Okay, denkt sich die SPD, gegen einen angeschlagenen Gegner zu gewinnen, ist nicht schwer – das sieht man…

Analyse · Im Fußball weiß man: Eine Mannschaft ist immer nur so stark, wie es der Gegner zulässt. Gegen eine CDU-Trümmertruppe die Bundestagswahl zu gewinnen, gelang den Spezialdemokraten trotz Scholz. Ob es in NRW gegen Christdemokraten mit einem spät eingewechselten Mittelstürmer auch so leicht wird, bleibt fraglich. Und trotzdem haben sich die Wahlwerbefuzzis der SPD nicht besonders große Mühe gegeben: Sie positionieren ihren Spitzenkandidaten (Wie hieß der noch gleich?) ebenfalls als urbanen Hipster. Und umkränzen ihn mit politisch aber sowas von voll korrekten Forderungsplakaten. [Lesezeit ca. 3 min]

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Beim Leib- und Magengroßplakat der Sozen haben die Werber eine prima Casting-Arbeit abgeliefert. Natürlich gibt es eine Person of colour, nur noch im Anschnitt eine ältere Genossin, dazu einer, der gerade seinen Master in irgendwas gemacht hat. Und, was für ein schlauer Schachzug, ein Klitschko-Lookalike! Da fühlt sich der wahlberechtigte Städter genauso wohl bei wie die wahlberechtigte Städterin, denn auch die Frauenquote ist erfüllt.

Der Kandidat trägt eine optimistische Frisur, die aber auch nicht zu cool wirkt, eine stylishe Brille und krass lässig ein kragenloses Oberteil, das sowohl ein jugendliches T-Shirt, als auch ein typischer Startup-Pulli sein könnte. Ha, da können die Grünen urban-mäßig nicht gegen anstinken! Und die old fashioned CDU gleich gar nicht. Ältere Mitbürger:innen, die mit der SPD von Willy Brandt, Herbert Wehner, Egon Bahr und dergleichen großgeworden sind und wegen denen ihre Kreuzchen bei den Halbroten gemacht haben, fragen sich dagegen: Ist das noch meine Partei? Wo bleibt der Schuss Spießertum, der doch die SPD immer ausgezeichnet hat?

Klar, Bildung fordern ist sowas von Mainstream, da kommt die SPD nicht dran vorbei (Foto: TD)

Klar, Bildung fordern ist sowas von Mainstream, da kommt die SPD nicht dran vorbei (Foto: TD)

Während Scholz & Konsorten mal eben 1 Milliarde für Rüstung durchpeitschen, fordern sie gleichzeitig bisschen was für die Bildung. So sind sie halt, die Sozen. Immerhin kommt ihr passendes Plakat nicht so dröge daher wie bei der CDU. Wieder werden die wichtigen Quoten erfüllt: 1 PoC + 1 Frau + (im Hintergrund!) 1 Bursche, der den Look eines Influencers ins Spiel bringt. Sie posieren vor einem Gebäudekomplex, der eine Schule sein könnte, aber auch ein Finanzamt – so wird der Zusammenhang hergestellt und das Wahlvolk optisch unterschwellig darauf vorbereitet, dass es von wegen dem Rüstungssondervermögen eben nicht ganz so viel Goodies für die Bildung geben wird. So sind sie halt…

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