Gegen Aue gibt’s das zweite Heimspiel nacheinander … und hoffentlich den nächsten Heimsieg.

Analyse · Wer seit dem November 2021 auf eine Niederlage der Auer setzte, gewann die Wette … profitierte aber nicht von irgendwelchen Traumquoten. Die ehemalige BSG Wismut hat in dieser Saison ein ernsthaftes Problem und steht mit nur 15 Punkten auf dem vorletzten Platz. Das Unentschieden auf St. Paul vor vier Wochen kam da einer Sensation gleich. Mit 19 Treffern haben sie die zweitwenigsten Treffer erzielt, mit 42 Buden die meisten kassiert. Der Rest vom Elend drückt sich ebenfalls statistisch aus, denn der FC Erzgebirge liegt in jedem einzelnen Wert unter dem Ligadurchschnitt. Klare Sache für Fortuna, also? Vor allem nach der guten Leistung der Roten gegen Schalke vor einer Woche? Wo die Gefahren lauern, zeigt am besten eine Analyse des Auer Remis gegen Pauli. [Lesezeit ca. 4 min]

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Den Führungstreffer erzielten die Veilchen aus einem Konter heraus – und zwar einen über die linke Seite. Das zweite Tor kam nach einem für dieses Team außergewöhnlich schönen Spielzug zustande. Ihr ewiger Keeper Männel hatte einen herausragenden Tag und hielt, was zu halten war. Es roch nach einem, dem ersten Auswärtssieg, aber dann fingen sich die Kicker aus dem Schacht in der 93. Minute durch einen feinen Lupfer den Todesstoß. Dass sie halbwegs ungeschoren davonkamen, lag vor allem an der nicht nachlassenden Konzentration in der Defensive, ein diszipliniertes Stellungsspiel und eben den an diesem Tag tollen Tormann.

Der Spielplan

Die Karten könnten kaum unterschiedlicher gemischt und verteilt sein im Vergleich zum Schalke-Spiel. Da war die Fortuna eher Außenseiter, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Morgen gilt F95 als klarer Favorit, obwohl die Roten in der Tabelle nur einen Platz über Aue stehen. Das sehen die meisten Spochtrepochter so, was wiederum ein Indiz dafür ist, dass F95 in Bezug auf die Kaderqualität deutlich höher platziert sein müsste. Für die Truppe von Trainer Thioune bedeutet das aber: Sie muss das Spiel machen. Auf den ersten Blick eine Belastung, aber, seien wir ehrlich, gegen S04 haben die Burschen über weite Strecken auch schon das Spiel gemacht.

Mit anderen Worten: Einen deutlich abweichenden Spielplan müssen sich die Coaches für die Partie gegen Aue nicht ausdenken. Das ist eine gute Nachricht, weil es auch bedeutet, dass weder systemtisch, noch personell großartige Veränderungen nötig sind. Es wird darum gehen, über alle drei Kanäle die Pille in die gegnerische Box zu kriegen: über Flanken, über Steilpässe und per Standardsituationen; nicht zu vergessen Distanzschüsse.

Der Schlüssel zum Sieg wird sein, die Gäste permanent unter Druck zu halten, also angefangen vom hohen Pressing über Balleroberungen im Mittelfeld bis hin zu Ballstaffetten samt Doppelpässen. Das kann nur klappen, wenn die Jungs von Daniel Thioune durchweg wach, engagiert und konzentriert auftreten. Jede Nachlässigkeit – siehe Pauli vs Aue – kann zu einem Gegentreffer führen.

Das System und die Startaufstellung

Im Sinne des ewigen Spruchs vom Nichtverändern eines gewinnenden Teams würde euer Ergebener an der Startaufstellung nur eine Veränderung im Vergleich zur Partie gegen S04 vornehmen: Kris Peterson muss rein. Und zwar anstelle des zweiten Sechsers neben Cello Sobottka, also konkret für Kuba Piotrowski. Das macht es möglich, Shinta Appelkamp als echten Zehner in die Zentrale zu holen. Was logischerweise zu einem 4-1-3-2 führt. Und das sähe dann so aus:

So sollte das 4-1-3-2 gegen Aue aussehen

Weil Aushilfskäpt’n Cello momentan in einer klasse Form ist, würde er in diesem System beinahe als Achter agieren können. Dann würden jeweils Jordy de Wijs oder Andre Hoffmann eine Position vorrücken, sodass situativ eine Dreierkette mit einem falschen Libero entsteht und insgesamt sechs Kollegen sich offensiv betätigen können. Über die Flügel geht es links dann über Nicolas Gavory und Kris Peterson – in der Hoffnung, dass sie besser in die Harmonie kommen als beim ersten Versuch vor ein paar Wochen. Rechts beackern Zimbo Zimmermann und Khaled Narey den Flügel.

Ballverteiler werden Cello und Shinta sein, der eine eher ordnend, der andere kreativer. Vorne ackern dann Rouwen Hennings und Daniel Ginczek – sich möglichst oft im gegnerischen Sechzehner aufhaltend. Versuchen die Auer was Offensives, verdichtet Cello die letzte Reihe, während Shinta, Kris und Khaled (der das besonders gut kann) auf Balleroberung gehen.

Optionen für Einwechslungen sind sicher Robert Bozenik für Hennings oder Ginczek, Chris Klarer oder Tim Oberdorf für die Innenverteidigung, Ao Tanaka anstelle von Sobottka sowie Felix Klaus und Kuba Piotrowski.

Der Tipp:

Euer in guten wie in schlechten Zeiten Ergebener ist sich recht sicher, dass die glorreiche Fortuna morgen als Siegerin vom Platz gehen wird. Natürlich kann einem bekanntlich auch der Himmel auf den Kopf fallen, aber wenn noch mal Orkane aufkommen, wird das Dach eh geschlossen sein. Im Ernst: Diese rotweiße Truppe sollte in der Lage sein, selbst erzgebirgigen Betonmischern zwei Dinger einzuschenken, eher sogar drei. Und weil Wismut Aue im Toreschießen diese Saison ganz, ganz schlecht ist, wird Flo Kastenmeier sein erstes Shut-out seit dem 6. Spieltag erleben; damals ging es … genau, gegen Aue.

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