Düsseldorfer Gesichter (15): Die Männer der Aktion Rheinland

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Es waren elf Männer, denen wir es zu verdanken haben, dass Düsseldorf im April 1945 auf Anordnung des fürchterlichen NS-Gauleiters Florian durch die Methode „Verbrannte Erde“ NICHT völlig zerstört wurde. Theodor Andresen, Franz Jürgens, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill wurden von den Nazi-Schergen in der Nacht zum 17.04.1945 auf dem Hof der Berufsschule an der Färberstraße standrechtlich erschossen. Ihre Leichen verscharrte man an Ort und Stelle. Karl Müller, Karl August Wiedenhofen, Ernst Klein, Theodor Winkens, Josef Lauxtermann und Aloys Odenthal überlebten.

Nachdem Gauleiter Florian strikt abgelehnt hatte, die Stadt an die bereits bei Mettmann stehenden US-Truppen zu übergeben, fanden sich diese Düsseldorfer Bürger um den Anwalt Karl August Wiedenhofen zusammen, um die kampflose Übergabe gegen den Befehl des Stadtkommandanten durchzuführen. Geplant war, dass ein Teil der Gruppe den Polizeipräsidenten festsetzt, während ein anderer Teil sich zu den Amerikanern durchschlägt um die Verhandlungen zu führen. Zuvor waren zwei Mitglieder der Widerstandsgruppe ANTIFAKO mit dem Boot über den Rhein gesetzt; ihre Verhandlungen mit den Amerikanern scheiterten allerdings.

Um den 16.04.1945 herum war Düsseldorf praktisch vollständig eingekesselt. Das Oberkommando unter Feldmarschall George S. Patton lag zu dieser Zeit bereits östlich der Stadt bei Mettmann. Zur konspirativen Gruppe gehörte auch der Kommandeur der Schutzpolizei, Franz Jürgens. Mit dessen Hilfe sollte der Polizeipräsident August Korreng verhaftet und Jürgens an dessen Stelle gesetzt werden. Da keine regulären Truppen der Wehrmacht mehr im Stadtgebiet vorhanden waren, hatte die Schutzpolizei in Verbindung mit dem so genannten „Volkssturm“ die militärische Macht in Düsseldorf und konnte – auch nach den Regeln des internationalen Kriegsrechts – die Übergabe der Stadt mit den Alliierten verhandeln und die Kapitulation erklären. Aber es lief nicht nach Plan:

Nach der Festnahme Korrengs begaben sich Jürgens, Odenthal und Dr. Wiedenhofen zum stellvertretenden Polizeipräsidenten Dr. Dr. Otto Goetsch. In dessen Vorzimmer diktierte zunächst Jürgens den Text für einen Ausweis, der die Inhaber berechtigte, mit den alliierten Truppen über die Übergabe der Stadt Düsseldorf zu verhandeln. Dr. Goetsch änderte diesen Text anschließend noch einmal ab. Danach versah er den Ausweis mit dem Siegel des Polizeipräsidiums. Das Dokument wurde schließlich von Jürgens unterschrieben.
Oberstleutnant Jürgens informierte anschließend die Kommandeure der drei Düsseldorfer Polizeiabschnitte über die Festnahme Korrengs und wies sie an, beim Einmarsch der amerikanischen Truppen die Waffen ruhen zu lassen. Odenthal und Dr. Wiedenhofen fuhren in die Stadt, um die Ablösung für die Wache vor Korrengs Zelle zu organisieren. Nachdem sie mit Kleppe und Weill zum Präsidium zurückgekehrt waren, begaben sich diese beiden Personen in das Gebäude, während Odenthal und Wiedenhofen im Fahrzeug auf Dr. Müller warteten. Als dieser nach einiger Zeit noch nicht zu sehen war, kam ihnen die Situation verdächtig vor. Plötzlich kam Theodor Winkens auf einem Fahrrad vorbeigefahren und rief ihnen zu: ‚Alles verraten! Jürgens verhaftet! Haut ab!‘
Erst später erfuhren Odenthal und Dr. Wiedenhofen, dass die Aktion in der Zeit, in der sie die Ablösung für Dr. Müller organisiert hatten, von einem Mitarbeiter des Polizeipräsidiums verraten worden war. Der Verräter, der die Gauleitung über die Festnahme Korrengs informiert hatte, konnte im Nachhinein nie ermittelt werden.“
[Quelle: Geschichtswerkstatt Düsseldorf]

Wiedenhofen und Odenthal konnten rechtzeitig entkommen und sich zu den Amerikanern durchschlagen. Nach stundenlangen und zähen Verhandlungen, die seitens der Amerikaner von großem Misstrauen geprägt waren, erreichten sie ihr Ziel. Auf dem ersten und zweiten Panzer sitzend, mit weißen Fahnen winkend, erreichten sie die Stadt. Während alliierte Truppen die Stadtteile Benrath und Reisholz noch militärisch einnahmen, rollte der Konvoi durch Gerresheim, Eller, Oberbilk und Bilk zum Polizeipräsidium. Durch diese Widerstandsaktion wurde ein geplanter Bombenschlag gegen Düsseldorf in letzter Minute verhindert.

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