So, einmal muss ich noch ran, dann darf der Chefred wieder. Bisschen kompliziert wird’s heute. Also: Als die schöne Fortuna letztes Jahr im Oktober ein 7:1-Desaster erlebt hat, war ich auch in Frankfurt. Genau wie dieses Jahr am Rande vom Eintracht-Block. Auf Einladung von einem alten Kampfgefährten, den ich hier mal Bembel nennen möchte. Wir kennen uns aus den Tagen der EM in Holland/Belgien. Außerdem hab ich Ingo als Experten mitgenommen, damit der mir sagt, wie das Spiel gelaufen ist.

Ingo meint: Gut gespielt, blöd verloren. Dazu gleich mehr. Bembel ist sein seinem Bike-Unfall nicht mehr gut zu Fuß, aber immer noch trinkfest. Also war ich eigentlich die ganze Zeit unterwegs um Bier für ihn ranzuschaffen. Vom Spiel hab ich nicht viel mitgekriegt. Außer dass dieser Hype um den Frankfurter Support ja wohl wieder so eine Medienkacke ist. Während der Partie sind die Zuschauer auf den Sitzplätzen genauso scheintot wie anderswo auch. Und die Kreativität der SGE-Ultras hält sich in engen Grenzen, find ich.

Es war aber auch keine besonders emotionale Geschichte, dieses Spiel. Ingo meinte: Da traf eine ziemlich müde Eintracht auf eine hellwache, konzentrierte und bis zur 75. ausgesprochen fehlerarm spielende Fortuna. Wie, fragte ich, die Frankfurter haben doch schon in der 57. Minute den Ausgleich geschossen? Schon, antwortete Ingo, aber das war nur ein Ausrutscher. Selbst Bembel, der ja das ganze Spiel unbeweglich mitgekriegt hat (im Gegensatz zu mir), sagte zwischendurch, dass die Fortuna in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft war. Das Tor vom Hennings habe ich auf einem TV über dem Bierstand gesehen. Hat mir gefallen.

Morales bärenstark, analysierte Ingo, nicht nur beim Tor. Und Bodzek, fügte er hinzu. Wird also stimmen, auch wenn Morales beim Ausgleich der Frankfurter gepennt hat – also, meine Meinung. So sah es jedenfalls auf dem TV am Bierstand aus. Für Leute, die wenig vom Fußball verstehen, dozierte Ingo, sahen die Eintrachtler dominant aus, weil sie enorm viel Ballbesitz hatten, aber weil die Fortuna so gut stand, konnten sie gerade in der ersten Halbzeit nichts draus machen – eine Chance hat er gezählt. Ich nicht, denn da war ich vermutlich gerade am Bierstand.

Bembel meinte noch nach dem Ausgleich, das Unentschieden geht in Ordnung. Zumal seine Truppe ab der 70. Minute schwer abbaute. Ingo hat einen klaren Grund für die Niederlage gefunden: Wechselfehler! Gießelmann hat toll, aber intensiv gespielt, der war platt. Den hätte Funkel rausnehmen sollen und nicht Hennings. Auch dass er Thommy, den drittbesten Fortunen auf dem Platz runtergenommen hat, war falsch. Pledl zu bringen war gut, aber vielleicht doch eher für Fink. Ich sag mal so: Wenn der Ingo das sagt…

Unglaublich, wie viel Bier der Bembel verträgt! Der war noch so fit, der wär beim Tor durch den langen Holländer beinahe aufgesprungen. Und beim Siegtreffer hatte ich ihn halb auf dem Schoß. Natürlich musste ich sofort zwei neue Bier holen, denn die vorhandenen wurden verschüttet. Wir sind dann hinterher noch in Bembels Stammkneipe gefahren, haben lecker gegessen und Äppelwoi gesoffen. Ingo hat den nicht so gut vertragen. Aber bis zum Heimspiel gegen Wolfsburg dürfte er wieder fit sein.

[Übrigens: Das Titelbild ist nicht von gestern – ihr wisst ja: Fotografieren kann ich nicht.]

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1 Kommentar

  1. Ja, dass mit den Wechseln sehe ich auch so. Erinnere mich jetzt nicht Mehrdran, ob schon 3x gewechselt worden war, als Gießelmann schon so extrem platt war. Aber man hätte ja Positionstausch mit Prell und/oder Zimmer machen können. Oder wenigsten einen wie Prell nach hinten zur Unterstützung. Beim 1:1 hätte Gießelmann den Ball auch mit der Picke über die Seitenlinie treten können, aber danach kamen bei dem Tor (und beim 1:2) weitere Fehler hinzu. Sehr ärgerlich und unverdient. In jedem Spiel bisher dicke Abwehrfehler. Dafür aber auch viel positives , schon stark, wie man den Frankfurtern zugesetzt hat. Ballbesitz ist eben nicht immer alles und nicht immer effektiv.

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