Post vom Rainer: Liebe Jogger…

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…es spricht überhaupt nichts dagegen, dass ihr komisch angezogen im öffentlichen Raum rumrennt – so von wegen Fasson und Seligkeit. Wobei manche von euch Kerlen in diesen Geschlechtshosen noch vor wenigen Jahren wegen Exhibitionismus angezeigt worden wärt. Zumal ja auch niemand wirklich mit Größe und Form eurer Hasenpfoten konfrontiert werden will oder auch mit der Frage, wie glatt die laufende Dame untenrum denn nun rasiert ist. Geschenkt, von mir aus könntet ihr auch nackt durch die Gegend kariolen.

Mir gehen bei euch nur zwei Sachen gewaltig auf den Sack. Erstens, dass ihr euch für bessere Menschen haltet. Zweitens – und das hängt mit erstens zusammen – dass ihr im Hof- und Volksgarten sowie im Aaper und Grafenberger Wald und dem Eller Forst nie nie nie ausweicht, wenn euch Mensch, Rad oder Hund entgegenkommt.

Überlegen fühlen sich viele von euch – übrigens vor allem die Wochenendjogger, die den Rest der Woche auf dem Arsch sitzen -, weil sie glauben, sie trügen mit ihrem Dauerlauf zur „Volksgesundheit“ bei. Was ja erwiesenermaßen Quatsch ist. Wie gesund soll es denn sein, sich in den innerstädtischen Parks die Lungen so richtig mit Feinstaub und Stickoxid vollzupumpen? Außerdem weiß jeder Orthopäde, dass die meisten Einmal-die-Woche-Jogger irgendwann nach Erreichen des 55. Lebensjahrs auf dem OP-Tisch landen, weil an den malträtierten Knien herumgeschnitzt werden muss – Arthrose lässt auch grüßen. Ebenfalls geschenkt…

Aber was soll das, selbst auf schmalen Waldwegen sturheil die Spur zu halten, egal wer und wie viele euch entgegenkommen? Schlimmer noch, wenn ihr im Pulk unterwegs seid und dabei selbst-ver-ständlich die volle Breite der Strecke ausnutzt, während wir Nicht-Jogger uns ausweichend ins Unterholz zu schlagen haben. Das ist ärgerlich. Und, im Vertrauen: Das ist auch der Grund, warum ich Jogger niemals grüße – wäre eh zwecklos: Rennmenschen ignorieren alles, was nicht läuft, weil sie ja die besseren Menschen sind.

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8 Kommentare

  1. Voll und ganz auf deiner Seite , jedoch noch ein Punkt der mich an den meisten Joggern nervt . Nein nicht der geqälte , manchmal auch mitleidheischende Gesichtsausdruck unserer verspannten Hobbysportler . Vielmehr die Stöpsel im Ohr und die damit verbundene Kommunikationsunfähigkeit ist für mich das Problem . Getreu dem Motto ich geh Laufen und kapsel mich mal eben ab von der Gesellschaft. Klar muss man dann keinen Platz machen , man ist ja nicht Teil der Gesellschaft . Nein man ist Sportler . Soziales Verhalten sieht anders aus , ist mehr so anti. Aber auch dafür gibt es ja ein Wort. Fällt mir immer so auf wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre und versuche Unfälle zu vermeiden. Bilk >Kaiserswerth .
    Leuchtkleidung scheint auch grade wieder aus zu sein.Macht aber nix . Ich werde weiterhin aufpassen das ich euch nicht übern Haufen fahre .

  2. Dauerläufer am

    Was für ein kompletter Unsinn. – Artikel und erster Kommentar gehen da Hand in Hand.

    Verallgemeinerung noch und nöcher.

    Daher hier noch eine: Rainer Bartel hat gelbe Zähne, deswegen gehört er wohl zur Gruppe der Verweigerer von Zahnpflege, gepaart mit zu viel Kaffee und Nikotin. Und als Raucher geht er nicht joggen und deswegen isser dick.

    Aber er hat keine Arthrose und atmet kein Feinstaub und keine Stickoxide ein.

    Passt das so weit?

  3. Muss man das gleich so persönlich nehmen und dann auch noch den Autor so erbärmlich persönlich angehen?

    Da hat der Artikel wohl gesessen. Wer sich einen Schuh daraus macht …. 🙂

    • Rocky Raccoon am

      Das Problem sind nicht die Jogger -habe noch keine rücksichtslosen getroffen, auch nicht, wenn sie Kopfhörer aufhaben- sondern die Hundebesitzer, die ihre Hunde (heißen alle „der tut nix“) ohne Leine im Wald herumlaufen lassen.

  4. kogolastro am

    Es ist ja nicht das Joggen. Es sind auch nicht die Genitalien. Es ist die Buße. Die Menschen wollen Buße tun, weil sie ahnen, dass sie, ihre Gruppe oder ihre Gesellschaft irgendwie was falsch machen. Darum joggen sie, sehen dabei scheiße aus – und gehen, neuester Schrei: in verpackungsfreie Supermärkte zum Einkaufen. Verpackungsfrei.. Dämmerts?

  5. Wegen solcher Artikel lese ich hier immer seltener. Ich habe nach mehreren Monaten mal wieder reingesehen, weil ich etwas Interessantes über Düsseldorf lesen wollte. Schade dass sowas mit „Düsseldorf“ in Verbindung gebracht wird. Das ist nicht mein Düsseldorf.

    Gehen die Themen aus? Gibt es nichts Interessantes zu berichten über/aus Düsseldorf?

    Beim lesen des Artikels habe ich mich an den alten verbohrten Mann erinnert, der in Eller aus der vierten Etage rohe Eier auf uns geworfen hat, wenn wir auf der Straße gespielt haben und es etwas lauter wurde.

    „Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.

    • Rainer Bartel am

      Da kann man nix machen – wenn jemand nicht in der Lage ist, das Gesamte zu erfassen, sondern nur auf Basis seiner Partikularinteressen eine Auswahl trifft und danach urteilt, dann ist diese Person hier eh falsch. Und wenn dann noch mangelnde Medienkompetenz hinzukommt, dann ist es auch nicht schade drum…

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