor allem mit einem brandgefährlichen Sturm glänzt – und der besteht nicht nur aus Terrodde. Den so weit wie möglich auszuschalten, wird eine der Hauptaufgaben für die Rotweißen sein. [Lesezeit ca. 3 min]

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Denn mindestens sein Kollege Kittel kann auch zum Vollstrecker werden. Dazu ein glänzendes Mittelfeld mit Kinsombi und Onana, das die machtvollen Angriffe oft einleitet. Cheftrainer Uwe Rösler hat in der Pressekonferenz zum Spiel deshalb einen recht simplen Matchplan ausgerufen: Die HSV-Stürmer mit Zweikampfhärte aus dem Sechzehner fernhalten.

Der Matchplan

Natürlich bringt geplante Härte je nach leitendem Schiri immer größere Risiken mit sich. Was konkret bedeutet, dass sich das Maß an Zweikampfkonsequenz auch danach richten muss, ob ein Referee die Pfeife führt, der mehr so englisch denkt, oder einer, der jede Berührung abpfeift. Sobald der Spielleiter feststeht, kann das Trainerteam in dieser Hinsicht ans Feintuning gehen. Während der Anfangsminuten sollten unsere Jungs die Grenzen dann vorsichtig austesten. Das kann man bei einem hohen Pressing eher nicht so gut, sondern wenn man die beiden Viererketten etwas höher positioniert und vertikal eng anordnet. Risiko dabei: Über die schnellen Außen überlaufen zu werden. Und, schwupps, schon muss irgendwer die Notbremse ziehen – Gelb und Rot drohen…

Tatsächlich kann ein wesentlicher Bestandteil des Spielplans sein, den HSV-Außen ruhig ein bisschen Raum zu geben, die Spitzen aber daran zu hindern in gefährliche Positionen im Strafraum vor Kastenmeier zu kommen. Die Defensive des HSV ist in dieser Saison nicht besonders stabil; obwohl die Fortuna schon eine 3:0- und eine 5:0-Klatsche eingefahren hat, steht bei den Hamburger nur ein Gegentreffer weniger auf der Liste. Auf deren defensive Unsicherheiten zu setzen, ist sicher richtig und bedeutet, die spielerischen Momente aus dem Fürth-Spiel zu reproduzieren und weiter zu verbessern. Besonders anfällig sind die gegnerischen Verteidiger übrigens bei Angriffen, die auf die Ecken “der Box” zulaufen, mit Doppelpässen kann man sie erheblich verwirren.

Die Startaufstellung

Wir stecken in einer englischen Woche, da ist eine Rotation vorstellbar, wenn nicht sogar nötig. Ob Eddie Prib und Rouwen Hennings wirklich ein bisschen müde sind, wissen nur die Coaches, aber die beiden älteren Herren zunächst auf der Bank zu parken, könnte eine gute Idee sein. Wobei sich dann in der Mitte Alfie Morales und Cello Sobottka als Duo anbieten. Auch die Umstellung der mittleren Viererkette zur Raute ist vorstellbar, wobei dann sogar Käpt’n Bodze als Starter die südliche Spitze dieser Raute bilden könnte, denn Härte hat er ja drauf. Vorne sollten unbedingt Kenan Karaman und Dawid Kownacki starten, die beide mehr sind als nur Knipser, sondern eben wissen, wie man einen Doppelpass ansetzt. Beim gegebenen Spielplan würde das Hennings-Prinzip des Wühlens und Störens wenig bringen.

Die hintere Viererkette samt Libero Flo Kastenmeier sollte unangetastet bleiben. Und Felix Klaus MUSS spielen, damit seine geistige Verbindung mit den Mannschaftskameraden sich stärkt – von wegen “Laufwege” und “Automatismen” und so. Nachdem Ihr unwahrscheinlich doll ergebener F95-Analyst mit den Vorstellungen von Kristoffer Peterson trotz seiner Leistungen als Vorbereiter nicht zurechtkommt, schlägt er vor, auf der linken Flanke nun mal wieder Leon Koutris eine Chance zu geben. Auch wenn dessen Trainingsvorstellungen und sein Gastauftritt bei der Zwoten nur in die Kategorie “durchschnittlich” fallen.

So könnte die Fortuna gegen den HSV beginnen

Der Tipp

Ihr Ergebener hat seit heute früh da so ein unbestimmtes Bauchgefühl, dass es auch bei dieser Partie zu einem Haufen Tore kommen wird. Die Wahrscheinlichkeit gegen die HSV-Offensive die Null zu halten, ist gering. Die Wahrscheinlichkeit dem bisher nie so ganz überzeugenden Keeper Ulreich ein paar einzuschenken, ist dagegen größer. Vielleicht verläuft es ja sogar so ähnlich wie gegen Fürth – nur mit dem Unterschied, dass die glorreiche Fortuna am Ende dann doch die längere Nase hat und gewinnt. Sagen wir: 3:2 für F95…

3 Kommentare

  1. Auf den Schiri wird es ankommen, ein Herr Benjamin Cortus. Sagt mir aus der aktuellen Saison direkt nichts negatives in Bezug auf Fortuna.

    Der Elfer im Hinspiel für den Schuldenclub aus Hamburg war wirklich ein absurdes Geschenk. Auch der in einem späteren Spiel gegebene Platzverweis für Zimmermann war falsch. Wir haben uns zu Beginn teilweise blöd angestellt, stimmt schon. Die Labertaschen von Sky bringen das ja immer noch gerne mal zur Sprache. Aber alle Karten und alle Elfer waren eben nicht gerechtfertigt. Auch nicht ohne Vereinsbrille.

    Mals ehen, was da heute so passiert.

  2. Da können wir ja trotz des Ausfalls fast des kompletten kreativen Mittelfeld und eines offensiven Flügelspielers mit dem 0-0 gut leben. In der zweiten Halbzeit haben die Jungs das ja gut hinbekommen und den Sieg sogar noch auf der Stirn gehabt. Und Terrode auszuwechseln muss man ja auch erst mal schaffen. 🙂

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