Analyse · Übrigens: Die Überschrift ist ein Preußer-Zitat aus der Pressekonferenz gestern. Die überhaupt in vieler Hinsicht eine der interessantesten Vor-dem-Spiel-PKs dieser Saison war. Denn unsere eloquenter Übungsleiter hat tatsächlich überzeugend dargelegt, dass nicht die jeweilige Aufstellung, die vorgenommenen Wechsel und die gewählte Systematik(en) für die Niederlagen in Hannover und Rostock waren, sondern die „Leistungsschwankungen“. Zweiter Negativfaktor bei der Partie gegen HRO war laut Preußer, dass die Mannschaft es nach dem Ausgleich nicht hinbekommen hat, das Spiel zu stabilisieren, um wenigstens ein Unentschieden mitzunehmen. Nicht gestellt wurde die Frage, welchen Anteil er mit seiner Arbeit (und der des gesamten Trainerstabs) an diesen Mängeln hat. [Lesezeit ca. 4 min]

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Gefühlte zehnmal erklärte CP, dass man – er drückt es so aus – ganz klar im Hinblick auf das sei, was zu tun ist, sei. Überhaupt verwendet er das Wort „klar“ sehr, sehr oft, führt also vor allem Psycho-Dinge an und redet wenig über Fußball. Okay, niemand erwartet, dass er den gewählten Spielplan öffentlich macht, aber Ihr Ergebener würde schonmal gern mehr über taktische Varianten hören. Nachdem Klaus Allofs unserem Jungtrainer in den letzten Tagen maximal den Rücken gestärkt hat, haben sich irgendwelche radikalen Forderungen (Trainer raus! Mehr Jungspieler rein! etc.) vorerst erledigt. Es steht nicht zu erwarten, dass Christian Preußer, Tom Kleine und die anderen am grundsätzlichen Matchplan und den bisher verwendeten Systematiken etwas verändern werden. Denn: Daran hat es ja angeblich nicht gelegen…

Der Spielplan

Heißt im Klartext: Die grundsätzliche Strategie für die Revanche gegen Hanoi wird sich nicht von der des Heimspiels gegen den KSC unterscheiden. Da hatte man den Gegner von Sekunde Null an heftig gepresst, in den ersten zehn Minuten fünf Ecken rausgeholt und im Mittelfeld Bälle dutzendweise erobert. Wie es ja in dieser Saison anscheinend eh eine gute Idee ist, die Kontrahenten durch eigenen Angriffswirbel von Kastenmeiers Tor fernzuhalten – den einen oder anderen Konzentrationsfehler leistet sich die Viererkette ja schon, unabhängig von ihrer Besetzung.

Einen interessanten Hinweis gab Preußer noch in der Pressekonferenz. Die Vorgeschichte: Sowohl im verlorenen Pokalspiel als auch auswärts in Rostock waren sich die Experten einig – der Trainer hat keinen Plan B. Hat er doch laut seiner eigenen Analyse, nur hat die Mannschaft den gegen HRO einfach nicht umgesetzt. Auch das ist ja schon einigen Auguren aufgefallen, dass sich einige Kadetten nicht oder nicht richtig an die Preußer’schen Anweisungen halten. DAS muss sich ändern. Durchsetzen müssen es die „Leader“ im Team, also die erfahreneren Kicker beziehungsweise diejenigen unter den Älteren, die eine entsprechende Autorität besitzen. Man würde sich wünschen, dass jemand wie Käpt’n Bodze der „verlängerte Arm“ des Trainers auf dem Platz wäre. Hat er bisher aber noch nicht bewiesen, dass er das ist…

Die Aufstellung

Bis auf den gestern operierten Dennis Gorka und den rotgesperrten Eddie Prib sind alle Mann an Bord – in mehr oder weniger fitter Verfassung. Bemerkenswert Emma Iyohas Auftritt am vergangenen Sonntag bei der Zwoten gegen Oberhausen, wo er zwei blitzsaubere Buden machten. Beim 5:1 vor zwei Wochen gegen Schalke II war es Tyger Lobinger, der (Achtung: Spochtrepochtersprech) „einen Doppelpack schnürte“. Muss heißen, dass sie beide im Kader sein sollten. Shinta Appelkamp war nun wieder im Volltraining; in der Startelf wird er wohl eher nicht stehen. Ihr über alle Maßen ergebene Berichterstatter würde wie gegen den KSC gern wieder Tim Oberdorf in der Innenverteidigung sehen. Ebenfalls auf der ergebenen Wunschliste steht weiter Kuba Piotrowski – einen Versuch wäre es wert, ihn gemeinsam mit Ao Tanaka das Spiel antreiben zu lassen. Was bedeuten würde, dass Bodzek eine Pause kriegt und Cello Sobottka den defensiven Sechser macht.

Und noch eine Idee: Warum nicht mal eine Doppelspitze mit Rouwen Hennings und Niklas Shipnoski, der ja in Saarbrücken Knipserqualitäten gezeigt hat, anrühren? Shippy wäre dann die hängende Spitze, auf außen begleitet vom selbst bei Niederlagen starken Khaled Narey (rechts) und Kris Peterson (links). Huch! Dann wär ja einer zu viel auf der Wiese. Ja, nein, doch, wenn man mit Viererkette spielt… Deshalb nur so zur allgemeinen Belustigung die Variante des Ergebenen, die so auf keinen Fall stattfinden wird:

Ein 3-5-2, das es gegen Hanoi sicher nicht geben wird

Zurück zur Realität, die vermutlich so aussehen wird wie gegen Karlsruhe. Sollte Shinta fit genug sein, wird er anstelle von Ao Tanaka spielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Andre Hoffmann für Tim Oberdorf Platz machen muss, ist gering. Voilà:

Das erwartbare 4-2-3-1 gegen Hannover

Eine geplante Auswechslung dürfte Shinta Appelkamp betreffen. Eine zweite vermutlich wieder Kuba Piotrowski. Wer irgendwann nach der 60. möglicherweise Hennings ersetzt, ist unklar.

Der Tipp

Oh je! Nein, der ergebene Bauch muss weiter schweigen, denn der erfühlt einen klaren Sieg für die Fortuna. Dafür wälzt sich das Hirn des Ergebenen in Zweifeln, fürchtet ein zähes Spiel und irgendein Endergebnis, das man genauso gut auswürfeln könnte. Sicher ist nur, dass eine erneute Niederlage das von den Vereinsverantwortlichen sorgsam aufgeschichtete Legohäuschen an den Rand des Einsturzes bringen könnte.

4 Kommentare

  1. Stadionbier am

    „Ein 3-5-2, das es gegen Hanoi sicher nicht geben wird“ … hmm … warum nicht? Als Vertreter ein System mal richtig gut zu üben und einzuspielen bin ich gescheitert. Scheint dann (auch) zu durchschaubar. Allein um auch einen wirklichen Plan B zu haben (unabhängig was auch immer unser Trainer als solchen bezeichnet). Dann wäre Plan B natürlich ein 4-2-3-1, falls es noch schlimmer werden sollte im 3-5-2. Und Umstellungen/Auswechslungen dann auch gerne schon zur 30. Minute, auch wenn es hart ist, nicht erst zur 60.
    Die vorgeschlagene 3-5-2 Aufstellung gefällt mir, außer Hartherz, da müsste dann schon Hoffmann hin, so wenig überzeugend sein Auftritt war. Schmuck am Nachthemd: Ich würde Piotrowski und Tanaka tauschen, der eine trägt die acht auf dem Triko, der andere sagt, er fühlt sich als 6er wohler …
    Links könnte man im Laufe des Spiels dann mal Koutris bringen, entweder für Peterson, oder der rückt nach vorne für Shipnoski … oder, oder, oder …

  2. Ich werde da sein und den Verein mit bescheidenen 2 x 35 Euro unterstützen, aber ehrlich gesagt
    bin ich so was von völlig ungespannt auf die Leistung der Mannschaft (und ihres scheidenden Trainers), dass man von Gleichgültigkeit sprechen könnte:
    Aufstellung egal, „bestimmtes“ System egal, Einwechslungen wurscht und Ergebnis im Grunde auch.
    Mit etwas Glück sitzen jedoch wieder launige Nachbarn ringsum, die einem uninspirierten, zähen Spiel mit einem Feuerwerk an sarkastischen Stoßseufzern die resignative Würze geben. Schade wirklich, dass der Gigant Edgar Prib nicht spielen darf – der liefert erfahrungsagemäß Schenkelklopfer zumindest für eine Halbzeit …

  3. MagierTom am

    Die Pressekonferenzen des Herrn Preußers kann man eigentlich jede Woche gleich per Tonträger abspielen. „Wir haben das intensiv aufgearbeitet, das Spiel analysiert und sind gut vorbereitet,
    Die Trainingswoche war gut“ Das allerbeste und das ist jetzt neu, der Verweis auf das Spiel gegen den KSC (Als hätten wir da eine überragende Leistung erbracht???) dann Formschwankungen???
    Wir haben in 13 Spielen (1 x Pokal) außer gegen die 3 letztplatzierten (und das war auch ein Gewürge und knapp) nur gegen KSC gewonnen, der Rest war sowas von FORMKONSTANT unterdurchschnittlich.
    Es kommt aber auch von den Journalisten keine einzige tiefergehende Frage oder mal ein nachbohren.
    Das Ganze ist sowas von Leidenschaftslos mit dem Trainer. 3-5-2 mit Shipnowski wäre mal ein neuer Ansatz. Um das Mal einzuordnen, Hanoi ist sowas von schlecht, das wird bestimmt Abstiegskampf pur.

  4. Vielleicht sollte sich die „Launische Diva“ bei UR entschuldigen und ihn bitten wieder zurückzukommen oder Sie spricht mit FF?

Antworten

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