Analyse · Nachdem dritten Tor rastete der Kommentator, der Bochum mit seiner Reportage versorgte, völlig aus. Mit Sprüchen, die mit “Wie einst…” begannen und sich überschlagender Stimme beschallte er die gesamte Pressetribüne. Und seine Begeisterung kann man verstehen: Da huschte keine graue Maus über den frühlingsfrischen Rasen, sondern das Spitzenteam der Zweitligasaison 2020/21. Es war Expertenrundeninsasse und Stadion-DJ Opa, der zuerst den Unterschied festmachte: “Wir müssen für die nächste Saison an unserer Schnelligkeit arbeiten.” warf er lakonisch in das WhatsApp-Gespräch. Ja, die Bochumer waren einfach schneller. [Lesezeit ca. 8 min]

Und das bezieht sich gar nicht einmal auf die Sprinterqualitäten der Vfl-Stürmer oder das Tempo beim One-Touch-Spiel, sondern vor allem auf die mentale Geschwindigkeit. So schön viele fortunistische Spielzüge auch aussahen und so viele Torchancen dabei auch rauskamen; manchmal konnte man die Denkblasen über dem Kopf des gerade ballführenden Fortuna-Kickers förmlich sehen: “So, was mach ich jetzt?” Da waren die Gegner denktechnisch schon einen Schritt weiter. Umso erfreulicher der offensive Druck, den die Schützlinge von Uwe Rösler und seinen Kompagnons über weite Strecken der Partie entfalteten. Das hat Potenzial – und eine wesentliche Zukunftsfrage, die sich stellt, lautet: Ist Mister R. der richtige Trainer, um in der kommenden Saison Erfolg aus diesen Möglichkeiten zu schlagen?

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Dabei hatte das Trainer-Team eine deftige Überraschung parat, die von den meisten schreibenden und sprechenden Kollegen nicht entschlüsselt wurde: Kuba Piotrowski spielte die meiste Zeit als zweite, wenn auch hängende Spitze, neben Rouwen Hennings, und bei Licht betrachtet war er der beste Fortune an diesem Frühlingsabend in der immer noch durchgefrorenen Arena. Überhaupt hatte Rösler eine durchaus spannende Grundordnung gewählt, eine Art 4-2-2-2, denn hinter den beiden ganz vorne hatten sich Dawid Kownacki auf rechts und Kris Peterson auf links einsortiert, während das defensive Mittelfeld mit Käpt’n Bodze und Cello Sobottka gebildet wurde; dahinter dann die momentan standardisierte Viererkette mit Zimbo Zimmermann und Leon Koutris außen sowie Andre Hoffmann und Kevin Danso innen.

F95 vs Bochum: Der ungeheuer souveräne Schiri Aytekin (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Der ungeheuer souveräne Schiri Aytekin (Foto: TD)

Tatsächlich ließen sich Dawid und Kris je nach Lage der Dinge sogar um jeweils einen Zacken zurückfallen, um defensiv mitzuhelfen. Das klappte über die 90 Minuten eigentlich auch ganz prima. Erstens weil das Duo Leon-Kris ein ums andere Mal zauberte, zweitens weil die Kombi von Dawid und Kuba in der Mitte einigen Druck erzeugten. Rein statistisch standen so 18 Torschüsse für die Roten auf dem Zettel, wobei Ihr ergebenster Analysediener insgesamt ACHT echte Torchancen verzeichnete, davon DREI Hundertprozenter. Von denen ausgerechnet Knipser Rouwen kurz nach der Pause frei vorm Tor die hundertprozentigste versiebte.

Auf links ging der Standardspielzug ungefähr so: Kris führt den Ball, zieht ein bisschen in die Mitte, während Leon mit Fullspeed außen an ihm vorbeisprintet und das Ei aus vollem Lauf in den Sechzehner flankt. Ja, Fullspeed, denn an der puren Renngeschwindigkeit hat es meistens nicht gefehlt. Schön auch die Aktionen von Peterson beim Eindringen in den gegnerischen Strafraum. Die kalte Schnauze dann so richtig draufzuhalten, geht ihm aber noch ab – mit Betonung auf “noch”. Dagegen sah es auf der anderen Seite nicht ganz so gut aus. Zimbo Zimmermann hatte einen wirklich schlechten Tag, kam nie auf Geschwindigkeit, erreichte so nur selten seine typische Flankenposition und harmonierte nicht sehr gut mit Kownacki.

F95 vs Bochum: Das Bekenntnis zum Kampf gegen Rassismus (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Das Bekenntnis zum Kampf gegen Rassismus (Foto: TD)

Ebenfalls einen eher schon mal gegessenen Tag hatte auch Kevin Danso gezogen, der zwar immer wieder die defensiven Kopfballduelle gewann, aber in Sachen Stellungsspiel ungewohnt unpräzise wirkte. So hatte er auch einen erheblichen Anteil am 1:0 für die Bochumer. Da hatte sich Zimmermann vom gegnerischen Stürmer abkochen lassen wie ein Amateur und wurde einfach überlaufen. Danso ließ den späteren Torschützen allein, und auch Flo Kastenmeier stand schlicht und einfach falsch. Da hätte es nach einer Großchance und einem Fernschuss an die Latte schon mindestens 1:0 für unsere Jungs stehen müssen.

F95 vs Bochum: Da nützt auch der schönste Stuhlkreis nichts... (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Da nützt auch der schönste Stuhlkreis nichts… (Foto: TD)

Bis zur 34. Minute kamen weitere drei prima Tormöglichkeiten hinzu, die aber mehr oder weniger jämmerlich vergeben wurden. Und wenn Schüsse von der Strafraumkante versucht wurden, stand immer ein blockender Bochumer im Weg. So richtig aushebeln ließ sich deren Abwehr sowieso nicht, die Chancen wurden alle auch durch kämpferisches Verhalten der 95er kreiert. Daran hatte der insgesamt unauffällige Cello Sobottka einen Anteil, der immer als verteilende Anspielstation bereit und frei stand, aber in dieser Position viel zu selten eingeschaltet wurde. Dafür ging es bei aller geistigen Langsamkeit erfreulich selten hintenrum. Nur sollte man Andre Hoffmann vielleicht erklären, dass auch ein Innenverteidiger mal nach vorne spielen darf, denn fast jedes Mal, wenn er den Ball bekam und dann von einem Gegner angelaufen wurde, drehte er sich mit dem Ball, um ihn dann auf Kastenmeier oder Danso zu spielen.

F95 vs Bochum: Die Co-Trainer in den kurzen Hosen (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Die Co-Trainer in den kurzen Hosen (Foto: TD)

Adam Bodzek lieferte wieder ein fehlerarmes Spiel, allerdings mit deutlich schlechteren Pass- und Zweikampfquoten zuvor. Ihn in der 59. Minute durch Alfie Morales zu ersetzen, war richtig. Vielleicht hätte man auch den hochverdienten Matthias Zimmermann vom Platz holen sollen, weil er weitestgehend wirkungslos blieb. Da es aber keinen 1:1-Ersatzmann für ihn auf der Bank gab, wäre sein Auswechseln nur mit einem größeren Systemumbau gegangen – und der hätte womöglich das Spiel so kaputtgemacht wie die bescheuerten Wechsel vergangene Woche in Sandhausen. Da stand es aber auch schon 0:2, weil sich die gesamte Abwehr in der 35. Minute hatte abkochen lassen – wieder ausgehend von der Gedankenschnelligkeit der Bochumer. Leider stand Flo Kastenmeier auch dieses Mal nicht optimal und hat einen Anteil am Treffer.

Eine Minute zuvor hatte ebendieser Flo einen gigantischen Diagonalpass von der rechten Kante seines Sechzehners bis gut zwanzig Meter vor das gegnerische Gehäuse auf Peterson geschlagen, auf den mancher Fußballer neidisch werden könnte. Bis dahin war F95 das leicht überlegene Team, führte in der Zweikampfstatistik deutlich, hatte mehr Kilometer auf der Uhr, aber mit 77 Prozent wieder eine eher miese Passquote. Den Ballbesitz teilten sich die Teams in der ersten Halbzeit brüderlich. Und da machte sich auch noch kein Liebhaber der hübschen Diva große Gedanken – einer warf virtuell ein “Das machen die noch”, und dieser Glaube war weiträumig vertreten. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Fortuna aus dem Chancenplus nicht mindestens einen Punkt machen würde.

F95 vs Bochum: Mann gegen Mann plus Referee (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Mann gegen Mann plus Referee (Foto: TD)

Wer weiß, wie die Begegnung ausgegangen wäre, hätte eine der riesigen Einlochmöglichkeiten in der 50. und 52. eingeschlagen. Was wäre passiert nach einem Anschlusstreffer? Offensiv fand der VfL nach der Pause zunächst nicht statt, und man hatte das Gefühl, dass die Hellblauen es einfach nicht für nötig befanden, auf ein weiteres Tor zu gehen. Später, nach dem zweiten Zweierwechsel – Borrello für Peterson, Prib für den etwas müden Piotrowski – in der 71. Minute waren sich nicht wenige F95-Anhänger sogar sicher, dass ihre Lieblinge die Partie noch in ein Remis würden wenden können. Inzwischen hatte sich nämlich die Viererkette eingerüttelt, und Mister B. zeigte, was er könnte, wenn er sich konzentrieren täte. Brandons Schwäche sitzt in seinem Hirnkasten, außerhalb dessen ist er ein schneller, trickreicher Stürmer mit gutem Auge. Das 0:3 war dann die Lebertranpille auf dem Zuckerkuchen: bitter und sinnlos. Es war auch sicher das eine Tor zu viel, also der Treffer, der die Niederlage deutlicher aussehen lässt als sie war.

Es war ein überaus faires Spiel; einmal spielten Unsere sogar den Ball absichtlich ins Aus, weil die Bochumer einen verletzten Spieler auswechseln wollten. Dass kein Gift in das Duell kam, daran hatte aber auch ganz sicher der äußerst souveräne Schiri Aytekin seinen Anteil. Der pfeift klar, pflegt einen freundlichen Umgang mit den Spielern und Betreuern draußen und weiß jederzeit, was läuft – eine bessere Auslegung der Vorteilsregel als bei ihm in zwei Fällen hat Ihr Ergebener ganz selten gesehen.

F95 vs Bochum: Fortunistische Angriffssituation (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Fortunistische Angriffssituation (Foto: TD)

Die Niederlage an sich entspricht dem Qualitätsunterschied zwischen einem kommenden Aufsteiger und einem Team aus dem oberen Drittel der Tabelle. Im Vergleich zu den direkten Konkurrenten um die ersten drei Plätze – also HSV, Kiel und Fürth – haben die Bochumer den sichersten, den abgeklärtesten Eindruck hinterlassen. So gehören sie tatsächlich in die erste Bundesliga. Das sie zuhause mit 0:2 gegen den HSV verloren haben, ist angesichts der gestrigen Leistung schwer zu verstehen. Für die Fortuna geht es nicht einmal mehr um die goldene Ananas, ein einstelliger Tabellenplatz am Ende sollte sicher sein. Gegen Karlsruhe gibt es am übernächsten Spieltag noch einmal ein Traditionsduell, dessen Sieger dann sogar unter die ersten Fünf kommen dürfte. Am 21. April folgt ein ebenfalls geschichtsbelastetes Spiel gegen St. Pauli, und danach ist dann auch egal.

F95 vs Bochum: Und dann war Schluss (Foto: TD)

F95 vs Bochum: Und dann war Schluss (Foto: TD)

Da wir ja die restlichen Partien, eigentlich sogar schon seit vier Spieltagen, als Saisonvorbereitung betrachten, kann auch das Fazit zum gestrigen 0:3 nur im Hinblick auf die Zukunft gezogen werden. Die erste Lehre lautet: Wir haben einen Haufen begabter Spieler mit jeder Menge Potenzial im Kader – dabei sollte man zwingend auf Shinta Appelkamp, Emma Iyoha, Kelvin Ofori, Christoph Klarer und Jamil Siebert achten. Zweitens: Wir brauchen mehr und flexiblere Spielsysteme. Drittens: Alles muss schneller werden. Eine wesentliche Überlegung (neben der Trainerfrage) sollte sein, welche erfahrenen Spieler die zwingend notwendige Altersachse bilden könnten, inwiefern also die Kollegen Bodzek und Hennings noch Platz im Kader haben, aber auch Prib und Hartherz. Viertens muss schleunigst eine Nummer 2 im Tor an die erste Mannschaft herangeführt werden, und zwar in Gestalt von Dennis Gorka. Fünftens müssen die Pflichtplätze für Nachwuchsspieler im Kader der ersten Mannschaft sinnvoll besetzt werden – in engster Abstimmung mit dem NLZ-Schaefer und den Trainern der U19 und der Zwoten. Ob man dann überhaupt noch im größeren Maße für die Saison 2021/22 shoppen gehen muss, ist fraglich.

14 Kommentare

  1. Ich bin nahe beim Autor und bezweifele, das UR der Richtige für die kommende Saison ist. Insgesamt ist sein Wirken eher auf der negativen Seite. Das kann sich in den Köpfen festsetzen, vor allem bei den Spielern.

    Insgesamt geht Fortuna auch seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, den falschen Weg. Es gibt keinen nachhaltigen Aufbau einer Mannschaft, sondern es werden immer wieder Spieler gekauft, die woanders nicht zum Zuge kommen und die den eigenen Talenten den Weg verbauten. Ein nachhaltiger Weg wäre mir lieber, auch wenn er 2, 3 oder 4 weitere Jahre Liga 2 bedeuten würde. Das würde ich, und ich sage vorher, dass dies viele Fans so sehen würden, eher akzeptieren, als den momentanen Zustand.

    Absteigen können wir nicht mehr, jetzt müssen Spieler ran, die nächste Saison noch hier sind. Dann muss eben ein Danso bei aller Qualität eben auf die Bank. Wobei er gestern die vorhanden Qualität wieder nicht gezeigt hat. Unser Torwart darf auch nicht fehlen in der Analyse der Saison für die nächste Spielzeit. Bei aller fußballerischen Qualität und seinen “Superparaden” hat er immer wieder Aussetzer und Fehler, die zu Gegentoren führen. Aufstiegstorwart geht für mich anders, siehe z.B. Bochum. Der Schlendrian von “Kaste” ist auch nach anderthalb Spielzeiten nicht weg. Aber vielleicht liegt es ja auch am Trainerteam.

    Ich wünschte mir im Vorstand hätte jetzt jemand die notwendige Konsequenz zum Handeln. Für mich geht jetzt idealerweise die Vorbereitung auf die neue Saison los. Von mir aus mit UR, aber dann muss man ihm auch sagen, dass jetzt Spieler zum Zuge kommen, die nächste Saison noch hier sind. Unproblematischer kann man keine Erfahrung sammeln, als jetzt bei Fortuna. Wenn UR das nicht will, auf Wiedersehen. Wir haben einen Co-Trainer und auch einen guten Trainer der U23, soweit ich das beurteilen kann. Was haben wir noch zu verlieren? Die Unterschiede in den TV-Geldern in Liga 2 sind wohl vermutlich nicht so riesig (wenn ich mich irre, raus damit).

    Immerhin hat die Mannschaft (oder wenigstens Sobottka) wohl kapiert, dass sie mit dem Aufstieg nichts zu tun haben. Das ist die Truppe soweit weg, wie Scheiße 04 von den jahrzehntelangen Träumen von EL oder CL.

    Tja, nichts neues bei Fortuna. Nach ein bis zwei guten Jahren kommen lange, quälende und schlechte Jahre. Das geht so seit Ende der 70er. Manchmal nervt das, aber tauschen mit Bayern-, Brause- oder Eselfans möchte ich trotzdem nicht.

    • Perfekte Ergänzung zu der ohnehin schon trefflichen Analyse unseres Herrn Bartel. Insbesondere Ihre Meinung zu unserem Torwart Teile ich vollumfänglich. Torwarttrainer Reitmeier hatte sich mal vor einiger Zeit erlaubt (leider öffentlich auf sky) Kastenmeier zu kritisieren. Er traf aber genau den Punkt, an dem es bei Kastenmeier “noch” hapert. Eine wirkliche Entwicklung bei ihm im Laufe dieser Saison war bisher nicht wirklich zu erkennen, da er fast regelmäßig irgendeine Schwäche zeigte. Ok, er ist noch jung, aber vielleicht sollte man auch da mal ansetzen und ihn weiter verbessern. Sieht irgendwie aus, als wäre er sich zu sicher in seiner Position.

      • Ja, mindestens eine Konkurrenz auf dieser Position wäre wichtig. Wolf scheint es nicht mehr zu sein.

  2. Mark Gajus am

    Es ist endlich an der Zeit Nägel mit Köpfen zu machen. Herr Rösler ist sicherlich ein sympathischer Mensch, aber leider nicht der richtige Trainer für die Fortuna. Seit einem Jahr, gute Ansätze aber keine Ergebnisse. Nicht ein einziger Spieler wurde unter seiner Regie besser. Einen guten Torwart (Rensing) hat man gehen lassen und einen Unerfahrenen eingesetzt, der lichte Momente hatte, aber die wichtigen Bälle eben nicht hält und auch erhebliche Schwächen bei Standards hat. Jetzt MUSS der Vorstand reagieren und frühzeitig die Weichen für das nächste, sehr schwierige Jahr in der 2. Liga stellen.

  3. Deltaflake am

    Was hat unsere Fortuna in der 1.Liga Punkte in den letzten Minuten verschenkt. Mit den damaligen Leistungen hätten wir niemals absteigen dürfen. Wenn man jetzt sieht, wie der FC aus ..öln durch die Liga stolpert und wahrscheinlich doch drin bleibt, weil es immer noch 2-3 miesere Teams gibt …
    In der 2. Liga gab es doch praktisch kein Spiel – Ausnahme vielleicht noch in St. Pauli – dass unser Team souverän gewonnen hat. Und dann in der Rückrunde immer nur hohle Ankündigungen, aber man wusste nach wenigen Spielminuten schon, dass das wieder nur Phrasen waren. Wie oft wurde gesagt, dass die Mannschaft ganze Halbzeiten verschlafen hatte…
    Langes Reden, wenig Sinn: man hat sich so oft schwarz geärgert und es reicht jetzt! Präziser: so reicht das nie! Es muss neuer Schwung und auf jeden Falle ein neuer Trainer her. Wird schwer genug, den zu finden (aber bloß nicht Slomka, Labadia, usw.).

    • ….usw? Wer wäre denn wohl der richtige Trainer für uns?? Machen wir uns nichts vor! Egal wen wir in Düsseldorf als Trainer haben, nach einiger Zeit wird auf allen Trainern eingeprügelt. Bei dem einen Trainer geht’s was schneller und bei dem anderen Trainer dauert’s etwas länger, bis er bei den Anhängern in Ungnade fällt. Wir -und da schließe ich mich nicht aus- haben in Düsseldorf einfach mittlerweile ein Anspruchsdenken, das nicht zu einem Verein passt, wie er in Düsseldorf geführt wird. Warum sägen wir unsere Trainer immer sofort ab, wenn’s mal irgendwie nicht so läuft, wie WIR uns das vorgestellt haben?
      Das wir die erste Liga versemmelt habe lag überhaupt nicht an UR, genausowenig wie das Versagen gegen Sandhausen und gegen Bochum. Wenn wir nur einen Bruchteil der Hochkaräter reingemacht hätten, würden wieder alle frohlocken und vom Aufstieg träumen.
      Gleiches gilt auch für Norbert Meier oder Friedhelm Funkel. Was haben wir für geile Spiele unter deren Regie gesehen und plötzlich ist immer alles Schrott was die machen?
      Ich fände es vielleicht mal gut, wenn der Verein mal etwas Kontinuität in Sachen Trainer zeigen würden, damit sich überhaupt mal was entwickeln kann. Und ich denke und hoffe, dass man gerade dafür einen Klaus Allofs geholt hat, der das besonders bei Werder gezeigt hat.
      Wenn wir ein Verein wären, wie Bayern, Dortmund, Leverkusen oder auch Schalke, die Millionen in ihre Truppe pumpen und dann keinen Erfolg hätten (oder haben), dann kann ich so ein Denken verstehen. Aber hey, wir sind Anhänger der Fortuna, wo jeder Taler scheinbar dreimal rumgedreht wird. Da kann man hoffen, aber nicht erwarten, dass die für “Nüsse” geholten Spieler sich explosionsartig Verbessern oder Granaten sind, die kein Bundesligist auf dem Zettel hatte.
      Vereine, wie z.B. Freiburg oder Werder, halten auch dann an ihren Trainern fest, wenn es auch mal richtig schlecht läuft. Und das sollten wir vielleicht auch mal machen, denn sooooo schlecht spielen unsere Jungs nicht. Wenn der ein oder andere “ältere” Spieler dann noch mal durch einen Jüngeren Ersetzt wird, haben wir eine richtig gute Truppe und dann macht es auch mal wieder Sinn nach höherem zu streben.

      • Deltaflake am

        Ich bin auch dagegen, nach kurzer Zeit den Trainer zu wechseln. Auch wird es sehr schwer einen Guten zu finden, der eher unbekannt ist.
        Aber weder bei Funkel, noch bei Rösler war/ ist zum Schluss irgendeine eine Weiterentwicklung erkennbar. Man ahnt doch mittlerweile schon nach 20 Minuten wie das Spiel in der restlichen Zeit weiter laufen wird. Bezeichnend auch dass Einwechslungen oft zu zögerlich und fast immer ohne besondere Effekte erfolgen.

        • Das liegt aber vor allem an den Spielern, die dem Trainer zur Verfügung stehen. In unserem 1. Bundesligajahr haben so ziemlich alle an ihren oberen Grenzen gespielt und wir hatten zwei Spieler mit Didi und Raman, die überdurchschnittlich schnell unterwegs waren. Da könnten wir auch einfach mal die Kugel nach vorne pölen und die Jungs haben sich den Ball geholt. Im zweiten Jahr war das nicht mehr so. Da mussten wir mehr spielerische Lösungen finden und Da konnte man deutlich unsere Defizite sehen, vor allem weil auch noch Stöger so lange ausgefallen ist und auch nicht mehr ans erste Bundesligajahr anknüpfen konnte.
          Ich glaube, das unsere größte Schwäche das Passspiel ist. Die Bälle, insbesondere von Hoffmann, sind viel zu lange unterwegs. Und so was muss wachsen, mit immer dem gleichen Stamm und mit Spielern die das können. Wir haben noch immer ein paar Spieler, die das nicht draufhaben und so bremsen sie unseren Spielfluss. Hoffmann, Bodzek, Hennings, Karaman, Zimmermann….die brauchen zu lange, um den Ball zu verarbeiten oder sind in der Ballannahme und/oder im Passspiel viel zu ungenau. Bei den Bochumer Toren konnte man sehen, wie eingespieltes Passspiel funktioniert. Sieht man auch beim HSV und auch sehr gut bei Kiel. So was muss wachsen. Aber wie bereits erwähnt: Mit den richtigen Spielern.

  4. Herr Frings in der Sportstadt bringt den aktuellen Stand und die Saison auf einen Punkt. Er fordert auch mehr Präsenz von Allofs in sportlichen Dingen. Auch zum Trainer äußert er sich. Der ist sicher nicht alleine schuld, aber er hat seinen Anteil daran.

    Wieder alles treffend analysiert von Herrn Frings.

    • Klar ist UR auch in der Verlosung, wenn’s ums Fehlermachen geht. Alleine schon seine teilweise seltsamen Wechsel. Ich denke jedoch, dass UR liebend gern einen offensiven Fussball spielen lassen will, wenn alle an Bord sind und sich die Spieler so präsentieren, wie er sie einstellt. Ich finde, Petterson hat sich schon ganz gut gemacht. Das Koutris so lange brauchte, war abzusehen. Appelkamp und Pietrowski haben sich gut entwickelt und Iyoha wird auch noch kommen.

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