Mein Güte, ja, welche Haltung, welche Hoffnungen und Erwartungen soll man bei einem Spiel aufbringen, in dem es um nix geht? Nun ist Freiburg im Breisgau immer eine Reise wert, auch wenn der Gästefankäfig eindeutig der Genfer Menschenrechtskonvention widerspricht. Wobei diese durchgehende Sichtbeschränkung auch den schrägen Charme des Dreisamstadions ausmacht, das ja demnächst durch eine Halle à la Mainz auf dem Acker (ebenfalls à la Mainz) ersetzt werden wird. Der SCF war ja nun auch schon auf dem Sofa Nichtabsteiger geworden, und die glorreiche Fortuna konnte sich das Schielen auf den Europapokal inzwischen auch verkneifen. Also, was soll’s… Dass überhaupt sowas wie Emotionen aufkamen, lag vor allem am völlig unfähigen Schiri Welz, der bei allen wichtigen Entscheidungen daneben lag.

Seine Kumpels in den Kölner Katakomben waren entweder nicht anwesend oder zu voll des hässlichen Bieres, sodass sie nicht oder falsch eingriffen. So, du verf***ter DFB, so machst du nicht nur den Videobescheiß, sondern den Fußball als solches kaputt. Da kann dieser fesche Drees, der im ASS penetrant als “Doktor” angesprochen wurde, noch so fein parlieren – auch dieses Ding hat die oberste Korruptionsinstanz im deutschen Fußball verkackt. Nur gut, dass es in dieser Partie um nix ging – nicht mal um sowas Unscharfes wie die Ehre. Dementsprechend hilflos auch der Kommentar der Sky-Sprechpuppe, der weite Strecken seiner Moderation mit Spekulationen über gehende und bleibende Kicker beider Clubs füllte, um abschließend zu erwähnen, dass dies alles Spekulationen seien.

Man muss auch nicht die offizielle Bundesliga.de-Statistik bemühen um festzuhalten, dass unser geliebtes Geburtstagskind mit dem glücklichen Namen durchweg überlegen war. Natürlich gab es diese unerklärlichen Fehlpässe des Kevin Stöger… Klar, sagte einer, der will in Düsseldorf bleiben, der macht das extra. Das sollte dann aber auch für Andre Hoffmann und Kaan Ayhan gelten, die ein paar Mal auch Scheiße am Schuh hatten. Und weil die Saison ja die Saison der Diagonalpässe war, klappten die heute auch nicht wie gewohnt. Aber, für den SCF reichte es aus.

Auch wenn die Breisgauer einen Strafstoß geschenkt bekamen, den man überhaupt nur dann geben konnte, wenn man faustdicke Tomaten auf den Augen hatte. Zugegeben: Eine von gefühlten zwanzig TV-Perspektiven erweckte den Eindruck, Benito Raman habe den Gegner am Fuß getroffen. Hat er aber nicht, sodass die Situation nahe der Grundlinie und der Kante des Sechzehners als stinknormaler Zweikampf hätte gewertet werden müssen. So aber gab’s Elfer, und Michael Rensing, der ansonsten kaum zu tun hatte, wurde astrein verladen. Beeindruckt waren die Schützlinge des Trainerteams null. Sie zogen eben weiter ihr kombinationsstarkes Offensivspiel auf, dem die Gastgeber nichts entgegenzusetzen hatten.

Schon vor dem lachhaften Strafstoß hätte es gern 0:2 stehen können, und bis zur 30. Minute konnte man auf fortunistischer Seite mehr als doppelt so viele Torschüsse in die Strichliste eintragen wie für Freiburg. Vielleicht war das Warten auch nötig, denn der mehr als verdiente Ausgleich kam so zustande, dass Stöger einen phänomenalen langen Pass auf Dawid Kownacki schuf, den dieser nach perfekter Ballannahme und mit herausragender Schusstechnik unter die Latte drosch. Hätte nur gefehlt, dass das Ei von dort wieder zurück ins Feld gesprungen wäre.

Aber, es ging ja um nix. Dabei hätte etwas später ein ebenso feiner Pass von Markus Suttner auf Kownacki wieder zur Großchance führen können. Stattdessen häuften sich beidseitig die Härten – auch, weil der durchhängende Referee bei kaum einem Zweikampf unterschied, ob der okay ging oder nicht. Und so wurden kurz nach der Pause die Freiburger zu den Leidtragenden seiner Blindheit. Einem bereits gegelbten SCFler zeigte er erneut die Pappe, sodass dieser raus musste. Eine völlig überzogene, ja, eigentlich sogar skandalöse Entscheidung. Ein möglicher Handelfer für Rotweiß war den Unparteiischen nicht einmal eine Kontrolle wert. Weil Welz auch bei den schon erwähnten Nickeligkeiten hilflos agierte, kam es ab etwa der 65. Minute praktisch bei jeder Spielunterbrechung zu Rudeln und Debatten mit dem Schiri.

Manchmal spielt ein Platzverweis gegen den Gegner einem Team nicht in die Karte. Nachdem der SCF auf zwei massive Defensivreihen umgestellt hatte und unsere Jungs das Spiel machen mussten, wirkten sie bisweilen verwirrt. Die Angriffszüge sahen manchmal aus wie das, was die Funkel-Buben sonst nach Umschaltsituationen spielen – das Zurechtlegen des Gegners liegt dieser Truppe nicht wirklich. Trotzdem gab es genug Gelegenheiten, den Auswärtssieg einzufahren. Aber, es ging ja um nix.

Gehen wir die Kollegen trotzdem einmal durch. Auffällig gut zeigten sich vor allem Suttner und Kownacki. Stöger steigerte sich. Rouwen Hennings spielte das Rouwen-Spiel. Benito Raman war enorm fleißig, aber bisschen glücklos. Matthias Zimmermann gab wieder mal den Antreiber. Spannend wieder die Kooperation von Adam Bodzek und Andre Hoffmann, die sich auf der defensiven Mittelfeldposition abwechselten. Vollkommen unauffällig agierte Kenan Karaman. Alfredo Morales kam für Bodzek und übernahm dessen Position so ziemlich 1 zu 1. Eine Viertelstunde vor Schluss ging Kownacki für Dodi Lukebakio, der zweimal ziemlich gefährlich Richtung SCF-Tor vorstieß. Käpt’n Fink wurde mit der Einwechslung kurz vor Schluss geehrt und zog sich in der Nachspielzeit eine gelbe Karte zu.

Wie sagen die Menschen, die uns das Spiel erklären während wir zugucken, gern: Die Partie war unterhaltsam. Und das ist kein positives Urteil, besonders wenn man als Fan eines der beteiligten Teams dazu nickt. Weil es im Klartext bedeutet: Ging ja um nix.

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3 Kommentare

  1. Jou, volle Zustimmung, habe selten so entspannt ein Fortuna-Spiel angeschaut. Meine Frau fragte schon, ob ich mich nicht gut fühlen würde.
    Der Schiri war eine Katastrophe, der Videobeweis und vor allem die Auslegung von Handspiel ist nur noch lächerlich und macht den Fußball in dieser Form kaputt. An diesem Spieltag war es noch mal eine Steigerung, als wollte der Fußballgott dem DFB noch mal etwas zeigen. In Berlin klares Handspiel nicht gegeben, Hannover eines geschenkt, Freiburg ein Elfer geschenkt, Fortuna einen eindeutigen Handelfmeter nicht gegeben, ich wiederhole mich, es ist ein Lotteriespiel. Man wollte durch den Videobeweis mehr Gerechtigkeit. Erreicht hat man, dass man Fehlentscheidungen von einem Schiedsrichter auf drei bis vier Schiris verteilt hat. Die Technik hilft hier und in dieser Ausführung nicht, anders als bei der Torlinientechnik. Bei uns ging es um nichts mehr, in Berlin für Stuttgart schon noch.

    Hätte Fortuna nicht irgendwann begonnen, eine solch tolle Saison hinzulegen, würden wir aber noch über die drei lächerlichen Handspiele der Hinrunde reden. Drei Spiele hintereinander (in Frankfurt, gegen Wolfsburg und in Gladbach als Höhepunkt der Lächerlichkeit von Handelfmetern) ging F95 durch unberechtigte Handelfmeter 0:1 in Rückstand. Damals noch ein Problem für verunsicherte Spieler bei uns.

    Ich habe Zweifel, dass sich diese Schei*** nächste Saison entscheidend verbessert.

  2. Bezeichnend war, dass der arme Schiedsrichter sich das Headset immer mit dem Mittelfinger an das Ohr drückte, ein Schelm wer böses dabei denkt…
    Es scheint ja auch unter den Schiedsrichtern nicht alles Friede Freude Eierkuchen bezüglich der “Mithilfe” aus dem Kölner Keller zu sein. Solange hier nicht mehr Harmonie herrscht wird sich nichts ändern. Denn auch da geht es doch bestimmt mal wieder um Macht Einfluss und Geld. Denn auch bei den Schiedsrichtern gibt es eine Hierarchie mit all den dazu gehörenden Hahnenkämpfen, meine Pfeife ist zwar kleiner, trillert aber öfter ect.

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