Analyse · Jau, angestachelt von den einschlägigen Medien geiern wir alle jetzt nach dem ersten Heimsieg. Im Ernst: Ob die aktuelle Mannschaft der glorreichen Fortuna nun zuhause oder auswärts gewinnt, ist insgesamt wumpe. Die Sehnsucht nach drei Punkten in der Spielautomaten-Arena wird vor allem durch den Wunsch befeuert, endlich, endlich, endlich mal wieder nach Spielschluss und später in den einschlägigen Bierversorgungsstationen ordentlich abzufeiern. Natürlich beschwören Offizielle, Trainer und einige Spieler auch den motivierenden Einfluss der Heimfans, aber ob die vermutlich nicht einmal 20.000 Anwesende es morgen hinkriegen, steht in den Sternen. So gesehen ist die Partie gegen den KSC so wichtig wie jede andere vorher und alle, die da noch kommen. [Lesezeit ca. 5 min]

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Im Rahmen der Schmierölpsychologie wird nun gern angeführt, die tolle Leistung der Burschen in Hamburg in Unterzahl könnte einen mentalen Schub geben. Dabei kam diese mentale Leistung gegen den HSV für genaue Beobachter der bisherigen Saison nicht überraschend. Wenn Christian Preußer eines geschafft hat, dann aus dem Kader ein richtiges Team zu machen – Kicker, die nie oder selten mitmachen dürfen, eingeschlossen. Das ist für den sportlichen Erfolg natürlich eine wichtige Voraussetzung. Und solange kein Spieler durch ständige Nichtberücksichtigung sauergefahren wird, dürfte diese kooperative Stärke erhalten bleiben. Dies als Vorrede.

Der Spielplan

Der Karlsruher SC, der seine Heimspiele aktuell in einer Baustelle abhält, steht mit 16 Punkten gut dar in der Tabelle, ist aber ebenso wie der HSV keine Spitzenmannschaft dieser zweiten Liga. Das zeigte sich vor allem bei der 1:3-Heimniederlage gegen Pauli, wo die KSCler ein paar Minuten lang Alarm machten, aber dann offensiv harmlos wurden. Der bisher größte Erfolg der Südpfälzer in der laufenden Spielzeit war der 2:1-Sieg auf Schalke – allerdings in Überzahl. Ansonsten haben die Blauen nicht besonders viel gerissen. Und das obwohl mit Robin Bormuth und Philip Heise zwei Ex-Fortunen an Bord sind. Überhaupt haben sie nur in Philipp Hofmann einen wirklichen Brecher im leicht überalterten Ensemble.

Dieser Stürmer ist so stark, dass man ihn in Zeiten als derlei noch in war sicher in Manndeckung genommen hätte. Als Spielertyp ähnelt er dem Glatzel vom HSV und, ja, auch ein bisschen dem Terodde von S04. Den unter Kontrolle zu halten, dürfte der defensive Schlüssel Nummer 1 für einen Sieg sein. Je nach Gegner legt der KSC-Trainer ein 4-1-4-1 oder ein 4-3-2-1 auf, also immer eher ein wenig zurückhaltend formiert. Dabei setzt der besagte Coach auf Konstanz und neigt dazu, von Begegnung zu Begegnung wenig zu verändern. Auf unseren Robin B. muss er allerdings nun nach dessen Kapselverletzung im Sprunggelenk länger verzichten. Der souveräne Keeper Gersbeck muss eine Rotsperre absitzen; was vom wuchtigen Ersatzmann Kuster, einem Ösi, zu halten ist … man weiß es nicht.

Jedenfalls ist der Gegner in der Verteidigung geschwächt, und wenn die Jungs in Rot in dieser Richtung von Anfang an richtig mächtig Druck machen, könnte endlich mal eine Führung in einem Heimspiel zustandekommen, die dann auch bis zum Ende steht. Dass die Achse Zimbo-Narey wieder Dampf machen wird, davon kann man ausgehen. Ob das links mit Hartherz-Peterson auch so geht, ist fraglich. Überhaupt stellt sich die Frage, ob unter den gegebenen Umständen nicht eine Aufstellung mit zwei Spitzen geboten wäre. Dazu gleich mehr. Der Schlüssel im Offensivbereich wird aber nicht so sehr auf den Flügeln liegen, sondern eher in der Mitte, wo ein Achter für die Ballverteilung rund um den gegnerischen Sechzehner sorgen sollte.

In der Pressekonferenz zum Spiel hat Preußer allerdings den Erfolgsfaktor Nummer 1 klar bekannt: Weniger Fehler machen! Nun kann man leider keinen Matchplan basteln, der von sich aus Fehler minimiert, das ist schon Sache eines jeden einzelnen Spielers. Höchstens Mentalcoach Axel Zehe könnte da ein kleines bisschen Einfluss nehmen (siehe oben).

Die Systematik und die Aufstellung

In der besagten Pressekonferenz hat Christian Preußer durchblicken lassen, dass er möglicherweise eventuell wahrscheinlich mit einer kaum veränderten Mannschaft an den Start gehen wird. Also, ohne Eddie Prib, natürlich. Das würde bedeuten, dass es nur um den Achter geht, der das Spiel führen soll. Ihr in erstaunlichem Maße ergebener Fortunaliebhaber würde dort ja Kuba Piotrowski bevorzugen, aber wie die Dinge liegen und nach der ordentlichen Leistung in den Einsatzminuten in Hamburg wird es wohl Ao Tanaka werden. Heißt aber im Klartext auch: Dragos Nedelcu muss wieder als IV ran, links würde Flo Hartherz verteidigen, rechts Zimbo Zimmermann, der mit dem vor ihm postierten Khaled Narey eine Macht bildet. Heißt auch, dass Käpt’n Bodze und Cello Sobottka die Sechser spielen. Ganz vorne steht dann der eiserne Rouwen Hennings, auf Linksaußen versucht Kris Peterson wieder sein Bestes.

So wird vermutlich das 4-2-3-1 gegen den KSC aussehen

Nun hat der listige Kommunikationsfuchs, der alles, was er sagt, sehr sorgfältig kontrolliert (das hatten wir auf F95-Trainerstühlen schon ganz anders), namens Christian Preußer aber auf die Frage nach möglichen zwei Spitzen ziemlich ausweichend geantwortet. Was bedeutet: Jawoll, auch diese Variante könnte passieren. Und weil eine 2 ganz vorne alles ändert, hat sich der Ergebene mal den Spaß gemacht, der Startaufstellung eine Radikalkur zu verpassen:

So könnte ein wildes 4-4-2 gegen den KSC aussehen

Nein, nein, so wird es nicht kommen. Bleiben wir also bei der wahrscheinlichsten Lösung und schauen wir auf die möglichen Wechsel. Den engagierten Robert Bozenik so ab der 60. Minute neben Hennings zu stellen oder für ihn auflaufen lassen, wird passieren. Je nach Puste könnte Kuba Piotrowski zum selben Zeitpunkt Tanaka ersetzen. Sollte Nedelcu wieder einen Scheißtag haben, bietet sich Tim Oberdorf als Ersatz-IV an. Leon Koutris könnte jederzeit für Hartherz kommen. Falls einer der Außenstürmer Probleme hat, bieten sich sowohl Felix Klaus als auch Niklas Shipnoski als Vertreter an.

Der Tipp

Die Erfahrung der ersten zehn Spieltage zeigt, dass der Bauch des Ergebenen eher selten richtig liegt. Für das Spiel gegen den KSC rumpelt ihm da ein klarer Sieg – so etwas zwischen 3:1 und 4:2 – herum. Der Verstand sagt auch, dass die Karlsruher mindestens ein Tor erzielen werden. Entfachen die Rotweißen aber den erhofften Angriffswirbel, etwa so wie in Hamburg in der ersten Viertelstunde, dann dürfte es – halbwegs erträgliche Chancenverwertung vorausgesetzt – im blauen Kasten mindestens zweimal klingeln. Eine Niederlage der wunderbaren Diva können sich übrigens weder der Bauch noch das Hirn des Ergebenen vorstellen.

3 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    mich wundert in dem Bericht die Aussage, dann könnte Fortuna endlich einmal in Führung gehen. Im letzten Heimspiel gegen Paderborn ist Fortuna doch mit 2:1 in Führung gegangen. Hat nur leider auch nichts genutzt.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Aufgrund des 60.Hochzeitstags meiner Eltern muss ich dem Spiel leider körperlich fernbleiben.
    Dennoch gehe ich davon aus, dass der Karlsruher Torwart-Vertreter Bestandteil einer grundsoliden Produktion namens „Wenn’s im Kasten 3 x klingelt“ wird. Torschützen (nicht ganz überraschend): Hennings, Bozenik und Naray. Der Rest der Karlsruher Mannschaft reißt vorne mal aber so was von gar nichts, dass die Sportkameraden auch gleich in die Altstadt durchgewunken werden können. Zum Schönsaufen der verdienten Niederlage.

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