Analyse · Zunächst: Der Ergebene bittet alle Leser:innen je nach ihrer Religion oder Weltauffassung für Andre Hoffmann zu beten, eine Kerze aufzustellen oder einfach positiv an ihn zu denken. Denn was der üble Zusammenstoß schlimmstenfalls bei ihm bewirkt haben kann, ist schrecklich. Dabei handelte es sich um einen Unfall im wahrsten Sinne des Wortes; niemanden trifft eine Schuld. Nach dem Spiel übten sich die üblichen Verdächtigen wieder im Schlechtreden: Auf den Trainer wurde eingedroschen, auf die Spieler, auf Uwe Klein natürlich, und inzwischen dehnt sich die Wut auch auf Klaus Allofs und Thomas Röttgermann aus. Unser Cheftrainer Christian Preußer konnte sich in der Pressekonferenz dagegen ein Schönreden nicht verkneifen und meinte sein Team habe „ein tolles Heimspiel“ gemacht. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte und lässt sich nur filetieren, wenn man die persönlichen Interessen weitgehend ausschließt. Dann könnte die Kurzanalyse lauten: Fortuna hat eine sehr starke erste halbe Stunde und bis zur Pause alles unter Kontrolle. Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Roten mehr Chancen, gerieten aber immer mehr unter Druck. Nach dem Doppelwechsel in der 89. Minute ging die Struktur flöten, die Konzentration ließ nach, sodass Hannover der Ausgleich gelang. [Lesezeit ca. 8 min]

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Irgendwie muss man als Fan einfach mal davon loskommen, nach Misserfolgen immer nur nach Schuldigen zu suchen. Zielführender wäre es, nach den Gründen zu suchen; Trainer und Spieler sind keine Gründe, sondern Menschen, die versuchen ihr Bestes zu geben, was ihnen nicht immer gelingt. Nun hat Christian Preußer zugegeben, dass ihn die Leistungsschwankungen von Spiel zu Spiel ratlos machen, er also keine bissfesten Gründe dafür findet. Wie will er dann die Leistungsschwankung WÄHREND einer Partie erklären, denn die konnte jeder wache Beobachter gestern konstatieren. Dabei hatte alles richtig gut angefangen. Die Fortuna zog mit der ersten Ballübernahme gleich los und setzte den Gegner massiv unter Druck. Felix Klaus holt in der 5. Minute eine Ecke heraus. H96-Verteidiger Krajnc verliert die Kontrolle, Chris Klarer steigt hoch und köpft perfekt ein.

F95 vs Hannover: Uwe Klein erklärt die Welt (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Uwe Klein erklärt die Welt (Screenshot Sky)

Wer jetzt dachte, es würde so weitergehen, kennt die Fortuna nicht, insbesondere die Fortuna 2021/22. Nicht dass das Team einen Gang heruntergeschaltet hätte, aber der Schwung der ersten Minuten ließ bis zur 30. Minute kontinuierlich nach – unerklärbar. Denn eigentlich war die Startaufstellung so beschaffen, dass weiter Druck hätte gemacht werden können. Ein bisschen überraschend hatte Preußer Khaled Narey auf Linksaußen gestellt, während Felix Klaus die rechte Seite zu beackern hatte. Dies offensichtlich als Ergebnis ausführlicher Videoanalysen der hannöverschen Spielerei. Weil Klaus einen Bombentag hatte, klappte das auch ganz gut. Wobei: Das Zusammenspiel zwischen Zimbo Zimmermann und dem Felix funktionierte ganz gut, weil sie schon öfter so kooperiert haben.

F95 vs Hannover: Die Roten begrüßen das Fanvolk (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Die Roten begrüßen das Fanvolk (Screenshot Sky)

Auf der anderen Seite ließ sich dagegen weniger Harmonie zwischen Flo Hartherz und Narey feststellen, also diese typischen Laufwege hinter die gegnerische Linie mit Doppelpässen und allem, was dazugehört. Was nicht heißen soll, dass Hartherz oder Narey nicht gut gewesen wären. Im Gegenteil: Je öfter Flo in der Startelf steht, desto sicherer wird er, desto klarer seine Spielweise. Und Narey war wieder die Vitaminbombe im Sturm – den kann ein Trainer hinstellen, wo er will, Khaled wird immer liefern. Wobei er auf der linken Außenbahn postiert deutlich öfter ins Zentrum zog als sonst und dann mit Shinta Appelkamp ein Spielmacherduo bildete.

Ehrlich gesagt: Die Hannoveraner waren über den größten Teil der ersten 45 Minuten genau so schlecht wie vor anderthalb Wochen im Pokalspiel. Natürlich zeigten sich die Fortunen überzeugend in der Balleroberung und dem Abgreifen zweiter Bälle, aber die Gäste ließen riesige Räume und waren am Ball weitgehend unsicher. Dementsprechend fielen auch die statistischen Werte zur Halbzeit aus, die F95 über 60 Prozent gewonnenen Zweikämpfe attestierten. Die Passquote war mit 75 Prozent wieder mies und besserte sich auch bis zum Ende nicht. Dass unsere Jungs kontinuierlich nachließen und so die Hannoveraner starkmachten, zeigt sich an der Zweikampfquote, denn am Ende hatte dabei H96 mit 51 Prozent die Oberhand.

F95 vs Hannover: Anweisungen an der Seitenlinie (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Anweisungen an der Seitenlinie (Screenshot Sky)

Gerade aus der wirklich sicht- und fühlbaren Überlegenheit hätten die Burschen in Rot in der ersten halben Stunde zwingend ein weiteres Tor machen müssen. Gelegenheiten gab es genug – zum Beispiel als Cello Sobottka in der 17. Minute ein Ei über den Kasten legte. Und dann in der 47. Minute nach einer weichen Bogenflanke von Hartherz auf den langen Pfosten, wo sich Rouwen Hennings und Felix Klaus ein bisschen im Weg stehen. Apropos Hennings: Unserem Knipser hätte man gestern sehr, sehr eine Bude gewünscht, so wie der geackert hat, so wie der immer wieder goldrichtig im Sechzehner stand. Aber der gute Rouwen hatte eine Menge Pech; laut Strichliste wurden insgesamt sechs Schussversuche im Strafraum abgeblockt – normalerweise geht einer davon rein.

F95 vs Hannover: Andre Hoffmann schwer verletzt - wir sind bei ihm (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Andre Hoffmann schwer verletzt – wir sind bei ihm (Screenshot Sky)

Warum aber kamen die Hannoveraner ab der 30. Minute so auf? Einer der Gründe war vermutlich, dass nach der schlimmen Verletzung von Andre Hoffmann und einigen kleineren Unterbrechungen etwas ab Minute 25 der Rhythmus bei der Fortuna raus war. Kann passieren, muss aber von der Linie aus gesehen werden, und die Coaches müssen darauf reagieren. Tatsächlich rief Preußer zwischen der ersten Verletzungsunterbrechung und der 25. Minute gleich vier Mal das halbe Team an die Bank, um Anweisungen zu erteilen. Irgendeine taktische Änderung war aber danach nicht zu beobachten. Der Ergebene hatte in der Phase so einen unterschwelligen Wunsch, Käpt’n Bodze möge das Heft in die Hand nehmen und für neuen Schwung sorgen. Tat er aber nicht. Das ist auch immer ein bisschen enttäuschend, dass der nominelle „Leader“ aktuell ein gutes Spiel nach dem anderen hinlegt, aber seinen Haufen nicht mitreißen kann.

F95 vs Hannover: 57. Minute - War das ein Handspiel? (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: 57. Minute – War das ein Handspiel? (Screenshot Sky)

Übrigens: Natürlich gab es keinen Grund vor der Pause Personalwechsel vorzunehmen, denn keiner der Jungs zeigte Schwächen oder hing durch. Besonders auffällig, dass der für Andre Hoffmann eingewechselte Tim Oberdorf sich nahtlos einfügte und wieder eine starke Leistung bot, die ihn auch weiterhin für die Startelf empfiehlt. Zumal das Duett von ihm mit Chris Klarer optimal funktioniert. Der einzige Akteur, der im Vergleich ein bisschen hinterherhinkte, war Cello Sobottka, der aber auch zwischen Bodzek hinter und Appelkamp vor sich eine schwierige Position zu spielen hatte.

Und weiter: Hanoi kam taktisch stark verändert aus der Pause, es roch nach verstärkter Defensive mit gezieltem Konterspiel. Also sah die Fortuna bis zur 60. Minute wieder erheblich überlegen aus. So hätte Narey in der 55. Minute gut und gern das 2:0 erzielen können, wenn nicht sogar müssen. Als Zuschauer, der rote Aktien in der Sache hat, dachte Ihr Ergebener, es wäre nur eine Frage der Zeit bis zur erlösenden zweiten Bude. Vermutlich wäre ein solcher Treffer auch der Siegtreffer geworden, denn auch wenn Hannover nun ein paar Mal brandgefährlich vor Flo Kastenmeisters Kasten kam – einen Zweitorevorsprung aufzuholen, hätte denen niemand zugetraut.

F95 vs Hannover: Der blöde Ausgleich kurz vor Schluss (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Der blöde Ausgleich kurz vor Schluss (Screenshot Sky)

Bis zur 71. Minute ging das immer so weiter. F95 versuchte den Hanoi-Panzer zu knacken, kam zu Chancen, die aber zu selten zwingend genug waren (außerdem kam Rouwens Schusspech hinzu). Aus jedem Ballverlust machten die 96er gleich einen Konter, und vorne lungerte deren gefährlichster Angreifer ständig herum. In der 66. hätte es bei Flo geklingelt, wären Oberdorf und Klarer nicht konzertiert gegen diese Mann vorgangen. Und trotzdem: Am Ende standen 17 fortunistische Torschüsse gegen elf der Gäste, wobei die genauere Statistik mehr Chancen für Hannover listet.

F95 vs Hannover: Bodze geht, die Struktur auch (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Bodze geht, die Struktur auch (Screenshot Sky)

Was Christian Preußer geritten hat, nun ausgerechnet zwei der drei offensiv wirkungsvollsten Kicker vom Rasen zu holen, hat er mit der ihm eigenen Eloquenz in der PK selbst erklärt. Okay, bei Appelkamp könnte es was mit dieser ominösen „Belastungssteuerung“ zu tun haben, wobei der gute Shinta nicht besonders erschöpft wirkte und kurz zuvor noch einen schicken Weitschuss versucht hatte. Den Schweden als Flügelmann reinzuholen, ist nachvollziehbar, zumal dadurch Narey auf seine „natürliche“ Seite kam. Manchmal hat man das Gefühl, dass Preußer in solchen Situationen einfach zu kompliziert denkt. Mit Robert Bozenik eine zweite Spitze einzuwechseln, wo das Umschaltspiel der Gäste doch eher eine defensive Absicherung erfordert, ist schwer erklärbar.

F95 vs Hannover: Christian Preußer - man wird nicht so recht schlau aus ihm (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Christian Preußer – man wird nicht so recht schlau aus ihm (Screenshot Sky)

Annähernd absurd dann die Wechsel in 89. Minute. Es war klar, dass auch in der zweiten Halbzeit einiges nachzuspielen wäre; es ging also darum, das 1:0 unbeschadet nachhause zu bringen. Und dann holt Preußer Bodzek raus! Genau den Mann, der dem Verteidigungsverbund durchgehend Struktur verliehen hatte! Und bringt dafür mit Kuba Piotrowski einen eher nach vorn orientierten Achter, der aber auch für den Rest der Zeit nicht so recht wusste, was genau er spielen sollte. Auch Rouwen Hennings, der ja in brandigen Situationen Defensivstärken zeigt, gegen Emma Iyoha auszutauschen, war zumindest merkwürdig. Denn bis zum 1:1 in der 92. Minute durch einen Zauberschuss war nicht abzusehen, dass die Hannoveraner irgendwas aus der Arena würden mitnehmen können. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die fragwürdigen Wechsel haben nicht eins-zu-eins zum blöden Ausgleich geführt, aber sie haben das Gefahrenpotenzial erhöht.

F95 vs Hannover: VAR wegen Hand in der Schlussminute (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: VAR wegen Hand in der Schlussminute (Screenshot Sky)

Und dann waren da noch zwei mögliche Handelfmeter. Einer in der 54. Minute auf der Fortuna-Seite gegen Oberdorf, einer ganz kurz vor Schluss im hannöverschen Strafraum. Beide wurden nicht gegeben, und wenn der weitgehend sichere Schiri Kampka den einen nicht gibt, kann er den anderen auch nicht pfeifen. An beiden Szenen konnte man übrigens gut ablesen, dass die neue Handspielregel sehr viel besser funktioniert als der ganze Quatsch der letzten Jahre.

F95 vs Hannover: Die Vorstände Allofs und Röttgermann zunehmend in der Kritik (Screenshot Sky)

F95 vs Hannover: Die Vorstände Allofs und Röttgermann zunehmend in der Kritik (Screenshot Sky)

Und wieder müssen wir Liebhaber der Diva mit einer Enttäuschung klarkommen. Es macht aber keinen Sinn, deshalb die ganze Partie schlechtzureden. Nur stellt sich die Frage, wie oft der ganze Apparat mitsamt dem sogenannten „Umfeld“ solche Enttäuschungen hinnehmen wird. Schließlich steht die Saison bereits vor dem 14. Spieltag, und die Verantwortlichen sollten langsam realistisch werden. Das heißt konkret über den Rest der Spielzeit nachzudenken. Dass die Fortuna mit diesem zumindest nominell starken Kader nicht in den Abstiegsstrudel geraten wird, ist zu erwarten. Mit dem Aufstieg wird dieses Team mit diesem Trainer aber wohl auch nicht mehr eingreifen können. Selbst eine (nicht sehr wahrscheinliche) Siegesserie gegen Dynamo, Heidenheim und Darmstadt würde wohl nur für einen Platz zwischen 6 und 10 reichen. Grund genug, ab sofort doch einmal andere Systeme mit anderen Akteuren auszuprobieren – speziell mit Oberdorf, Lobinger, Iyoha und Sieben.

12 Kommentare

  1. Zuerst Gute Besserung für Andre Hoffmann.
    ich erwarte von diesem Kader und diesem Trainer einen Kampf um den Aufstieg. Daran messe ich faktisch die Leistung die das Team abruft. Das sie Platz 5 mindestens erreichen kann, hat sie letzte Saison bewiesen.
    Wenn wir jetzt anfangen taktische Systeme auszuprobieren weil wir alle gesetzten Ziele abschreiben, auch und gerade von Allofs, haben wir etwas falsch verstanden.
    Wir haben mit dem Abstieg nichts zu tun ? ich glaube das geht schneller als einem lieb ist. Hoffmann ist jetzt ausgefallen und wenn ein Spieler wie Narey mal ausfallen sollte können Dinge sich sehr schnell entwickeln.
    Diese Mannschaft braucht auch wegen der Ausfälle im Sturm und Abwehr neue Spieler. Die Neuverpflichtungen im Winter werden ausschlaggebend sein.

  2. Lieber Ergebener,
    da sehe ich doch ein paar mehr Baustellen. Zwar konnte der geneigte Zuschauer den Eindruck haben, die Einstellung würde stimmen, jedoch das letzte aus sich herausholen, sich in die Zweikämpfe zu werfen, um das 1:0 zu halten habe ich nicht gesehen. Und ab der 70 Minuten würden mehrere Offensivgänge zurück geschaltet und ich hatte wie so häufig den Eindruck, wir betteln um den Gegentreffer, den wir auch bekommen haben. Nicht durch einen Glücksschuss sondern durch viele Lücken , die die Abwehr angeboten hat. Der Gegner nahm eine dankend an. Über das Wechselungeschick des Trainers wurde schon berichtet, es wäre ein bis zweimal gut zu verkraften, wenn diese auch nachvollziehbar gewesen wären.
    Der Ergebene scheint von positiver Grundüberzeugung zu sein und sieht den Kader für bessere Platzierungen aufgestellt. Ich werde mich freuen, wenn es mir gelingt, diese Ansicht auch annehmen zu können, jedoch fehlt mir ein wenig der Glaube.

  3. Es macht mich etwas ratlos, ich kann das alles nicht wirklich einordnen. Bin kein Taktik Fuchs und kein Experte. Das den Mannschaften in unterschiedlichster Zusammensetzung und unter den unterschiedlichsten Trainern keine Linie und keine Konstanz gelingen, seit Jahren, kennen wir. Und es waren bis Röslers Entlassung immer mal Spiele dabei, auch mehrere am Stück, die begeisternd waren und Emotionen ausgelöst haben. Diese Saison bislang nicht ein komplettes Spiel irgendwas in der Art. Preusser soll ruhig weiter arbeiten, vielleicht wird das ja auf einmal was. Wer weiß. Aber die emotionslosigkeit, die mich mittlerweile ergriffen hat, find ich schon befremdlich. Das man davon ausgehen muss, daß diese Mannschaft mindestens zwei Tore schießen muss um eine Chance auf einen Sieg zu haben, besser drei, weil die sich sicher mindestens einen doofen Treffer oder nen Elfer einfangen kurz vor Schluß, und selbst dann nicht beruhigt sein zu können, ist einfach ätzend und ernüchternd. Wäre das schön, wenn man mal wieder durchgehend ein paar Spiele geniessen könnte. Übrigens, welche drei Spieler waren das gestern, die vor dem Pass zum Torschützen dem Hanoier mit Blick auf den Ball zugeschaut haben? Keiner von denen hat was gemacht, alle hatten was machen können, dann wäre dieses Tor nicht gefallen. Ein Sonntagsschuß, wie das alle nennen, war es nicht. Absolut vermeidbar.

  4. Deltaflake am

    Der Ergebene will nicht nach Schuldigen suchen, behandelt aber danach detailliert die individuellen Fehler, vor allem die des Trainers. Und dessen Wechselfehler kurz vor Schluss ziehen sich jetzt durch zu viele Spiele.
    Das war doch gestern wieder absehbar: kein weiterer Treffer trotz großer Chancen und wirklich ein Betteln nach dem Ausgleich, der dann natürlich auch kommt!
    Wenn ein solch schwacher Gegner zuhause nicht besiegt werden kann, wer dann?
    Es macht momentan einfach kein Spaß, weil es immer gleich (oder wie die Spiele davor sogar schlecht) abläuft.
    Und wenn sich denn praktisch alle einig sind, dass diese Mannschaft mit diesen Spielern wesentlich besser sein müsste, muss man schon bald personelle Konsequenzen fordern – auch wenn der Ergebene das gern zu Beginn seines Textes auschließen möchte.

  5. Ja, mag sein das die Auswechselung von Bodzek die Gefahr erhöht hat. Trotzdem haben die Spieler auf dem Platz zwei Punkte verschenkt. Es gab mehrfach Gelegenheiten zum 2:0. Besonders die Chance von Narey war eine 99%ige. Und beim 1:1 gab es in Spielzug der Hannoveraner wiederholt Möglichkeiten, den Angriff zu unterbinden und den Sonntagsschuss zum Ausgleich zu verhindern. Notfalls auch mit einer Grätsche oder einem Foul. Klar, mit Bodzek wäre das vielleicht passiert, der hätte auch gelb-rot riskiert. Aber von einem Piotrowski kann ich das auch erwarten. Alle beteiligten Fortune liefen da nur nebenher, statt einzugreifen.

    Insgesamt gesehen mal wieder verschenkte Punkte. In unserem Umfeld im Block die einhellige Meinung, wir machen den Gegner stark. Trotzdem hat die Mannschaft wenigstens eine Reaktion auf den Müll der letzten beiden Spiele gezeigt.

    Das wird also wieder eine Übergangssaison vor der Übergangssaison (viele auslaufende Verträge / Leihen). Jetzt sollte man tunlichst Verträge mit den Spielern aus der Zweiten abschließen. Wie z.B. Oberdorf. Mit was für einer Abgeklärtheit und Ruhe der verteidigt hat, als hätte er schon 100 Profispiele auf dem Buckel. Gestern wieder eine „Wand“. Wenn ich richtig informiert bin, hat er noch keinen Vertrag für die Profis. An Fortunas Stelle würde ich mich beeilen, bevor es ein anderer Verein tut. Wundern würde mich dies aber nicht.

    Was die vermasselte Verpflichtung von Krajnc angeht. Vermissen tue ich ihn nach dem gestrigen Spiel für Hannover nicht.

    Jetzt heisst es Daumen drücken für Hoffmann, dass er wieder vollkommen gesund wird. Der Zusammenprall fand direkt vor unserem Block statt, da konnte einem schon übel werden.

    Erschreckend für mich im Allgemeinen. Momentan ist die Leidenschaft weg. Und das liegt alleine an den Leistungen der Spieler. Und nicht nur in dieser Saison. Und da bin ich wieder beim Kaderplaner UK. Für mich hat das Team nicht im geringsten eine Qualität, die an die Nähe der Aufstiegsplätze denken lässt. Und ich bezweifele, dass er die Fähigkeiten hat, dies für die nächste Saison zu ändern.

  6. Monheimer am

    Das Verhaltensmuster unserer Fortuna hat sich in den letzten drei Jahren nicht geändert. Galligkeit und Intensität in ihrem Spiel über 90 Minuten zu halten. Da muss sich jeder Spieler einmal hinterfragen, ob er für unsere Fortuna Spiel für Spiel an seine persönliche Leistungsgrenze geht. Gesehen haben wir das nur gegen den HSV.

    95 ole

  7. MagierTom am

    Also das die Mannschaft jetzt mal nach 2 katastrophalen Leistungen endlich mal eine Reaktion zeigt, haben ja wohl auch alle erwartet (was die ersten 20-30 min. angeht) und das müssen wir nicht zu hoch hängen. Oberdorf hätte bereits von Anfang an in der Startelf stehen müssen, übrigens auch in Rostock, wenn es nach Leistung geht (fehlt dazu der Mut oder sieht das CP nicht)??? Keine Ahnung. Der Ergebene schreibt mir das gegen Hanoi aber auch zu schön. Bitte Aufwachen !!!! Wir sind in dieser Aufstellung, mit diesem Spielsystem überhaupt nicht in der Lage solche Spiele zu gewinnen (sicherlich gewinnen wir auch mal wieder eins). Es ist eine Mischung aus fehlender Qualität, mangelhafter Trainerentscheidungen, es fehlt aber auch am absoluten Willen, so einen Gegner nieder zu kämpfen (im Pokal und in Rostock dagegen zu halten). Jede Woche mit der mehr oder weniger selben Aufstellung (1-2 Veränderungen) aufzulaufen und mit dieser Taktik führt zu keiner Verbesserung. Warten wir es ab …. meine Wahrnehmung ist, dass wir bis zum Jahreswechsel noch die Tabellenplätze 15 und vielleicht 16 zu sehen.

    • Ich meine wir brauchen mehr Schlechtreden.

      Ich sehe die Leistung des sehr Ergebenen dieses Mal auch kritisch:
      – Ein Bombentag von Herrn Klaus – bitteschön?! Vielleicht relativ gesehen?
      – Narey war Schatten seiner selbst, nix hat geklappt; – aber der gute Junge kann und muss ja auch nicht jede Woche der Primus sein.
      – „Flo“ (!!!) wird immer besser- WAS?! Dieser biedere Alibirenner zur Grundlinie, den dort jeder Mitspieler verhungern lässt?
      – Rouwen Hennings wühlte mit dem Rücken zum Tor wie immer – m.E. wieder mal falsch eingesetzt.
      – Kein Wort mehr zum notorischen Bodzek, ischwör!
      – Eine Eins* hätte allein der überragende Oberdorf verdient (u.a. klasse Stellungsspiel!); den müsste der Kommentator mal ganz anders rühmen (vgl. Bombentag)!
      KlarerKopf auch allerbestens – natürlich!

      Der (scheidende) Trainer hat kein Händchen (oder kein Glück), auch wenn er selbst überzeugt sein sollte von „bestimmtes System“ … Seine Spieler (er) kennen es leider nicht.

  8. Es scheint doch etwas nicht zu stimmen, schließlich saßen zwei (National)Spieler auf der Tribüne, der Grund dafür natürlich reine Spekulation. Aber wenn ein Hartherz immer spielt hätte ich mich als Koutris auch beschwert. Es gibt also mit Sicherheit Unruhe und somit ein Autoritätsproblem welches nicht gut gelöst wurde. Ich möchte ja nicht behaupten, dass der Trainer uneinsichtig und mit Kritik nicht umgehen kann, aber er scheint auf jeden Fall nicht in der Lage zu sein seine Entscheidungen den Spielern verständlich zu vermitteln. Diese befinden sich in einer schlechten Lage, ihr Team verliert, ihr Marktwert sinkt, und sie können noch nicht einmal etwas dafür.

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