Manchmal ist es für ergebene Berichterstatter ratsam, ganz schnell nach Spielschluss aufzuschreiben, was so durch Hirn, Herz, Bauch und Faust geht – zum Beispiel heute. Ja, heute, keine zwei Stunden nach Abpfiff, hat ihr Ergebener ziemlich doll Lust, dem einen oder anderen Söldner mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Also nicht einfache Ohrfeigen zu verteilen, sondern so zu boxen, dass es richtig wehtut und eventuell auch bleibende Spuren hinterlässt. Denn bei der Fortuna werden diese ganzen Egoisten nix mehr lernen; eine Abreibung könnte aber bei dem einen oder anderen eine Art Lernprozess auslösen – von dem dann der nächste Club was hat. So wenig Bemühen ist zu sehen und zu spüren, dass man jede Hoffnung für den Rest der Saison jetzt getrost aufgeben kann. Und wenn die Verantwortlichen im Verein, allen voran die Aufsichtsräte und der Rumpfvorstand wirklich Mumm hätten und entscheidungsfreudig wären, würden sie dem neuen Trainer Kurz die Lizenz zum Rausschmeißen geben, Gründung einer Trainingsgruppe II inklusive. Bei so Typen wie Pohjanpalo wünscht sich Ihr Ergebener klammheimlich, dass ihm diese dauerhafte Nichtleistung seine Karriere final kaputtmacht. Denn er gehört in die erste Reihe dieser Kaputtmachertruppe.

Nein, keine Kritik am Kurzen, der heute durchaus eigenartig aufgestellt und vor allem gewechselt hat. Okay, der kennt den Bolly noch nicht so genau, da kann so eine Einwechslung schonmal passieren. Dass er aber den Herrn Jackson, der – und das war schon in der Vorbereitung zu sehen – noch lange nicht auf voller Flughöhe kickt, nicht vor sich selbst und seinen Ambitionen schützt, ist fahrlässig. Auf den ersten Blick mutig, die Wintereinkäufe in die Startelf zu setzen, wo sie es sich gemütlich machten. Der Herr Djurdjic explodierte so um die 75. herum … und verglühte wie eine zu kurz geratenes Bengalo. Wenn der Herr Mavrias auf dem Level weitermacht wie heute, wird er in die Liste der Fehleinkäufe und -leihen der letzten drei Jahre eingehen; vielleicht sogar unter den Top 5. Der arme Ihlas Bebou hatte dagegen einen mehrfach gebrauchten Tag gezogen, und man kann nur hoffen, dass er sich von diesen ganzen zusammengekauften Arschgeigen nicht langfristig runterziehen lässt. Wenn ein Herr Madlung in einer Partie positiv auffällt, dann muss es wirklich schlimm gewesen sein. So schlimm wie die brotlose Fummelei des Herrn Demirbay, der den Zweikampf mit mehreren Heideideis regelmäßig suchte … und dann den Ball verlor. Keiner hilft keinem, jeder spielt so vor sich hin. Laufwege? Ja, da war mal was im Training… Standards? Oh, da kann man prima improvisieren.

Und dabei merken sie alle nicht, dass sie mit ihrem asozialen Verhalten alles kaputtmachen, was die Fortuna ab 2004 bis in die erste Bundesliga getragen hat. Nicht mit Absicht, aber fahrlässig. Und weil sich dies leider an ein Dauerversagen der Gremium nach dem Ausscheiden von Peter Frymuth nahtlos anschließt, geht gerade viel mehr kaputt als wir Fans uns das ausmalen können. Der designierte Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer kann einem genauso leidtun wie Marco Kurz. Denn beide werden zwangsläufig in die Mühlen der Clans und Klüngel geraten, die seit 2012 an der Fortuna herumdoktern und alles, alles, alles schlechter gemacht haben.

Lizenz zum Rausschmeißen: Auf Anhieb fallen Ihrem Ergebenen sage-und-schreibe acht Akteure aus dem heutigen Kader ein, die er nie wieder mit dem glorreichen F95 auf der Brust kicken sehen möchte. Auch nicht in der Zwoten, die momentan die wahre Alternative für Menschen ist, die diese Fortuna lieben und sie siegen sehen wollen – mit Herz und Leidenschaft. Jetzt ist der Zeitpunkt, die vielen Begabten in der U23 und auch der U19 mutig an die zukünftige erste Mannschaft heranzuführen, zu unterstützen, zu fordern, aber auch zu fördern, nicht zu verbrennen, sondern ihnen vermitteln, wie schön es sein kann, mit SEINEM Verein auf Erfolgskurs zu gehen. Den Söldner ist das wurscht, die sind nur an ihrem eigenen Fortkommen interessiert. Und deshalb müssen sie so schnell wie möglich degradiert werden. Nur mit einem Neuaufbau JETZT hat die Fortuna eine Zukunft – der Nichtabstieg als Ziel verhindert den Neuaufbau und zementiert die unhaltbaren sportlichen Zustände.

Und nachdem Ihr ergebener Berichterstatter sich das von der Seele geschrieben hat, ist er wieder sanft und hat kein Bedürfnis mehr, Vereinsangestellte zu hauen; er wird sie bis zum Ende der Saison einfach ignorieren.

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5 Kommentare

  1. Meine ernste Meinung: Sollte der 2.-BL-Haufen absteigen, könnte man mit dem Stamm der U23 und einigen punktuellen Verstärkungen eine prima Drittligamannschaft aufbauen, Geld ohne Qualitätsverslust sparen und guten, engagierten Fußball sehen. Aber wie es kommen wird, ist nach alter Tradition schon klar: Man wird abgehalfterte Spieler mit überschrittenem Zenit mit Namen aus der B-Kategorie der 1. Liga einkaufen und den sofortigen Wiederaufstieg herausposaunen, und man wird bei jeder Neuverpflichtung die gleichen lippenbekenntlichen Worthülsen lesen: „Fortuna ist ein Traditionsverein und gehört in die Bundesliga.“ Bla und Blubb! Diese Truppe (und ihre Autoren!) setzen fahrlässig die gesamte sensationelle Nachwuchsarbeit der Fortuna aufs Spiel. Das NLZ hat mehr Juniorennationalspieler hervorgebracht, denn je. Die Zwote und Jugendmannschaften spielen stabil und erfolgreich in hohen bis höchste Ligen, die NLZ-Verantwortlichen und Trainer leisten hervorragende Arbeit. Hier sehe ich das wahre sich abzeichnende Desaster für den Verein!

    • Nachtrag: Der letzte Satz ist ein wenig unglücklich formuliert. Ich meinte: In der Gefährdung/Zerstörung dieser hervorragenden Arbeit sehe ich das wahre sich abzeichnende Desaster des Vereins.

  2. Santa Claus am

    So. Alles wie immer, mit dem Unterschied, dass für mich seit heute feststeht, dass Fortuna absteigen wird.

    Die Truppe wiegt sich in Sicherheit, dass alle anderen eh zu doof sind an uns vorbeizuziehen, aber der Abstieg aus der Bundesliga hat es doch gezeigt. Bis zum letzten Spieltag wie die Maus vor der Schlange…Dann ist das Jammern gross.

    Santa Claus

  3. De meier am

    Die Leistung am Samstag war noch blutleerer wie in der Hinrunde. Und die jenigen, die in diversen Interviews das Maul aufreißen spielen sich die größte Scheisse zurecht. Die faulen charakterlosen Arschlöscher machen den Verein kaputt und sollten schleunigst zum Teufel gejagt werden. Ebenso sollten die Gehaltszahlungen eingestellt werden, keine Leistung -kein Geld. Wenn ab jetzt die komplette U23 die restliche Rückrunde spielen würde, könnte es evtl. Abstieg heißen, aber dann hätten die Jungs wenigstens Herzblut gezeigt.

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