Strandbad Lörick, Allwetterbad Flingern, Rheinbad, Unterbacher See Nord- und Südstrand, „Flossen weg“ in Kaiserswerth

Freibäder sind im Sommer Anziehungspunkt für alle, die nicht irgendwohin in Urlaub gedüst sind oder noch nicht abgereist oder schon zurückgekehrt sind, besonders natürlich für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. Diese nassen Einrichtungen haben in Düsseldorf eine lange Tradition, die bis in die Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zurückreicht. Damals hatte die Reformbewegung das Schwimmen als wichtige Form der Körperertüchtigung entdeckt. Das noch heute existierende Freibad in Kaiserswerth stammt ursprünglich aus dieser Zeit. Auch das legendäre Freibad des Rheinstadions, dass vor vielen Jahren der Erweiterung des Messegeländes zum Opfer fiel, stammt aus dieser Epoche. Die große Zeit der Freibäder aber begann nach dem Zweiten Weltkrieg, auch motiviert dadurch, dass das Schwimmen im Rhein durch dessen Aubau zur Wasserstraße immer gefährlicher geworden war und es in Düsseldorf und rundum an natürlichen Seen mangelte.

1/2) Unterbacher See, Nord- und Südstrand

Mit dem Bauboom, nicht nur im Wohnungs-, sondern auch im Straßenbau, der wesentlich zum sogenannten „Wirtschaftswunder“ beitrug, entstanden aber zahlreiche Baggerseen. Der größte davon, der zwischen Eller und Unterbach gelegene Unterbacher See, wurde von 1923 bis 1976 zum Abbau von Sand genutzt. Aber schon vor dem endgültigen Ende dieser Nutzung entstand in den Sechzigerjahren zunächst das Strandbad Nord, gut zehn Jahre später dann das Freibad am Südstrand. Diese echten Strandbäder mit ungechlortem Badewasser erfreuten sich schnell so großer Beliebtheit, dass die Rheinbahn die bis heute bestehende Buslinie 891 einrichtete, die Gäste im Sommer vom Knotenpunkt Vennhauser Alle über den S-Bahnhof Eller direkt zum Südstrand bringt. Dort gibt es auch einen abgetrennten FKK-Bereich für Menschen, die beim Sonnen und Baden lieber keine Sachen anhaben.

Unterbacher See - Südstrand (Foto: unterbachersee.de)

Unterbacher See – Südstrand (Foto: unterbachersee.de)

Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 19:30 Uhr, letzter Einlass 18:30 Uhr, Badeschluss 19:00 Uhr
Eintrittspreise: Einzelkarten 4,50 Euro, ermäßigt 2,60 Euro; Zehnerkarten 37,00 Euro, ermäßigt 22,50 Euro
ÖPNV: Die Rheinbahn-Busline 891 fährt von 9:02 Uhr an alle 30 Minuten ab Vennhauser Allee zum Südstrand
Weitere Infos: unterbachersee.de/baden/

3) Strandbad Lörick

Bei Lörick gab es ein Stück Altrheinarm, das von den Düsseldorfer:innen gern zum Baden genutzt wurde. Ergänzend baute man dort zwei Schwimmbecken sowie Umkleiden, die Keimzelle für das heutige Strandbad Lörick. Denn in seiner ursprünglichen Form galt der „See“ bereits offiziell als Schwimmbad; Richtung Norden finden sich heute noch Reste der alten Umkleiden und Funktionsgebäude. Mit der Eröffnung des Strandbades umgab man das Areal mit hohen Zäunen und kassierte Eintrittsgelder. Als die Lagune hinter dem Yachthafen dann durch das stark verschmutzte Wasser des Rheins dann so vergiftet war, dass Schwimmen und Badn dort gesundheitsgefährlich wurde, beschränkte man in den Sechzigerjahren den Badebetrieb auf das moderne Freibad. Ältere Düsseldorfer:innen werden sich erinnern: Nicht selten pilgerten damals Dutzende Altstadtbesucher:innen mitten in der Nacht nach Lörick, um den Zaun illegal zu überwinden und im See zu baden – vorwiegend nackt, natürlich. Das gibt es heute nicht mehr, dafür wurde das Strandbad aber vor Kurzem einer gründlichen Renovierung unterzogen.

Strandbad Lörick (Foto: Düsseldorfer Bäder)

Strandbad Lörick (Foto: Düsseldorfer Bäder)

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 06:00 bis 20:00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 09:00 bis 20:00 Uhr
Eintrittspreise: Einzelkarten 5,10 Euro, ermäßigt 3,40 Euro; Zehnerkarten 45,90 Euro, ermäßigt 30,60 Euro
ÖPNV: Die Rheinbahn Buslinie 833 fährt bis zur Haltestelle „Strandbad Lörick“, von da aus sind es ca. 600 Meter bis zum Eingang; alternativ per 834 oder 863 bis zu Haltestelle „D-Niederkassel“, von hier aus rund 1,3 km zu Fuß
Weitere Infos: www.baeder-duesseldorf.de/baeder/freibaeder/strandbad-loerick/

4) Rheinbad

Die Freibäder haben und hatten immer auch eine soziale Funktion: als Erholungsstätte besonders für die Familien mit Kinder, aber nicht so viel Geld, für Jugendliche als sommerliche Treffpunkte und als Sportstätten für oft auch ältere Schwimmer:innen. Das galt in den Sechzigerjahren ganz besonders für das Freibad hinter dem Rheinstadion mit seiner klassischen Architektur und den legendären Stufen der Zuschauertribüne sowie den ausgedehnten Rasenflächen. Und wer Fortuna-Fan war und sich an einem Spieltag im Freibad vergnügte, konnte die Partie problemlos durch die Gitterstäbe am Südende des Stadions verfolgen. Diese Möglichkeit entfiel mit dem Bau des neuen Rheinstadions zur Fußball-WM 1974, und als die Messe in den Neunzigerjahren um die Halle 5, 6, 7 und 8 erweitert wurde, musste dieses wunderbare Freibad weichen. Ersetzt wurde es ein paar Jahre später durch das Rheinbad, das nördlich der Arena entstande ist und sowohl ein Hallen-, als auch ein Freibad umfasst.

Öffnungszeiten: täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr
Eintrittspreise: Einzelkarten 5,10 Euro, ermäßigt 3,40 Euro; Zehnerkarten 45,90 Euro, ermäßigt 30,60 Euro
ÖPNV: mit der U79 bis Sportpark Nord / Europaplatz
Weitere Infos: www.baeder-duesseldorf.de/baeder/freibaeder/strandbad-loerick/

Sommerferienkarte: Die Bädergesellschaft bietet dieses Jahr wieder die Sommerferienkarte an. Sie kostet 22 Euro und gilt für alle Schüler:innen, die Jahrgang 2006 oder jünger sind, und zwar in den Sommerferien vom 27. Juni bis zum 09. August 2022 in allen Frei- und Hallenbädern, die in den Sommerferien geöffnet sind, nicht aber für das Freizeitbad Düsselstrand. Mit der Sommerferienkarte kann jedes Kind einmal pro Tag eines der Freibäder Montag bis Sonntag besuchen oder eines der Hallenbäder von Montag bis Freitag. Die Karte gibt es an den Bäderkassen in allen teilnehmenden Bädern.

5) Allwetterbad Flingern

Das Allwetterbad Flingern am Flinger Broich, in den letzten Jahren grundlegend modernisiert und umgebaut, war ursprünglich eine vom Verein gebaute und betriebene Trainingsstätte der Freien Schwimmer Düsseldorf. Im Sommer 1946 hatte man beschlossen, die im Krieg zerstörten Sportanlagen wieder aufzubauen, 1949 fiel dann der Entschluss, auch das Schwimmnbecken neu anzulegen – und zwar weitgehend in Eigenleistung und durch Entrichten eines monatlichen Sonderbeitrag in Höhe von fünf Mark. Im Laufe der Siebzigerjahre wuchsen dem Verein die Unterhaltungskosten über den Kopf, und die Stadt in Gestalt der Bädergesellschaft Düsseldorf mbH übernahm die Anlage und baute sie zum Allwetterbad aus. Das hieß so, weil über dem 50-Meter-Becken ein Zeltdach aufgespannt werden konnte, das zuletzt marode war und im „neuen“ Allwetterbad nicht mehr zu finden ist. Im Flingeraner Freibad steht übrigens der einzige 10-Meter-Turm der Stadt…

Das modernisierte Allwetterbad in Flingern (Foto: Bädergesellschaft Düsseldorf)

Das modernisierte Allwetterbad in Flingern (Foto: Bädergesellschaft Düsseldorf)

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 06:00 bis 20:00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 08:00 bis 20:00 Uhr
Eintrittspreise: Einzelkarten 5,10 Euro, ermäßigt 3,40 Euro; Zehnerkarten 45,90 Euro, ermäßigt 30,60 Euro
ÖPNV: Mit den Rheinbahn-BusLinien 725, 737 oder 738 bis Haltestelle „Siedlerweg“, von dort aus ca. 4 Minuten Fußweg
Weitere Infos: www.baeder-duesseldorf.de/baeder/freibaeder/freibad-allwetterbad-flingern/

6) „Flossen weg“ in Kaiserswerth

Anfang der Dreißigerjahre ursprünglich als Badenanstalt für die Kaiserswerther Diakonissen und die Patienten ihres Krankenhauses errichtet, wurde das winzige Freibad an der Kreuzbergstraße erst nach dem Zweiten Weltkrieg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So beliebt es bei den Menschen aus der näheren Umgebung war, so verrufen war es im restlichen Düsseldorf. Das Wasser sei weder beheizt, noch gechlort, man fülle das Becken einfach im März und lasse das Wasser im Oktober wieder ab. Das traf so möglicherweise für die Vorkriegszeit zu, aber spätestens ab den Siebzigerjahren wurde es von der Diakonie betrieben wie ein normales Freibad. Allerdings investierte man praktisch nicht in Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen, sodass dieses friedlich-familiäre Bad beinahe geschlossen und dem Erdboden gleichgemacht worden wäre. Es gab keine warmen Duschen, keine ordentlichen Umkleiden, das Becken hatte stark gelitten. Als Ende der Achtzigerjahre die Schließung drohte, gründeten einige unermüdliche Verfechter aus Kaiserswerth den Verein Flossen weg!, der 1993 offiziell seine Arbeit aufnahm und seit 1997 das Bad in Eigenregie führt. Ehrenamtlich versteht sich. Seitdem erfreut sich dieses Freibad, so klein es auch ist, besonders bei jungen Familien mit Kindern und älteren Mitbürger:innen großer Beliebtheit.

Düsseldorfs kleinstes Freibad: "Flossen Weg" in Kaiserswerth (Foto: "Flossen Weg")

Düsseldorfs kleinstes Freibad: „Flossen Weg“ in Kaiserswerth (Foto: „Flossen Weg“)

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag von 07:00 bis 20:00 Uhr; Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 08:30 bis 20:00 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene 5,00 Euro; Kinder, Schüler, Studenten bis 27 Jahe 3,00 Euro; Familienkarte (1 Erwachsener + 2 Kinder) 10,50 Euro; Familienkarte (2 Erwachsene + 1 Kind) 12,50 Euro
ÖPNV: Mit der U79 bis Haltestelle „Klemensplatz“, von dort aus ca. 6 Minuten Fußweg
Weitere Infos: www.flossen-weg.de/freibad/

Dieses Jahr noch nicht wieder bereit zum Schwimmbesuch ist das kombinierte Hallen- und Freibad in Benrath.

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