5 Fragen an: Simone und Michael Küffner von der Weissen Flotte Düsseldorf

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Man muss gar nicht so alt sein, um sich noch an die „Rheinbahnbötchen“ zu erinnern, die zwischen den Fünfziger- und den Achtzigerjahren im festen Linienverkehr schipperten. Dann wurde nach und nach der Fahrplan, auch aus Kostengründen, ausgedünnt, der defizitäre Betrieb aber mit städtischen Zuschüssen aufrechterhalten. Als Anfang der Neunzigerjahre von der vollständigen Einstellung dieses Schiffsverkehrs die Rede war, übernahm der Düsseldorfer Dr.-Ing. Peter Küffner 1993 den gesamten Betrieb samt Schiffen und Personal. Betreiber war nun nicht mehr die Rheinbahn, sondern die Weisse Flotte Düsseldorf, die auch insgesamt elf Steigeranlagen übernahm. Zusammen mit seinen Söhnen baute Peter Küffner die Flotte aus und kam nicht nur ohne Subventionen aus, sondern konnte den Betrieb sogar profitabel gestalten. Sohn Michael und seine spätere Ehefrau Simone jobbten schon während ihrer Studienzeit bei der Flotte – und lernten die Rheinschifffahrt mit allem Drum und Dran lieben. Anstatt nach dem absolvierten Studium der Architektur das gut laufende Ingenieurbüro des Vaters weiter zu führen, übernahm Michael 2009 die Weisse Flotte und baute zusammen mit Simone das gastronomische Angebot der Gruppe aus – u.a. durch die fest am Steiger liegende MS Allegra und die Gastronomie unterhalb der Pegeluhr.

Und so betreibt das Ehepaar gemeinsam mit um die 40 festen Mitarbeitern, zu denen während der Saison noch einmal beinahe dieselbe Anzahl Aushilfen kommt, nun schon seit fast zehn Jahren die Flotte samt Gastronomie. Die Freude an der Arbeit rund um den Rhein ist ihnen dabei noch nicht vergangen, obwohl die Kooperation mit der Stadtverwaltung zwischenzeitlich oft durch Konflikte geprägt war. Wir haben uns mit Simone und Michael über den Stand der Dinge und die zukünftigen Entwicklungen unterhalten.

Frage: Ganz frisch ist die Kooperation der Weissen Flotte mit der Rheinbahn – wird die in Zukunft ausgebaut? Falls ja, in welche Richtung?
Simone Küffner: Wir stehen am Anfang der neuen Kooperation und möchten diese zukünftig gerne ausbauen. Zunächst einmal muss bei den Gästen bekannt gemacht werden, dass nun alle unsere Tickets ebenfalls über die Kunden Center der Rheinbahn zu erwerben sind. Der nächste Schritt wäre eventuell die Verknüpfung mit der Rheinbahn App. Weiterhin wäre es natürlich prima, wenn es zukünftig Kombi Tickets geben würde. Dass man also mit einem Schiffsticket im VRR-Gebiet mit Bus und Bahn inkludiert zu uns anreisen kann.

F: Da war doch mal was mit Linienfahrten nach Neuss… Was ist denn aus dem Thema geworden?
Michael Küffner: Ich will dazu nur folgendes sagen: Sind sich zwei Menschen einig, und man gibt sich einander die Hand, dann sollte das eigentlich laufen. Ich bin in dieser Sache auch persönlich sehr enttäuscht worden, daraus habe ich gelernt. Eine Anbindung will ich trotzdem nicht ausschließen, denn die Idee gefällt mir.

F: Früher haben die Rheinbahnbötchen auf dem Weg nach Kaiserswerth zwischendurch dreimal angelegt (Theodor-Heuss-Brücke, Schnellenburg, Mönchenwerth) – warum wird das heute nicht mehr gemacht?
MK: Das stimmt so nicht. Die Bötchen haben nach Kaiserswerth sechsmal gehalten: Medienhafen, Unteres Rheinwerft, Rheinterrasse, Theodor-Heuss-Brücke, Messe und Mönchenwerth. Es wurden also inkl. Kaiserswerth sieben Haltestellen angefahren. Wir haben aber festgestellt, dass sehr wenige Fahrgäste an diesen Haltstellen (außer Unteres Rheinwerft und Kaiserswerth) ein- und aussteigen. Alle wollen entweder von der Altstadt nach Kaiserswerth oder wieder zurück. Da muss man Prioritäten setzen. Das An- und Ablegen kostet Zeit und dementsprechend Geld. Die Steigeranlagen im Medienhafen und an der Messe sind übrigens auch nicht mehr vorhanden – einmal Abbau wegen Sanierung der Kaimauer und einmal wegen eines Unfalls an der Messe.

F: Immer wieder kommt das Thema „Wassertaxi“ vom Medienhafen zur Altstadt auf – was haltet ihr davon? Wäre das was für die Weisse Flotte?
MK: Wir haben vor Jahren einen Anleger am Hyatt-Hotel geplant, Anträge eingereicht etc. Das Vorhaben wurde mit Begründungen abgelehnt, zu denen ich mich nicht öffentlich äußern möchte. Es ist sehr schade, dass wir das Projekt nicht umsetzen konnten, aber so ist das nun mal. Wir hätten die Verbindung gerne in unseren Fahrplan aufgenommen.

F: Die Fußball-WM steht vor der Tür – wird es an den Kasematten wieder Public Viewing geben? Oder sogar auf den Schiffen?
SK: Es wird das beste Public Viewing in Deutschland werden. Hier spielt die Landeshauptstadt Düsseldorf ihren Rheinvorteil aus! Wir haben Großleinwände an den Kasematten direkt am Wasser, und auch unser „Public Viewing Schiff“ fährt vor, bestückt mit der 15-Quadratmeter-LED-Wand. Alle Genehmigungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen liegen vor. Ich freue mich darauf, und es wird für Düsseldorf ein großer Imagegewinn.

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