Ex-Profi (u.a. Fortuna, St. Pauli, RW Ahlen und RW Oberhausen) Marinko „Mile“ Miletic hat zwei Jahre zusammen mit Daniel Thioune gespielt – das hat er über seinen ehemaligen Kollegen zu sagen…

Gespräch · Es gibt in Düsseldorf einen ehemaligen Fußballprofi, mit dem sich zu unterhalten immer spannend ist: Marinko Miletic, der bis 2011 aktiv war, dann durch eine schlimme Verletzung Sportinvalide wurde und heute den legendären Schweinebrötchen-Laden „Ham-ham bei Josef“ auf der Kurze Straße in der Altstadt betreibt. Und dieser sympathische Typ hat tatsächlich zwei Jahre lang bei Rot Weiss Ahlen gemeinsam mit dem aktuellen F95-Cheftrainer gespielt. [Lesezeit ca. 3 min]

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Thioune war sein Käpt’n und gemeinsam sind sie 2008 in die zweite Liga aufgestiegen. Auf den Danny lässt Mile nichts kommen, die Erinnerungen sind durchweg positiv, nach wie vor hält er große Stücke auf den ehemaligen Kollegen. Wir haben mit ihm über Daniel Thioune gesprochen. Zum Einstieg hatte Mile eine Anekdote auf Lager:
Wir sind mit RW Ahlen aufgestiegen, womit keiner gerechnet hat. Mein IV-Partner, Baldo di Gregorio, und ich waren eine Bank in der Innenverteidigung, und Danny kam nach dem Aufstieg zu mir und Baldo (jetzt Trainer der U17-Bundesliga-Mannschaft von FSV Frankfurt) und sagte: „Mile, ich muss euch sagen, ich habe mich von Montag bis Freitag immer gewundert, wie läppisch ihr trainiert habt. Aber am Spieltag ward ihr immer zu 110 Prozent da und echte eine Bank – das werde ich nie verstehen, wie das gehen konnte…“

Daniel Thioune und Mile Miletic damals bei RW Ahlen (Bildnummer: 03900025  Datum: 17.08.2008  Copyright: imago/pmk)

Daniel Thioune und Mile Miletic damals bei RW Ahlen (Bildnummer: 03900025 Datum: 17.08.2008 Copyright: imago/pmk)

[1] Wie war Daniel Thioune als Kollege und Käpt’n?
Mile Miletic: Daniel war als Kollege und Käpt‘n einfach top. Der hatte immer ein offenes Ohr, und hat sogar damals den Kevin Großkreutz unter die Fittiche genommen, damit der lernt, was falsch und richtig ist in den jungen Jahren. Danny war tatsächlich für jeden da, und mit ihm hatten wir einen geilen Mannschaftsgeist.

[2] War Daniel Thioune eher ein lustiger Typ?
Mile Miletic: Er hatte viel Humor gezeigt, war aber auch bei schlechten Leistungen sehr sachlich. Insgesamt aber zu 80 Prozent immer lustig und humorvoll.

[3] Was waren seine Stärken als Spieler?
Mile Miletic: Er hat immer von der ersten bis zur letzten Minute Gas gegeben und nie aufgegeben. Daniel Thioune war sehr ehrgeizig und zielstrebig. Hervorzuheben sind auf jeden Fall seine Zweikampfstärke und sein gutes Stellungsspiel.

RW-Ahlen-Käpt'n nach dem Gewinn der Regionlliga-Nord-Meisterschaft 2007/08 (Foto: DFB, Janu Kuppert)

RW-Ahlen-Käpt’n nach dem Gewinn der Regionlliga-Nord-Meisterschaft 2007/08 (Foto: DFB, Janu Kuppert)

[4] Wie hast du spielerisch mit ihm harmoniert?
Ich habe ja in der IV gespielt, er auf der Sechs (defensives Mittelfeld). Wir haben sehr gut harmoniert, da ich selber ein Spieler war, der von hinten raus gespielt hat, heißt also von Zone zu Zone. Er wusste immer, dass er oft den Ball von mir bekommen würde.

[5] Was hältst du von Daniel Thioune als Trainer?
Sehr viel! Man braucht Glück wie so oft im Fußball, aber er bringt alles mit, er fiebert mit an der Seitenlinie, ist ein Kumpeltyp, pusht sehr viel von außen. Für ihn ist jeder Spieler wichtig (auch die die auf der Bank sind oder die gar nicht im Kader sind). Daniel Thioune braucht sicher noch Zeit, aber an dem, was er in den ersten fünf Spielen gezeigt hat, sieht man schon, dass er mehr erreicht hat als der Vorgänger. Er wird sein Weg machen davon bin ich überzeugt!
Viele haben mich nach der Bekanntgabe auf ihn angesprochen und sagten mir „Er ist aber beim HSV rausgeflogen“. Dazu sage ich: „Moment, er ist mit Osnabrück als Intermisstrainer aufgestiegen, und jeder Trainer, der nicht mit dem HSV aufsteigt, fliegt. So wird auch der jetzige Trainer, Tim Walter, fliegen wenn er dieses Jahr nicht aufsteigt.“

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