Stinkifauli vs F95 4:0 – Oder: das Ende einer Mannschaft

5

Alles was es zum Spiel selbst zu schreiben gibt, hat Ihr sehr ergebener Berichterstatter bereits gestern auf Facebook gepostet:

Nein, diese Söldnertruppe verteidige ich nicht mehr. Es kann ja wohl nicht sein, dass keinem der 10 Spieler (den Torwart muss man ausnehmen) KEIN möglicher Fehler NICHT unterläuft. Da stimmt individuell nichts und mannschaftlich gar nichts. Das ist die schlechteste Fortuna-Mannschaft seit der Saison 2007/08.
Die Innenverteidigung hätte schon in der Regionalliga Schwierigkeiten. Schauerte versteht seine Aufgabe nicht. Koch ist der fehlerhafteste Spieler seit Laurent Guthleber. Einen Herrn Bolly möchte ich nie, nie wieder im F95-Trikot sehen. Was soll Ya Konan eigentlich spielen – ein Kopfballungeheuer?
Und so sehr Axel kämpft, fußballerisch ist sein Spiel eine Katastrophe. Und alle zusammen ziehen dann den armen Youngster Sobottka runter, während die Herren Demirbay und Sararer ihre Ego-Trips zelebrieren.
Ich hatte NOCH NIE so die Schnauze voll von einer Söldnertruppe!

Daran ist auch rund zwölf Stunden später nichts zu ändern und kaum etwas hinzuzufügen. Wer die Berichte Ihres Ergebenen regelmäßig liest, weiß, dass er niemand ist, der auch nach schlimmstmöglich vergeigten Partien Köpfe rollen sehen möchte. Auch das reflexhafte Vorschlagen irgendwelcher Trainer liegt ihm fern. Das mögen diejenigen tun, die Fortuna lieben, aber keine Ahnung vom Fußball haben und deren Reaktionen komplett wutgesteuert sind.

Die Ursache der verkorksten Saison liegt einige Jahre zurück. Genauer gesagt: Sie nahm ihren Anfang Ende Mai des Jahres 2013 nach dem Abstieg der glorreichen Fortuna aus der Ersten Bundesliga mit der sinnlosen Entlassung des Trainers Norbert Meier. Nominell verantwortlich war der damalige Sportvorstand Wolf Werner, der aber mit voller Rückendeckung des Aufsichtsrats handelte. Nicht dass es in der Zweiten Liga unbedingt mit Trainer Meier hätte weitergehen müssen, aber aus welchem Grund (einem Haufen Gerüchte) und auf welche Weise man sich vom Trainer trennte, war erbärmlich. Das müssen sich alle Herren, die seinerzeit im Aufsichtsrat saßen, vorwerfen lassen. Denn sie setzten so ein falsches Signal und handelten kopf- und konzeptlos. Dies bis zum heutigen Tag. Alles an Chaos und Misserfolg, was uns Fortuna-Fans seit dem Sommer 2013 beschert wurde, ist eine Folge von wirrem Handeln – ALLES! Deshalb wäre es nur folgerichtig, wenn ALLE Mitglieder des Aufsichtsrats, die an der Kette an Fehlentscheidungen beteiligt waren, JETZT SOFORT zurücktreten und auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung Neuwahlen für die freiwerdenden Plätze stattfinden.

Die Schuld an der aktuellen Misere, dem Vorhandensein einer reinen Söldnertruppe, von denen kaum drei, vier Insassen auch nur einen Hauch Identifikation mit der großen Fortuna aus Düsseldorf aufbringen, tragen mehrere Verantwortlich, weil die Zusammenstellung des aktuellen Kaders – inklusive des Weggebens gewisser Spieler, die sich zu hundert Prozent mit F95 identifizierten – noch unter dem geschassten Sportvorstand Helmut Schulte begann, dann vom Neutrainer Frank Kramer weiter betrieben und schließlich vom aktuellen Manager Rachid Azzouzi zu Ende gebracht wurde. Und weil viele Köche den Brei verderben, aber keiner von ihnen allein die Schuld trägt, kann niemand von den Genannten allein verantwortlich gemacht werden. Am meisten kann einem der prinzipiell sehr gute Trainer leid tun, der sich mit einer Truppe herumschlagen muss, in der es von Vollversagern nur so wimmelt und die Begabten sich zunehmend auf Ego-Trips begeben.

Man könnte den harten Weg gehen. Der bestünde darin, die Mannschaft komplett rundzuerneuern. Also so um die zehn Spieler freistellen oder in eine Trainingsgruppe 2 verklappen bzw. der U23 zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug könnte man die aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader beförderten Jungs plus zwei, drei Zukäufe zur ersten Mannschaft machen und denen klarmachen, dass sie sich in dieser Scheißsituation bewähren können, dass sie aber auch bei einem inzwischen ziemlich wahrscheinlichen Abstieg in die Dritte Liga nicht rasiert würden. Gleichzeitig müsste eine AG quer durch die Gremien und Funktionsbereiche des Vereins gebildet werden, die ein Zukunftskonzept (Fortuna 2025) erarbeitet und zum Ende der Saison 2015/16 vorlegt. Das ist deutlich wichtiger als dass schein-professionelle Suchen nach neuen Vorständen.

Fortuna, genauer: die Fortuna-Fans haben schon deutlich schlimmere Situationen erlebt. Und auch Ihr Ergebener wird durch diese Scheiße mitgehen, denn eines ist sicher: Es sind die Fans, die bleiben, nicht die Söldner und Funktionäre. In diesem Sinne: „Fortuna für immer – wir bleiben!“

Download PDF

5 Kommentare

    • bertram richartz am

      Ich erinnere mich noch als Fortuna gegen Schwarz- Weiß Essen gespielt hat. Also nicht Rot- Weiß! Das waren wunderschöne Sonntage im Essener Süden. Man sollte die Zeiten in den etwas unteren Ligen nicht schlecht machen. Ratingen ist auch eine schöne Stadt. Und vielleicht machen wir dann auch mal so einen Durchmarsch wie Darmstadt.

  1. Santa Claus am

    Weckt mich, wenn der Albtraum vorbei ist, sagte Dornröschen und schlief 1000 Jahre…
    Ich nehme Fortuna nur noch am Rande, verschwommen und fast unhörbar wahr…
    Selbst traurig kann ich nicht mehr sein…
    Santa Claus

Antworten