Meinung · Nicht wenige wohlhabendere Düsseldorfer Bürger*innen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, einmal die Woche so richtig gut und lecker essen zu gehen. Damit ist es ja nun während der Seuche Essig. Gut, dass seit einem Jahr immer mehr Restaurants der gehobenen Klasse nun anbieten, ihre Speisen anzuliefern. Sonst bliebe ja wenig mehr als nach dem Pizza-Taxi zu rufen oder sich schnell Pommes an der Bude zu holen (oder natürlich einen der langjährig bewährten Lieferdienste wie das Manthei Sushi-Taxi anzufordern). Tatsächlich aber hat kaum einer der Gastronomen, die in den Bestellmarkt eingestiegen sind, einen eigenen Bringdienst aufgezogen – die meisten haben sich dem Quasi-Monopolisten Lieferando angeschlossen. [Lesezeit ca. 2 min]

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Und der ist aus vielerlei Gründen nicht unumstritten. Da sind zum Beispiel die vielen Klagen der Lieferfahrer, die schlechte Arbeitsbedingungen und zu geringe Entlohnung beklagen. Oder dass Lieferando die Gründung von Betriebsräten be– oder verhindert. Und auch viele Betreiber von Restaurants kooperieren nur mit knirschenden Zähnen mit dem Bringdienstgiganten. Denn so schön es ist, die Stamm- und Neukunden unproblematisch beliefern zu können, so sehr schmerzen die abzuführenden Provisionen und die Abhängigkeit von diesem einen Unternehmen.

Denkende Konsument*innen, die gern mal was Leckeres essen wollen, das nicht aus der eigenen Küche stammt, bringt das in eine moralische Zwickmühle. Denn will man ganz und gar auf die Küchen angewiesen sein, die eigene Lieferdienste betreiben oder nur Abholservice, wird die Auswahl schmal. Andererseits möchte man die Gastwirte, die bekanntlich massiv unter dem Lockdown leiden und vielfach an der Existenzgrenze kratzen, durch Bestellungen unterstützen. Wobei Letzteres nach Aussagen einiger Düsseldorfer Gastronomen überhaupt nicht gegeben ist – je nach kulinarischem Aufwand lohnt es sich nicht, die Küche anzuheizen und zu kochen, wenn man keine Gäste im Restaurant bedienen kann.

Was also tun? Wir eröffnen hiermit die Debatte und fragen: Sollen wir uns in Corona-Zeiten Essen per Lieferando bringen lassen? Oder nur Gastronomien unterstützen, die ohne den Quasi-Monopolisten auskommen? Ihre Meinung ist gefragt.

3 Kommentare

  1. Meine Frau und ich nutzen Lieferando nicht, die Kritik, sofern die Punkte stimmen, sind oder wären berechtigt.
    Wir haben das Glück in Knittkuhl eine gute Pizzeria zu haben, bei der man Essen bestellen und abholen kann. Das nehmen wir zwei, dreimal im Monat in Anspruch. Gelegentlich holen wir uns auch noch in Gerresheim etwas ab.

    Wenn es also nicht zu weit weg ist (es soll ja warm bleiben bis zu Hause), werden wir das Essen selbst abholen und keine Lieferdienste nutzen.

  2. Sarah Pritzel am

    Wenn man die ansässigen Gastronomen unterstützen möchte und in der Lage ist das Bestellte selber ab zu holen, sollte man das tun. Bewegung tut einem ja auch mal gut und der Gastronom hat definitiv mehr davon. Wenn es nicht geht, ist eine Bestellung über Lieferando aber noch immer besser, als gar nicht zu bestellen. Für die Wirtschaftlichkeit ist natürlich der Gastronom zuständig, da kann man vom Verbraucher nicht erwarten, dass er sich mit Margen und Co. Im Detail auseinander setzt. Sprich: wenn es nicht lohnt die Küche anzuwerfen und dann über lieferando zu verkaufen, muss man andere Wege finden. Viele Gastronomen in Düsseldorf zeigen, dass es eben auch anders geht und haben tolle Ideen und Konzepte entwickelt.

  3. Wann immer es geht beim Restaurant selbst bestellen. Viele haben eigene Fahrer, die liefern. Einfach das Restaurant selbst anrufen und fragen. Häufig klappt das, und die freuen sich.

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