Eigentlich sollte der Videobeweis für mehr Gerechtigkeit sorgen – das Gegenteil ist eingetreten.

Die gute Nachricht: Alle Mannschaften der ersten beiden Ligen haben bisher in etwa gleich oft unter falschen und teilweise absurden Schiri-Entscheidungen auf Basis eines Videobeweises gelitten. Das heißt aber im Klartext, dass im deutschen Fußball durch die Einführung des VAR NICHTS besser geworden ist. Im Gegenteil. Besonders bei den strittigen Fällen von Handspiel im Strafraum ist es in den letzten Monaten zu Eingriffen durch den Kölner Keller gekommen, die das Verständnis der Handspielregel maximal verunklärt haben. Es ist also an der Zeit, dass die Vereine die Abschaffung oder mindestens die grundlegende Reform des Videobeweises verlangen. Da könnte unsere Fortuna gut vorangehen.

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Es ist nicht nur nichts besser geworden durch die Videoschiedsrichter, sondern einiges schlechter. Vor allem für die Fans, die nun bei fast jedem Tor für die eigene Mannschaft zittern müssen. Greift sich der Unparteiische ans Ohr? Haben sich die kölschen Grottenolme eingeschaltet? Wird der Treffer überhaupt gegeben? Man traut sich kaum noch, spontan in euphorischen Jubel über eine Bude auszubrechen.

Außerdem kann kaum ein:e Fußballfreund:in noch nachvollziehen, warum sich der VAR manchmal meldet und manchmal nicht. Eigentlich sollte dies immer dann der Fall sein, wenn der Referee auf dem Platz eine offensichtliche Fehlentscheidung getroffen hat. Ob er daneben lag, entscheidet aber die Bande im Kölner Untergeschoss. Da beißt sich die Schlange in den Schwanz. Und wenn der Spieleiter dann an den Bildschirm tritt, hilft nur Warten. Dabei könnte die Sache viel transparenter sein, wenn die Beweisbilder auf die Anzeigentafel gespielt werden.

Ein bisschen anders sieht es mit der Torlinientechnik aus, die inzwischen nachweisbar zuverlässig ermittelt, ob die Pille die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat. Auch die Beurteilung von Abseitssituationen durch den Einsatz der ominösen kalibrierten Linie ist auf dem Weg der Besserung. Interessanterweise handelt es sich in beiden Fällen um Methoden ohne (Torlinientechnik) oder mit geringem (kalibrierte Linie) menschlichen Einfluss.

Kann also gut sein, dass der Videobeweis erst dann wieder sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn strittige Situationen mit Hilfe von KI-Algorithmen erkannt und beurteilt werden. Wird aber wohl noch dauern. Bis dahin sollte der Videobeweis ausgesetzt werden, denn er verlagert die Entscheidungsgewalt nur vom Platz in einen Keller und dort auf Leute, die weit genug weg sind, als dass die Fans wüssten, wo deren Autos stehen.

Es ist also an der Zeit, dass sich die Vereine gegen den Videobeweis wehren. Die Verantwortlichen der glorreichen Fortuna sollten sich in dieser Sache mal mit den Funktionären anderer Clubs absprechen, damit eine Initiative zur Abschaffung des VAR-Wesens oder deren grundsätzliche Reform entsteht. Die Fans wären sicher sehr dankbar.

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