Mythos Fortuna 2003: Der schönste Vatertag aller Zeiten

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Es war an einem Donnerstag im Mai 2003, genauer gesagt am Vatertag dieses Jahres. Die Sonne brannte als wollte sie uns alle auf den folgenden heißen Sommer vorbereiten. Das ist nun 13 Jahre her. Und obwohl es sich also nun wirklich um kein rundes Jubiläum handelt, sollten die F95-Fans in aller Welt sich an jedem Vatertag an den 29.05.2013 erinnern, denn genau damals begann der unaufhaltsame Aufstieg der glorreichen Fortuna aus dem trüben Teich der Viertklassigkeit bis in die Erste Bundesliga. Der Tag stand unter dem Motto „Mythos Fortuna“. Im altehrwürdigen Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich im Schatten der Müllverbrennungsanlage sollten die Über-die-Dörfer-Kicker der Saison 1993/94 gegen das damals aktuelle Team, das die Oberliga-Saison (= 4. Liga) als achter abgeschlossen hatte, im Rahmen einer Benefizveranstaltung antreten. Die Idee stammte vom Verein Düsseldorfer Sportpresse, also den versammelten Sportjournalisten, die in dieser Zeit nicht einfach zusehen wollten, wie die Fortun zugrunde ging. Und es wurde ein grandioser Tag.

Einer den ich nie vergessen werde, obwohl er mitten in einer ziemlich schwere persönliche Zeit fiel. Auf dem Parkplatz neben dem Kunstrasenfeld fand die Dauerparty statt. Auf der Bühne trat dann schon mittags unsere Band G-Loyd auf – die hatten bereits auf der Fortuna-Saisoneröffnung 1993 gespielt und für den Mythos-Tag eigens eine F95-Version ihres Hits „We’re on the Road Again“ getextet. Um 15:00 wurde angestoßen, aber nicht nur ich bekam vom Spiel nicht mehr viel mit, weil die Hitze doch für mehr Bierzufuhr gesorgt hatte als zuträglich. Als dann später die Ötteband laut und schräg die Bühne rockte, nahm die Party ihren Verlauf.

Dass das PJS mit allen Flächen knallevoll war, muss als Verdienst vor allem meinem späteren und inzwischen ehemaligen Chef Boris Bartels von der Agentur dreimarketing angekreidet werden. Er und das Team kreativer Handwerker entwarfen und realisierten eine Kampagne, die sich gewaschen hatte – da gab es nicht nur Plakate in der Stadt, sondern professionelle Radiospots und sogar eine Kinowerbung mit allem Drum und Dran. Entsprechend groß war nicht nur der Andrang, sondern auch das Medienecho nach diesem wunderbaren Tag.
Die Pointe zum Mythos-Spiel folgte knapp ein Jahr später. Am 28.04.2004 machte die Fortuna im Spiel gegen Leverkusen II mit einem 0:0 den Abschied aus der viertklassigen Oberliga klar. Zuvor hatte die SpVgg Velbert erklärt, keine Lizenz für die Regionalliga zu beantragen, sodass uns der Aufstieg nicht zu nehmen war. Die mehr als 7.000 Zuschauer im mit Stahlrohrtribünen vergrößerten PJS feierten die Mannschaft mit benaglischen Feuern auf den Tribünen und nach dem Platzsturm auf dem Rasen (wonach damals kein Medien- und DFB-Hahn krähte…). Als ich die Treppe von den Presseplätzen auf der Haupttribüne hinunter ging, kam mir der damalige F95-Präsident, der kürzlich verstorbene Charly Meyer entgegen und sagte: „Was wir jetzt sehen, hat vor einem Jahr mit diesem Mythos-Spiel begonnen“ – er hatte sowas von Recht!

Es folgte am 10.September 2004 das ebenso legendäre erste Spiel in der neuen Arena. Vor 38.100 Zuschauern – damals der Rekord für die Regionalliga – gewann die Fortuna gegen Union Berlin mit 2:0. Dann im Mai 2008 der Beinahe-Aufstieg in die Zweite Liga, als zum letzten Spiel deutlich mehr als 10.000 F95-Fans nach Erfurt anreisten. Und dann das wundervolle Spiel gegen Werder Bremen II am 23.05.2009, das vor über 51.000 Düsseldorfern mit einem 1:0 den Aufstieg in die Liga 2 brachte…

[Zuerst erschienen in der Rainer’schen Post vom 29.05.2012 – leicht überarbeitet und an das heutige Datum angepasst]

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1 Kommentar

  1. Das war wahrlich ein ganz toller Tag. Auch mir hat dieser Fortuna wieder näher gebracht. Nachdem ich zwischen 2000 und 2002 fast gar nicht mehr ins Stadion gegangen bin und mich 02/03 lediglich ab und zu ein paar Kumpels zum Flinger Broich mitgeschleppt hatten, habe ich durch das Mythos-Spiel wieder richtig Blut geleckt und ich war von da an wieder Heim wie Auswärts treuer Dauergast.

    Mein damaliger Arbeitgeber war einer der Sponsoren der Veranstaltung, weshalb ich eines der großen Bushaltestellenplakate abstauben konnte,. Dieses ziert noch heute meine Wohnung.

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