Es ist ja nicht nur das Kind, das uns Hanoi so unsympathisch macht, sondern einige Ergebnisse der Vergangenheit.

Analyse · Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei H96 war viel von der Tabellensituation die Rede. Das ist ungewöhnlich, ergibt aber für diese Partie Sinn. Denn die Hannoveraner stehen unter demselben Druck, den unsere glorreiche Fortuna nach der Heimniederlage gegen Nürnberg verspürte: Eine weitere Niederlage hätte sie vermutlich aus dem Rennen um die Top 3 geworfen. Das blüht den Gastgebern, wenn ihnen F95 einen überbrät – was wir doch alle hoffen wollen. [Lesezeit ca. 3 min]

Hannover 96 hat die wenigstens Tore unter den ersten acht Teams der Tabelle geschossen; in den letzten sechs Spielen waren es in Summe nur fünf. Das lag wohl vor allem daran, dass die als Torschützen gedachten Weydandt und der uns wohlbekannte Harvard Nielsen nicht so richtig in Form waren und auch, nachdem sie wieder Startelfeinsätze bekamen, nicht eingeschlagen haben. Es steht nicht zu befürchten, dass sich daran innerhalb der letzten Tage was geändert hat.

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Andererseits ist die Hanoi-Abwehr auch nicht aus Beton. Dafür haben sie mit dem kölschen Zieler einen ordentlichen, wenn auch inzwischen schon 33 Jahre alten Schlussmann in der Kiste. Sie spielen meistens ein flexibles 3-5-2, dessen Erfolg aber mit dem Geisteszustand des jeweiligen Zehners (meistens Nielsen) steht und fällt. Fallen tut er vor allem, wenn der jeweilige Gegner diesen Zehner unter Kontrolle bekommt, was bekanntlich die Aufgabe des defensiven Sechser ist. Das sind die Voraussetzungen.

Der Spielplan: Vorsichtig und schnell

Das Schöne am 3-5-2 ist, dass Trainer und Team es so oder so auslegen können. Man kann diese Systematik sehr defensiv (eher ein 5-3-2 dann) oder ziemlich offensiv spielen. Die Hannoveraner entscheiden das anhand ihrer Analyse des Gegners. Und da ist die Frage natürlich, wie sie die Fortuna aufgrund der letzten vier Spiele einschätzen, vermutlich offensivstark. Dementsprechend könnte man sich vorstellen, dass sie eher aufs Umschaltspiel lauern, als offensiv all-in zu gehen.

Das bedeutet aber für die Thioune’sche Truppe, dass sie einerseits tatsächlich Angriffsdruck aufbauen müssen, andererseits aber immer ein paar Augen auf die Absicherung haben müssen. Die Mannschaft muss also gleichzeitig Hase und Igel sein, vorne quick, hinten dicht. Gegenüber dem schweren Sieg gegen Pauli verlangt das keine grundsätzlichen Veränderungen, aber Tuning im Detail.

Das System und die Aufstellung: Und wieder die 3

Das betrifft weder die taktische Grundordnung, noch das Personal in besonderem Maße. Im Grunde war die Startelf vom vergangenen Samstag so polyvalent (des Ergebenen neues Lieblingswort!) wie dieser unfassbar gute Michal Karbownik. Das war ja auch geschickt eingefädelt, dass Emma Iyoha in Defensivsituationen die Dreier- zur Viererkette ergänzte und trotzdem immer, wenn es passte, vorne zu finden war. Auch die Tatsache, dass der gute Michal Narrenfreiheit genoss, kam gut. Insofern ist überhaupt nur ein Wechsel nötig: Cello Sobottka muss wieder rein, und zwar wie immer als defensiver Sechser mit Achtertendenz. Bisschen offensiver darf Jorrit Hendrix seine Position interpretieren, muss aber auch absichern, wenn es Cello mal nach vorne zieht.

Auf dieses 3-5-2 läuft es in Hannover hinaus

Die Doppelspitze aus Dawid Kownacki und Rouwen Hennings hat erstaunlich gut funktioniert, das lassen wir so. Gilt natürlich auch für Kris Peterson auf rechts. Opfer dieser Startaufstellung ist Shinta Appelkamp. Wenn aber ab einem Zeitpunkt X mehr Offensivbemühungen nötig werden, dann kommt er zusätzlich zu Karbownik rein … anstelle von Hendrix. Sicher wird es wieder einen geplanten Kurzeinsatz für Käpt’n Hoffmann geben. Auf der Bank wird Felix Klaus das zweithöchste Wechselpotenzial besitzen. Für den Verteidigernotfall sitzt Benjamin Böckle bereit. Kudschu Baah und Elo Neto ebenso. Ob Adam Bodzek, der mitfährt, reinkommt, wird von der Situation abhängen. Ist ein Vorsprung über die Zeit zu bringen, muss er ran.

Der Tipp

Der Kopf stellt sich ein ähnliches Ding wie gegen Pauli vor, setzt aber seine fünf Cent auf eine Auswärtsniederlage, eine knappe. Dass sich das Herz drei schöne Auswärtspunkte wünscht, ist eh klar. Hören wir aber mal genauer auf den Bauch, der eine Hütte für Hanoi in der Glaskugel sieht, aber drei wunderschöne Tore für die wunderhübsche Diva prophezeit.

2 Kommentare

  1. Puh, ich fand Karbownik im Zentrum nicht wirklich so gut. Ja klar, er ist jung und sein erstes Spiel dort… Aber auf außen fand ich ihn weitaus besser. Daher würde ich ihn eher dort sehen.
    Mal sehen, wie Thioune entscheiden wird 😉

  2. Leider leider hat Nielsen sein Beinchen ausstrecken können und Zieler sein wahrscheinlich bestes Spiel der letzten drei Jahre abgeliefert. Natürlich gegen uns. Na dann.

Antworten

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