Ja, klar, die Fortunen dürfen den Gegner keinen Moment unterschätzen, aber sollten schön gelassen weiterkommen.

Analyse · Halten wir uns nicht lange mit der gemeinsamen, äußerst bunten Geschichte der Fortuna und der Kickers auf, sondern schauen wir nach vorne. Wie wichtig der Pokal für altgediente Fortuna-Fans ist, dürfte bekannt sein. Und wie verletzlich die Rotweißen gerade in den letzten 20 Jahren in der ersten und zweiten Runde waren, ist auch bekannt. Am ehesten lässt sich die Pokalbegegnung mit Offenbach mit der gegen den SSV Ulm am 30. Oktober 2018 vergleichen – der größte Unterschied: In Ulm war’s saukalt. Beide Clubs treten in der Regionalliga Südwest an und belegten am Ende der vergangenen Saison den 2. und 3. Platz, wobei die Kickers die mit Abstand wenigsten Tore der Liga kassierten. [Lesezeit ca. 4 min]

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Mit dem Toreschießen hatten sie es nicht so, die Offenbacher, und den zweitbesten Torschützen haben sie ziehen lassen müssen. Zwölf Zugänge haben sie zu verzeichnen, alle kamen ablösefrei und von Vereinen aus anderen Regionalligen. Trainer war seit vergangenem Jahr Sreto Ristić, nicht verwandt oder verschwägert mit unserem Alex Ristić. Der hat die Mannschaft auch nicht weiter nach vorn gebracht, aber stabilisiert.

Weil’s beim OFC aber immer lustig zugeht, hat man erst Geschäftsführer Thomas Sobotzik und dann auch Ristić rausgeschmissen. Trotzdem starten die Kickers-Fans aus irgendeinem Grund, den sie wohl nur selbst nachvollziehen können, mit Euphorie und dem klaren Ziel in die Saison, am Ende in die dritte Liga aufzusteigen. Da dürfte der Pokal eine Nebenrolle spielen – sicher sind sie nur heiß auf die Kohle. Der neue Coach heißt Alexander Schmidt, hat im Nachwuchsbereich schon ganz gut gewirkt, war aber bisher bei den Senioren eher weniger erfolgreich; immerhin brachte er Dynamo Dresden zum Meistertitel der dritten Liga.

Der Spielplan: Die Kickers-Defensive knacken

Ristić war ein Defensivfreund, und das hat man dem Spiel der Kickers auch angesehen. Auch Schmidt legt viel Wert aufs Verteidigen und fand in Offenbach die passenden Spieler dafür vor. Es ist allerdings kaum zu erwarten, dass die Hausherren betonieren, sondern möglicherweise aus einem breiten Mittelfeld heraus per Pressing zu Kontern kommen wollen. Da müssen die F95er gut aufpassen. Ansonsten wird es darum geben, mit möglichst vielen unterschiedlichen Aktionen deren Defensive zu knacken. Also: Nicht immer nur über die Flügel, nicht immer nur durch die Mitte, nicht zu oft per Distanzschüssen, sondern variantenreich.

Auch wenn es euer Ergebener so gar nicht mit der im Fußball leider üblichen Schmierölpsychologie hat – die mentale Einstellung wird eine große Rolle spielen. Nun scheint der eingespielte Kader weder zur Hysterie, noch zur Schlampigkeit zu neigen, aber es wird nötig sein, die Konzentration dauerhaft zu halten. Man stelle sich vor, nach einem zähen 0:0 kämen die Gastgeber irgendwann in der zweiten Hälfte zum Führungstreffer, danach würde es sicher sauschwer, den folgenden Achterriegel zu knacken. Also lautet Devise 1: Keine Bude kassieren!

Devise 2 heißt folgerichtig: Den ersten Treffer erzielen! Danach dürfte der Rest nicht mehr so arg schwierig werden. Das alles, um nochmal psychologisch ranzugehen, lässt sich mit Gelassenheit bewältigen, die nur nie in Arroganz umschlagen darf. Aber das würde Daniel Thioune von der Linie aus sicher zu verhindern wissen.

System und Aufstellung: Viererkette plus starkes Mittelfeld

Machen wir es kurz: Es dürfte – zumindest zum Start auf ein 4-4-2 hinauslaufen. Thioune hat schon angekündigt, Rouwen Hennings zu schonen, sodass wohl eine Doppelspitze mit Dawid Kownacki und Daniel Ginczek beginnen wird. Shinta Appelkamp könnte einen Zehner spielen, während Cello Sobottka den einzigen Sechser gibt. Auf den Flügeln sollten Kris Peterson links und Felix Klaus rechts beginnen. Die Viererkette bestünde dann aus Andre Hoffmann und Jordy de Wijs innen sowie Nicolas Gavory auf der linken und Tim Oberdorf auf der rechten Seite. Beide Außenverteidiger könnten sich wechselweise auf bewährte Weise ins Angriffsspiel einschalten.

So dürfte das 4-4-2 in Offenbach aussehen

Interessant die Aussage von Daniel Thioune, dass er heftig daran denkt, auch Daniel Bunk einzusetzen. Da denkt man zunächst, er könne positionsgetreu für Appelkamp kommen, aber auch eine Variante mit beiden ist vorstellbar, wobei Shinta dann auf den Flügel ausweicht und Bunki seinen Part übernimmt. Niko Vucancic könnte auf der Bank als Backup für Gavory sitzen – und dann wird es angesichts des knappen Kaders auch schon eng. Sollte Kwadwo Baah mitfahren, wird er vermutlich irgendwann auch kommen, vermutlich als 1:1-Wechsel für Kris Peterson.

Der Tipp

Kopf, Herz und Bauch des Ergebenen rufen in ungewohnter Einstimmigkeit: Ja, die glorreiche Fortuna wird auf dem Bieberer Berg siegen und in die zweite Pokalrunde einziehen. Einig sind sie sich auch, dass es nicht einfach wird und ein hartes Stück Arbeit. Aber arbeiten, das können die Jungs ja, das haben sie schon bewiesen. Die drei Burschen tippen unisono auf ein 2:0 für die glorreiche Fortuna.

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