Analyse · So sehr man Mannschaft und Trainer nach einer Klatsche ein bisschen schonen muss, so schonungslos sollte man nach einem Sieg mit der Bande umgehen. Denn eigentlich gibt es nur zwei gute Nachrichten zur Partie: 1. Alle drei Buden wurden von Stürmern eingetütet. 2. Spätestens nach dem 1:2 wollten sie es alle ganz dolle. Weise ist, wer Fehler einsieht und korrigiert. Insofern könnte man Cheftrainer Uwe Rösler ab heute einen weisen Mann nennen. Denn als sich die Dottores mit Flo Kastenmeier befassen mussten (dazu später mehr), rief UR die Jungs zu sich und ordnete eine taktische Umstellung an. Fortan musste sich Tony Pledl auf der rechten Seite nicht mehr überfordern lassen, weil nun eine Viererkette und damit ein 4-4-2 zum Zuge kam. Nachteil: Eddie Prib, der im Verbund mit Shinta Appelkamp spielmacherähnliche Ansätze zeigte, wurde nun auf der Außenposition verschlissen, da ging dann offensiv überhaupt gar nichts mehr. [Lesezeit ca. 10 min]

System um jeden Preis durchsetzen ist Sturheit

Natürlich kann ein Coach in ein „bästimmtes Sistem“ – wie Rösler ins 3-5-2 – verliebt sein, aber es ist einigermaßen stur, dieses System durchsetzen zu wollen, wenn man dafür nicht die richtigen Spieler zur Verfügung hat. Und: Was nützt die schönste taktische Grundordnung, wenn sie durch unfassbare individuelle Fehler ad absurdum geführt wird? Es heißt ja immer, ein guter Trainer macht jeden Spieler besser. Für die Arbeit des aktuellen Cheftrainers und sein Team gilt das zurzeit ganz offensichtlich nicht – eher im Gegenteil. Kann natürlich auch sein, dass die Beurteilung der Form durch die Coaches anhand der Trainingsleistung völlig daneben liegt. Beispiel gefällig? Da hat man einem Käpt’n Bodze schon in Bochum angesehen, dass er leicht neben der Spur läuft, vielleicht sogar ein bisschen überspielt ist und/oder mit seiner Rolle als mentaler Antreiber überfordert. Und trotzdem muss der gute Adam ran und fabriziert Fehler über Fehler, sodass die Trainer nach dieser fürchterlichen ersten Halbzeit ein Einsehen haben und ihn draußen lassen.

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Oder auch Andre Hoffmann, in vielen, vielen Spielen der glorreichen Fortuna der Wachturm in der Innenverteidigung, der überhaupt nicht in Form ist und – wie Bodze – in Hälfte Eins haarsträubende Fehler produzierte. Trotzdem musste er durchspielen, weil es keine Alternative für ihn auf der Bank gab (Kevin Danso hatte sich beim Warmmachen wehgetan). Wäre es da nicht besser gewesen, den soliden Luka Krajnc nach innen zu holen und Cello Sobottka noch einmal am linken Ende der Defensivkette mitspielen zu lassen? Der Basisfehler in der Startaufstellung (Pledl auf links) zog einen ganzen Rattenschwanz nach Problemen nach sich. Nicht nur dass mit Eddies Wechsel auf die linke Außenbahn Kreativität im Mittelfeld verlorenging und damit mögliche Einwechselpositionen für Sobottka und auch Kuba Piotrowski obsolet wurden. Nun musste mangels Alternative Alfredo Morales für Bodze kommen, was die mittlere Viererreihe komplett durcheinanderwirbelte.

F95 vs SVD: Christoph Klarer musste doch ran, weil Kevin Danso Aua hatte (Foto: The Düsseldorfer)

F95 vs SVD: Christoph Klarer musste doch ran, weil Kevin Danso Aua hatte (Foto: The Düsseldorfer)

Un letztlich ist es doch verrückt, dass erst die elf Burschen, die nach dem vorletzten Wechsel in der 84. Minute auf dem Platz stand, so etwas wie Fußball auf die Reihe kriegten. Dass also erst VIER Einwechslungen zu einer Mannschaft führten, die gegen einen gar nicht mal so starken Gegner gewinnen konnte. Das und die immer noch eklatanten technischen Mängel der Kicker mit dem F95 auf der Brust muss Uwe Rösler nun mal langsam und schlüssig erklären. Kann er das nicht, hat sich doch bewahrheitet, was Ihr erstaunlich ergebener Beobachter schon vor einigen Wochen gemutmaßt hat, dass dieser Trainer mit der gegebenen Situation schlicht überfordert ist. Und, nein, das ist kein Ruf nach rollenden Köpfen und schon gar nicht der Schrei nach einem bestimmten anderen Chefcoach. Die merkwürdige Aussage der Verantwortlichen nach dem angeblichen Klärungsgespräch vergangene Woche, es sei denkbar, Rösler einen weiteren Assi an die Seite zu stellen, spricht da Bände.

Ausnahmsweise ein Spielfilm

Kommen wir ausnahmsweise zu einer Art Spielfilm, denn es passierte eine Menge während der neunzig Minuten; nicht alles davon war spektakulär, aber vieles spannend und interessant. So Flo Kastenmeiers Rettungstat in der 9. Minute. Da war den Darmstädtern genau das gelungen, was bei der Fortuna seit Wochen so gut wie nie klappt, also ein Steilpass und ein schneller Lauf, das Ausspielen eines Verteidigers und dann ein feiner Schuss. Allein diese Szene belegt, dass dieser Torhüter, den der viel gescholtene Lutz Pfannenstil aus der Regionalliga holte, momentan der Überlebensfaktor für dieses merkwürdige Team ist. Gut, vielleicht würde Raphael Wolf daselbe leisten, müsste er ran.

F95 vs SVD: Anstoß auf dem grünen RasenF95 vs Darmstadt: Die taktische Umstellung in der 20. Minute  (Foto: The Düsseldorfer)

F95 vs SVD: Anstoß auf dem grünen RasenF95 vs Darmstadt: Die taktische Umstellung in der 20. Minute (Foto: The Düsseldorfer)

Das wäre beinahe in der 19. Minute der Fall gewesen. Flo wollte abschlagen, schoss das Ei aber ins aus, fasste sich an den Oberschenkel und ließ sich auf dem Gras nieder, um die F95-Medizinmänner herbeizuwinken. Diese Verletzungspause nutzen Uwe Rösler und Tom Kleine eine grundlegende Umstellung anzuordnen und an der Seitenlinie mit den Kickern durchzusprechen. Wer vorher die beiden Trainerstühle im Blick hatte, konnte sehen, dass die Initiative für diesen Coup wohl eher vom Co-Trainer Kleine ausging. Aber gesichert ist das nicht. Auf dem Bezahlsender mutmaßte der Mattuschka, der sich schon am Montag durchgehend abfällig über die Fortuna geäußert hatte, Kastenmeier habe auf Anweisung der Bank die Verletzung vorgetäuscht, um den Coaches die Gelegenheit zum Gesprächskreis zu geben. Rösler stritt das später ab. Dagegen sprach auch, dass Wolf sofort begann sich warmzumachen.

In der 11. hätte es beinahe eine Reprise des 2:0 der Bochumer vom Montag gegeben: Eine scharfe, flache Flanke an der Grundlinie schießt an Freund und Feind vorbei, und ein Darmstädter verpasst die Pille um Haaresbreite; da hätte Flo keine Chance gehabt. Diese Torgelegenheit wie die davor waren die sichtbaren Folgen der verfehlten taktischen Grundordnung. Am sichtbarsten wurde die am durchgehenden Scheitern des Tony Pledl an seinem direkten Gegenspieler, der so für jede Menge Stress auf der rechten Darmstädter Angriffsseite sorgte. In der 14. Minute zieht sich Hoffmann einen blutenden Cut an der rechten Augenbraue zu, muss minutenlang draußen behandelt werden und spielt anschließend mit einem Kopfverband weiter.

Mulmige Gefühle nach der Umstellung

Dass die F95-Übungsleiter ein mulmiges Gefühl hatten, war daran abzulesen, dass kurz nach der Systemumstellung schon Alfredo Morales zum Warmmachen geschickt wurde. Und dann auch Piotrowski und Sobottka. Offensichtlich überlegten die Coaches hin und her, wie sie denn dem 4-4-2 mehr Sicherheit einhauchen könnten. War aber nicht nötig. Die neue Ordnung war das beste Mittel gegen den Matchplan des Darmstädter Trainers Markus Anfang. Zwar war sein Team immer noch – und übrigens über die ganze Spielzeit – das sichtbar und statistisch nachweisbar bessere Team, aber die Viererkette verhindert nun die schärfste Angriffswaffe der Lillien.

F95 vs SVD: Cheftrainer und Co auf ihren Stühlchen - eine Frage der Körpersprache (Foto: The Düsseldorfer)

F95 vs SVD: Cheftrainer und Co auf ihren Stühlchen – eine Frage der Körpersprache (Foto: The Düsseldorfer)

Wohlgemerkt: Bis zur 29. Minute gab es nicht eine einzige auch nur annähernd torgefährliche Situation für die Mannen von Trainer Rösler (um diese altmodische Formulierung mal zu verwenden). Das rotweiße Offensivspiel bestand aus Hennings und Karaman als Tiefflieger vor der mittleren Viererkette, deren Pressing den Darmstädtern aber eher ein Schmunzeln entlockte. Erst als sich Prib vom Flügel wieder mehr ins Zentrum bewegte und Pledl in Bewegung ging, kam es zu einer, na ja, Torchance. Dass der SVD kein Spitzenteam der zweiten Liga ist, konnte man auch daran sehen, dass dieses kleine bisschen Angriffsdrang ihre Abwehr schon in Konfusion zu stürzen. In der 38. Minute haut deren Keeper ohne wirklich gefährlichen Anlass gleich zwei Kollegen um, über die ein dritter stolpert. Dann gibt’s einen verrückten Rückpass, den Hennings beinahe erwischt und einlocht. Schließlich ist es Kenan Karaman, der in der 45. Minute den zweiten(!) Spielzug überhaupt erzeugt, der dann auch Gefahr für den Lillien-Kasten bringt.

Der Pausenblick aufs Desaster

Der Pausenblick auf die Statistik belegt das ganze Ausmaß des Desasters. Da sind Fortuna-Profis drunter, die Passquoten von unter 50 Prozent hinkriegen, da gibt es defensive Mittelfeldler mit einer Zweikampfquote von 40 Prozent. Und da ist ein Torhüter, der in Sachen Ballkontakten unter den ersten vier der mannschaftsinternen Hitparade steht. Das muss man gar nicht mehr individuell auseinanderfieseln, das ist kollektives Versagen. Positiv heraus ragten eigentlich nur Shinta Appelkamp, der die innere Ruhe behielt, der sich in der Ballbehauptung Bestnoten verdiente und wenigstens versuchte, die Bälle zu verteilen, sowie Eddie Prib, der aber unter seiner neuen Position auf außen litt. Christoph Klarer wirkte unkonzentriert, Andre Hoffmann ebenfalls, Matthias Zimmermann wie ein Schatten seiner selbst; nur Luka Krajnc flatterte hinten nicht rum.

Unter verstärkter Beobachtung der zahlreich erschienen Vorstände und Aufsichtsräte entschlossen sich Rösler & Co. zu der ungewöhnlichen Maßnahme, in der Pause zwei Wechsel vorzunehmen. Alfredo Morales durfte für Adam Bodzek ran, Kelvin Ofori ersetzte komischerweise Tony Pledl. Der Einsatz von Morales wirkte sofort und stabilisierte das defensive Mittelfeld umgehend. Um es vorwegzunehmen: Ofori hinterließ einen mindestens zwiespältigen Eindruck. Ein sehr böser Beobachter sprach sogar von der „Selbstzerstörung des Kelvin Ofori“. Dass im Kurzen kein Verteidigerblut fließt, wusste man schon vorher, aber man kann es sich auch als Dribbelkünstler heutzutage einfach nicht mehr aussuchen. Mit jeder einzelnen Defensivaufgabe, die dem guten Kelvin begegnete, war er heillos überfordert – den Elfmeter in der 66. Minute verschuldete er ganz allein durch diese Hilflosigkeit.

Andererseits: Ofori kann viel am Ball, ist ein echter Dribbelkünstler alter Schule, dabei aber auch immer ein bisschen zu verliebt in das Ei, sodass manches Dribbling zum Selbstzweck wir. Den Kopf nimmt er viel zu selten hoch und übersieht so gute Passgelegenheiten. Und wenn ihn ein Gegner beim Zweikampf auch nur streng anschaut, geht er zu Boden. Darauf werden manches Schiris reinfallen, aber andere gern mal die eine oder andere Situation als Schwalbe werten und mit Gelb belohnen. Was der gute Kelvin aber gestern bewies: Mit Dribblings und Angriffen durch die Mitte ist die Fortuna aktuell gefährlicher als mit dem guten, alten Flanken-von-außen-Rezept. Überhaupt: Nur wenn mehr in der Zentralen agiert wird, entstehen verwertbare Standards; dazu gleich mehr.

0:1 – ein viel zu einfaches Tor

Das 1:0 für Darmstadt in der 50. fiel auf viel zu einfache Weise. Ein Darmstädter lässt Prib im Mittelfeld aussteigen und flankt steil in die Flo’sche Box. Christoph Klarer steht hinter und nicht vor dem kommenden Torschützen, der aus spitzem Winkel einnetzt. Zwei individuelle Fehler, ein leichter und ein schwerer, kreieren diesen Treffer. Und das in einer Phase, wo dank Appelkamps Übersicht, Pribs Durchsetzungskraft, Oforis Dribbelkünste und Karamans Körpereinsatz so etwas wie ein Offensivspiel auf Seiten der Fortuna entstanden war. Nur gut, dass jetzt mehr durch die Mitte gespielt wurde und es in der 54. Minute einen Freistoß aus 18 Metern Entfernung gab. Rouwen Hennings linke Killerquante bombte die Kugel ins rechte obere Eck – Ausgleich! Ja, genau dafür ist er immer gut, der Rouwen; wenn er im Spiel nichts Verwertbares kriegt, müssen es eben Standards sein.

In der 65. Minute legt Ofori einen Darmstädter im eigenen Sechzehner – Strafstoß, keine Frage. Unser Kastenmeister (Worterfindung eines F95-Kumpels, der nicht genannt werden möchte) hat keine Chance, wird perfekt ausgeguckt und muss das Leder nach dem 1:2 aus den Maschen pfriemeln. Was denkt, was fühlt man in einer solchen Situation als Mensch, dem die Liebe zur Fortuna in die Gene gelasert wurde? Entweder man übt sich im typischen Düsseldorfer Zweckpessimismus („Wird eh nix“) oder man entwickelt den sturen Glauben daran, dass UNSE JUNGS das Ding noch biegen können. Ehrlich gesagt: Ihr Ergebener, der fröhliche Realist, hatte nach dieser erneuten Führung kaum noch Hoffnung. Und wenn, dann höchstens auf ein Remis. Die Variante, dass die Gäste die roten noch ein paar Mal auskontern und weitere zwei, drei Hütten machen, lag gefühlt näher. Zumal es in den folgenden zehn Minuten aussah, als habe die Truppe erneut(!) den Widerstand eingestellt, so unbehelligt kombinierten sich die Darmstädter ein ums andere Mal nach vorne.

Warten auf das schräge Ei

Nur ein schräges Ei konnte daran noch was ändern. Und das kam in der 77. Minute in Form einer Flanke von Zimmermann, die durch einen Verteidiger abgefälscht einen eigenartigen Drall bekam, fast im Fünfmeterraum vorm langen Kenan auftitschte, sodass er das Ding rückwärts über den Tormann hinweg ins Gehäuse köpfen konnte: Ausgleich zum 2:2! Dieses Tor steht stellvertretend für den Faktor, der die beiden Teams am meisten unterschied und letztlich für das Ergebnis sorgte: Ein toller Keeper bei der Fortuna, ein schwacher Torwart bei Darmstadt. Sofort danach kam Dawid Kownacki für Eddie Prib, eine mutige Entscheidung, die klarstellte: Wir wollen gewinnen! Der Wechsel von Appelkamp auf Piotrowski in der 84. Minute war nicht ungeschickt, denn ohne ganz auf ein kreatives Mittelfeld zu verzichten, kam mehr Körper in die Defensive.

So richtig zwingende Aktionen gab es aber nicht. Dafür entstand in der 89. Minute ein Getümmel im Darmstädter Strafraum mit einem hin und her prallenden Ball, sich bewegenden Latschen und einem orientierungslosen Tormann. Das Ding landet schließlich bei Kownacki, der tut, was ein Stürmer tun muss – einnetzen! Die schwankende Diva führt plötzlich mit 3:2, und es werden vier Nachspielminuten befohlen. In denen geht es ein wenig hin und her, ohne dass zwingende Situation entstehen. Dann ist Schluss. Uwe Rösler hopst mit Kampffaust über den Rasen und adressiert dabei mehrfach und eindeutig die VIP-Sitzreihe mit Vorstand und Aufsichtsrat als wolle er sagen: Sehr ihr, es geht. Aber nach einem dicken Dankeschön für den Vertrauensbeweis vom Dienstag sah es nicht aus.

Populismusversuche in der Trainerfrage

Natürlich werden jetzt wieder die üblichen Verdächtigen in ihren Gazetten vom Rettungsspiel für den Trainer faseln – möglicherweise dieselben Schreiber, die unter der Woche diese widerliche Leserumfrage gestartet haben, bei der die Fans gefragt wurden, ob Rösler abgeschossen werden soll. Populismus ist, wenn man dem Volk was zum Abstimmen gibt, von dem man vorher schon weiß, wie es darüber denkt. Diese eklige Umfrage dann auch noch damit zu rechtfertigen, dass man ja dank Geisterspielen die Fans nicht vor Ort fragen bzw. deren Reaktionen auf den Rängen nicht auswerten könne, ist perfide. Auch ohne solche Aktionen bleibt die Frage danach, ob Uwe Rösler wirklich der richtige Trainer für diese Truppe und diese Liga ist, selbstverständlich am Leben. Selbst der wütendste Wutfan sollte aber mal versuchen, mit kühlem Herzen und klaren Verstand an diese Frage zu gehen.

Das Schlusswort aber gehört einem ausländischen Journalistenkollegen, mit dem Ihr wahnwitzig Ergebener nach Spielende mit dem Aufzug abwärts fuhr. Der Mann war sichtbar durchgefroren und antwortete auf die blöde Bemerkung „War kalt, was?“ mit dem schönen und wahren Satz „Ohne Zuschauer ist es immer kalt.“ Nein, ein Beobachter, der sich diese feuchtkalten Geisterspiele in der Arena antun muss, ist nicht zu beneiden, wirklich nicht.

10 Kommentare

  1. In diesem Falle ganz einfach:

    1. Jawoll: Kastenmeister – Schuhen 3:2
    2. Kownacki stur ins Zentum, der trifft mindestens so sicher wie Hennings
    3. Bodzek in Fortuna II pensionieren
    4. Prib und Appelkamp – das wird was
    5. Mit Koutris in Karlsruhe weiter nach oben,
    dann:
    6. Abstieg kein Thema !

      • Nein, Bodzek ist nicht der Schuldige, ist aber nicht in der Lage die Mannschaft zu führen. Das liegt zum Einen an seinen „begrenzten“ Fähigkeiten und zum Anderen an seiner aktuellen, grottenschlechten Form. Ein weiterer Grund dafür, dass er es im Moment nicht packt ist die Tatsache, dass Rösler ihn falsch einschätzt. Bodzek war immer nur Zerstörer und hatte mit einem sinnvollen, ruhigen Spielaufbau nie etwas am Hut. Balleroberung und dann den Ball an einen Kreativen abgeben ist eher sein Ding, genau wie bei Sobotka. Dass war mal unser Kevin, der sich nicht ohne Grund die Pille immer von hinten geholt hat. Da ist jetzt aber im Moment keiner mehr der das macht. Alle warten nur fast stehend auf ein Zuspiel. Unser Spiel ist viel zu statisch und wenn keiner in der Lage ist, mal ein bis zwei Gegenspieler auszutanzen, geht nach vorne nix. Man vermisst sogar die Dinge, die man schon als Jugendspieler lernt, wie z.B. mal einen Doppelpass zu spielen. Das ist definitiv keine „Mannschaft“, die da auf dem Platz steht!

  2. Ich bin hin- und hergerissen.
    Ja, 3 weitere Punkte
    Nein, wieder ohne erkennbares System
    Ja, die Spieler müssen sich einspielen
    Nein, es sind keine Weiterentwicklungen von einzelnen Spielern erkennbar (die bereits seit Jan. da sind)

    Auffällig ist, dass der Slogan „Einfach nur Fußball“, nicht mehr in den Medien auftaucht.
    Zufall ? Mit Fußball hatte das gegen Darmstadt nichts zu tun.
    Ich kann mir gar ausmalen wie viele Tore die schießen, wenn die mal gut und überzeugend spielen 🙂

    95olé (mit welchem Trainer auch immer)

  3. Deltaflake am

    Dass unsere Fortuna das gewonnen hat, hat eigentlich nur zwei Gründe: unser Torwart und unglaubliches Glück! Wer kann sich das ausdenken, dass der Ball beim zweiten und beim dritten Tor genau so abgelenkt wird!?
    Die TD-Analyse bringt wieder super auf den Punkt, wo es taktisch schief gelaufen ist (war überigens wenig später auch genauso in der RP zu lesen ;-). Das Ergebnis ist eigentlich ein völliges Versagen des Trainers. Warum dann der Verfasser aber wieder die „Trainer-Raus-Rufer“ so vehement basht ist für mich nicht logisch!

    • Mittlerweile beschleicht mich auch das Gefühl, dass das mit Herrn Rösler nichts mehr gibt. Hab die ganze Zeit gedacht, wenn mal der ein oder andere Spieler zurück ist, wird’s besser. Glaube da aber nicht mehr wirklich dran. Tut mir für den Trailer leid, aber man sieht leider keine Entwicklung. Mannschaftsteile die mal funktionieren, werden wieder verändert (warum musste Hoffmann gegen Bochum zwischen Denso und Kleber spielen?) bzw. warum muss es unbedingt eine Dreierkette sein, wenn mal etwas funktioniert. Ich verstehe den Zwang mit Dreierkette zu spielen nicht, zumal wir rechts eh keinen Spieler haben, der das kann und links hätten wir Koutris als einzigen Spieler der tatsächlich die ganze Seite beackern kann. Irgendwie alles recht seltsam. Da passen die Verpflichtungen irgendwie nicht wirklich ins gewünschte System….

  4. MagierTom am

    Wir fassen zusammen …. mit Fußball hat das ganze (weiterhin) nichts zu tun … wahrscheinlich würde selbst der eingefleischte Fortuna Fan nicht mehr hin gehen … denn ein bisschen Fußball darf es schon sein. Bei Gegnern die auf dem selben Niveau wie wir sind (außer Form) haben wir weiterhin eine Chance auf Punkte, bei Heimspielen sogar auf Siege. Gegen formstarke Mannschaften wie z. Bsp. Bochum, etc. haben wir derzeit keine Chance. Kommen wir zurück, zum Thema „Schuldigen“ …. die Aufstellungen, das ganze System (nicht erkennbar) wie wir Fußball spielen (Fehlpassquote) liegt dann ja an Spielern, Mannschaft und Trainer Team. Ich persönlich glaube allerdings das wir gute Einzelspieler haben (für die 2. Liga), mit Ausnahme der LV Position, die wir seit Jahren nicht in den Griff bekommen, mit dem schwachen Gießelmann jetzt mit dem noch schlechteren Hartherz (das wird mit Koutris ab Januar bestimmt besser). Im Mittelfeld (meist mit unseren Zerstörern zu spielen) wie Adam Bodzek, Morales, Sobottka …. naja da weiß man eigentlich seit Jahren, dass hier die Fußballerischen Fähigkeiten sehr begrenzt sind (den Adam kann ich nicht mehr sehen …. und wir sollten doch an die Zukunft denken??? oder lieber erst ein Neuaufbau in Liga 3). Also kommt von der 6er Position schon mal nicht viel gutes zum Aufbauspiel. Im zentralen Mittelfeld haben wir dafür viele gute Optionen mit Appelkamp, Piotrowski (den ich übrigens immer Adam vorziehen würde), Prib und sogar Ofori (im Zentrum und dann auch weitestgehend befreit von Abwehrarbeit). Auf dem Aussenpositionen haben wir dann wieder Probleme, keinen wirklich schnellen Spieler, der im eins gegen eins wirklich mal was Gefährlichkeit entwickelt (ich sag nur mal Erik Thommy). Hier die ganzen Versuche mit Zimmer, Pledl, Ofori, Appelkamp, etc. das passt links und rechts nicht. Und dafür ist doch wohl ein Trainer Team zuständig und hatte hier die letzten Wochen trotzdem genügend Zeit, das auf eine bessere Spielstruktur und ein System aufzubauen. Das Trainergespann Rösler, Kleine, Bellinghausen ist hier verantwortlich.

  5. Rainer Bartel am

    Ihr sehr Ergebener ist erheblich angetan vom Niveau der Diskussion zum Spiel hier! Einige Hinweise werden sicher in die nächsten Analysen einfließen.

  6. René H. am

    Um mal von dieser Trainerdiskussion abzulenken:
    Ich habe unseren Torwart auf Grund seiner Leistungen übrigens in Katzenmaier umgetauft.

    🙂

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