Fortuna-Punkte: Warum nicht mal wieder die Bayern schlagen?

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Am Samstag steht die Partie der glorreichen Fortuna gegen diesen FCB in der hässlichen Schlauchbootarena. Und das bringt die Gemüter der F95-Fans natürlich in Wallungen. So kreist aktuell die Parole „Macht Kovacs arbeitslos!“ durch die sozialen Medien, denn wenn der Tabellenvorletzte die Bayern dahoam schlagen würde, dann würden der Steuer- und der Zollbetrüger den Trainer unweigerlich schassen. Andere schwärmen von Lumpis Führungstor am 9. März 2013 zum 1:2 … das am Ende dann leider doch nicht zum Punktgewinn reichte. Ältere Freunde des Flingeraner Turn- und Sportvereins schwelgen dagegen in Erinnerungen an die historischen Siege gegen den Club vom Säbener Strich. Und dann sind da noch die Pessimisten, die sagen „Wird eh nix“, und die Realisten, die überlegen, mit welchem Spielplan die Funkel-Jungs tatsächlich was in München reichen könnte.

Wer das Spiel von Leipzig bei Celtic gesehen hat und sich an den Sieg unserer Jungs gegen Hoffenheim erinnert, ist schon mal auf der richtigen Spur. Die Basistaktik lautete: halbhohes Pressing. Das geht mit einer 3er/5er-Kette nicht so gut, sodass wohl eine klassische Viererkette der richtige Ansatz sein dürfte. Da es um die Beherrschung des Mittelfeldes geht, spricht viel dafür, zwei eher defensive Kollegen als Doppelsechs dort zu platzieren. Hinzu gesellt sich ein Achter, sodass die Burschen zu dritt das Spiel in die Breite ziehen. Für die Bayern wird es dann offensiv schwer, weil die beiden Ketten gegeneinander verschoben einen Siebenerriegel ergeben, der außen kaum zu umspielen ist.

Einer der beiden Stürmer – na, das kann ja wohl nur Rouwen Hennings sein – gibt den Vorchecker, den Wühler, der so oft wie möglich das Aufbauspiel des Gegners stört. Die anderen beiden agieren als Außenstürmer; bei eigenem Angriff übernimmt einer die Rolle des Knipsers im gegnerischen Sechzehner. Ein bisschen hängt die offensive Konstellation davon ab, welche Söldner beim FCB die Innenverteidigung bilden. Auch ohne Boateng ist das der langsamste – körperlich und auch im Denken – Mannschaftsteil, was man immer merkt, wenn die Bayern dort verschieben. Das kann man – ähnlich wie beim Sieg gegen die Hertha – durch häufige Diagonalpässe und Flankenwechsel nutzen.

Insofern spricht alles dafür, vorne wieder mit Taka Usami, Dodi Lukebakio und Hennings zu starten, wobei Oliver Fink für Usami, Benito Raman für Dodi und Kenan Karaman für Hennings die potenziellen Einwechsler im Sturm darstellen – also alles wie gehabt. Leider ist der gute Marcel Sobottka noch nicht wieder fit, denn er wäre der ideale Achter für dieses Spiel. Stattdessen muss Kevin Stöger ran, der von Matthias Zimmermann und Adam Bodzek nach hinten abgesichert werden sollte, wobei olle Bodzek wieder einmal eine Art „Libero“ vor der Viererkette geben könnte. Mögliche Auswechselspieler in diesem Bereich wären dann Harvard Nielsen und Jean Zimmer. Die Abwehrreihe stellt sich so von selbst auf: Kaan Ayhan und Robin Bormuth innen, Marcin Kaminski und Nico Gießelmann außen.

Einigen Kollegen kämen Sonderrollen zu. Usami sollte zu Fernschüssen ermuntert werden, Dodi dazu, in den Strafraum zu ziehen, um sich dort elfmeterreif foulen zu lassen. Zimmermann und Hennings könnten spontan für kurze Zeit die Plätze tauschen, und auch Usami und Dodo können gelegentlich rochieren. Hat das 0:0 lange Bestand, könnte doch auf Fünferkette umgestellt werden. Denkbar wäre auch, diesen Gnabry (so er denn spielt) zeitweise in Einzelhaft zu nehmen und ihm durch körperbetontes Spiel den Spaß zu nehmen. Überhaupt sollten sich die Jungs nicht bemühen, besonders fair zu spielen, sondern bei Gelegenheit auch mal draufzukloppen. Das gilt auch für Psychospielchen. So könnte man doch mal versuchen, einen Platzverweis gegen Ribery (so er denn spielt) zu provozieren.

Wichtig wird sein (siehe Celtic vs Leipzig), permanent und konzentriert die Zweikämpfe zu suchen und im Mittelfeld auch Foulspiel zu riskieren. Je nachdem, wie langsam die FCB-Defensive agiert, können auch sehr lange Pässe auf die Außenstürmer ein gutes Rezept ergeben. In jedem Fall sollte die Truppe die Bayern durchgehend vom eigenen Sechzehner fernhalten und lieber deren Weitschüsse riskieren als Standard am Strafraumrand oder gar die üblichen Elfmeter.

Bleibt die Frage, wer die Tore für unsere geliebte Diva schießen soll. Wie gesagt: Als Kandidat für die Treffer aus größerer Entfernung kommt Usami in Frage, für Buden à la Robben ist Dodi der richtige Mann. Und wenn es zu Flanken entlang der Grundlinie kommt, kann Hennings ja mal den Fuß reinhalten.

Das alles sind Bausteine für einen Spielplan, eine taktische Grundordnung und eine mögliche Aufstellung, die es zusammen durchaus möglich machen, die doofen Bayern auch mal in der Schlauchbootarena zu schlagen. Wobei: Einen Punkt mitzunehmen, wäre auch schon schön.

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