So richtig schwierige Dinge standen nicht an; trotzdem sind nur 260 stimmberechtigte Mitglieder eine Enttäuschung.

Bericht · Ältere Vereinsmitglieder erinnern sich noch an turbulente Versammlungen in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule in den Nullerjahren. Gerade unter der Ägide des 2008 verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin ging es nicht selten hoch her. Und da waren dann auch meistens 400 oder mehr Stimmberechtigte anwesend; wohlgemerkt: in Zeiten, in den der Verein kaum 3.000 Mitglieder hatte. Seitdem ist viel Alt durch die Kehlen der F95er gelaufen. Man tagt inzwischen in der Arena, und der gesamte Ablauf ist professionell durchinszeniert. Dass aber nur 280 Menschen, davon etwas mehr als 260, die abstimmen durften, da waren, stellt einen Tiefpunkt in der Mitgliederbeteiligung dar, denn das repräsentiert lediglich ein Prozent der gesamten Mitgliederschaft. [Lesezeit ca. 2 min]

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Nun gut: Schwierige Entscheidungen und wichtige Wahlen standen nicht an. Da konnte der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Björn Borgerding die Chose in etwas mehr als zweieinhalb Stunden durchwinken. Und ob es wirklich klug ist, die maßgebliche Veranstaltung der Mitbestimmung an einem Sonntagmorgen ab 11 Uhr abzuhalten, ist auch noch zu diskutieren. So wurde abgespult, was abgespult werden muss.

Vorbereitet war die Versammlung perfekt; alle relevanten Berichte lagen bereits lange vor dem Anpfiff in elektronischer Form vor, sodass sich jede:r im Vorfeld gut informieren konnte. Die üblichen Reden hatten die richtige Länge, und wer das Material studiert hatte, wusste, was kam. Auffällig, dass alle Anwesenden um Friede, Freude und auch Eierkuchen bemüht waren. Das gilt auch für die Ultras. Bemerkenswert, dass deren Sprecher sich hochoffiziell für das Platzstürmchen vom vergangenen Freitag bei allen Beteiligten entschuldigte.

Die von Arnd Hovemann präsentierten Zahlen sind angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie erstaunlich positiv, vor allem im Vergleich zu ähnlich gelagerten Clubs der Zweiten Liga. Ob und wie man aber eventuell die Festverpflichtung von Michal Karbownik finanzieren kann, blieb offen. Sportvorstand Klaus Allofs strich das Positive an der Kaderplanung der laufenden Saison heraus – hoffentlich kommen diese Fakten auch bei den einschlägigen Nörglern an.

Bemerkenswert und viel zu wenig beachtet ist, was die CSR-Abteilung unter Paul Jäger in den letzten Jahren erreicht hat – der CSR-Report liest sich glänzend. In diesem Punkt ist die Fortuna im Ligavergleich ganz vorn mit dabei. Das rundet das insgesamt äußerst positive Bild ab, dass die Fortuna anno 2022 seinen Mitglieder, den Fans und der Öffentlichkeit zu bieten hat.

2 Kommentare

  1. Mitglieder- oder Betiebsversammlungen egal welcher Richtung die wir erleben durften sind so was von Staub trocken. Was soll ich da als Normalo? Bei F95 gibt es so viele Info und Möglichkeiten sich anders gut zu informieren oder dabei zu sein, dass die kostbare Zeit von Arbeitnehmer:innen ggf. zu kostbar ist.

  2. Die zeitliche Ansetzung ist keine Unklugheit, sondern bewusste Strategie. Wahrscheinlich wegen der von dir angesprochenen Turbulenzen in der Vergangenheit, die ich persönlich wesentlich spannendewr und kreativer finde, als diese Abwinksveranstaltung. Ich war eingeladen zur Verleihung meiner Silbernen Ehrennadel, aber mein Sohn hatte gleichzeitig ein Spiel mit dem TV Grafenberg (4:3-Sieg). War mir wichtiger. Die Nadel kommt jetzt per Post.

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