5 Fragen an: Bürgermeister Günter Karen-Jungen zum Grand Départ

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Wenn ihn ein Thema wirklich interessiert, dann ist es der Sport. Und zwar besonders der Sport in Düsseldorf. Das zeigte sich nicht zuletzt in seiner Zeit im Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf. Aber der grüne Bürgermeister Günter Karen-Jungen setzt sich auch für andere Sportarten – auch solche, die außerhalb des Rampenlichts existieren – ein und unterstützt Düsseldorfer Sportvereine, wo er kann. Kein Wunder also, dass er den Vorsitz der Kleinen Kommission „Grand Départ“ des Rates der Stadt übernahm. Denn auch der Radsport in dieser Stadt mit Radsporttradition liegt ihm am Herzen. Und das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel ohnehin.

Dass er sich immer wieder auf die Seite der Sportvereine schlägt, mag mit seinem Beruf zusammenhängen. Über 20 Jahre arbeitete er als Jugendpfleger und kann sicher beurteilen, welch wichtige Rolle die Vereine im Sozialleben einnehmen. Vor seinem Studium zum Diplom-Sozialarbeiter absolvierte der 1945 geborene Düsseldorfer eine Lehre als Dreher. In den Achtzigern stieß er zu den hiesigen Grünen, und von 1991 bis 1999 arbeitete er als Geschäftsführer der grünen Ratsfraktion. Seit 2004 sitzt er im Rat der Stadt. Im Zuge der Bildung der Ampelkoalition wurde er einer von drei ehrenamtlichen Bürgermeister Düsseldorfs.

The Düsseldorfer hat in der Vergangenheit mehrfach kritisch über den Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf berichtet und kommentiert. Deshalb war es uns wichtig, Günter Karen-Jungen zu diesem Thema kritisch zu befragen. Wir danken ihm für die Antworten, die wir – wie üblich – unkommentiert veröffentlichen.

1. Welche Rolle hat bei der Bewerbung die Tatsache gespielt, dass der Ruben, der Sohn von Bürgermeisterin Klaudia Zepunktke, selbst Radprofi und voraussichtlicher Tour-Teilnehmer 2017 ist?
Nein, Ruben Zepuntke hat keine Rolle bei der Bewerbung zum Grand Départ gespielt. Ausgangspunkt für die Bewerbung der Stadt war die Absage eines anderen Bewerbers und damit die Chance, den Grand Départ bereits in 2017 nach Düsseldorf holen zu können.

2. Woher stammt die Auffassung, die Veranstaltung habe einen „Werbewert“ in zweistelliger Millionenhöhe?
Vor der Bewerbung für den Grand Départ wurde ein Gutachten von einer bekannten Marketingfachfirma eingeholt. Das Gutachten basiert auf Erfahrungswerten vergleichbarer Veranstaltungen und hat den Werbewert des Grand Départs für die Stadt auf ca. 30 Mio Euro beziffert.

3. Wieviel kostet der „Grand Depart“ die Stadt und Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, tatsächlich (Stand Februar 2017)?
Die Gesamtkosten des Grand Départs liegen geplant bei 11,3 Mio Euro. Abzüglich der geplanten Einnahmen dürfte der Grand Départ die Stadt um die fünf Mio Euro kosten. Aktueller Stand der Einnahmen liegt derzeit bei ca 4,3 Mio Euro, davon sind 1,55 Mio Euro von der Messe, dem Flughafen und der Rheinbahn, der Rest ist aus der Privatwirtschaft. Nicht eingerechnet sind die Gelder für das Kraftwerk-Konzert, das die Stadtwerke finanzieren. Der Verkauf der Gursky-Bilder hat gerade erst begonnen. Insgesamt wollen wir mehr als 6 Mio Euro an Einnahmen erzielen.

4. Verspricht sich die Stadt Düsseldorf vom „Grand Depart“ mehr Nachwuchs im Radrennsport?
Ja. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit den Radsportvereinen, den Radinitiativen und der Stadt. Mit dem Grand Départ und den vielen Veranstaltungen im Vorfeld wollen wir aber nicht nur den Radsport in unserer Stadt beleben und Nachwuchs gewinnen. Wir wollen den gesamten Radverkehr in Düsseldorf nachhaltig fördern (die vielen geplanten Maßnahmen kann ich hier nicht alle aufführen) und wir erhoffen uns, durch den Grand Départ auch ein verstärktes Interesse der Düsseldorfer*innen zu wecken, künftig mehr aufs Rad umzusteigen.

5. Wie wahrscheinlich ist es, dass der Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf die Akzeptanz des Fahrrads als Verkehrsmittel steigert?
Wir wollen grundsätzlich die Akzeptanz des Fahrrads als Verkehrsmittel fördern. Dazu dient auch die Durchführung des Grand Départs. In London und in Utrecht sind nachweislich nach dem Start der Tour de France in ihren Städten die Zahl der Radfahrer*innen merklich gestiegen. Ob dies auch nachhaltig geschehen ist weiß ich nicht, will es aber für Düsseldorf hoffen.

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