Am Sonntag in Regensburg geht’s um die Frage: Kann die Fortuna unter Trainer Thioune auch auswärts gewinnen? So sieht’s aus…

Analyse · In Kriegszeiten gibt es grundsätzlich wenig Grund zur Euphorie. Und während Russland die Ukraine überfällt, ist es nicht einfach sich Gedanken zur glorreichen Fortuna und ihrem nächsten Spiel zu machen. Hilft aber nix, Fußball geht weiter… Dabei bewegen sich Daniel Thioune und seine Burschen gerade auf einen Knotenpunkt der Saison zu: Kommen in den nächsten beiden Spielen vier oder mehr Punkte aufs Konto, dürfte der Abstiegskampf beendet sein. Dass beim Jahn ein Remis oder ein Sieg drin sind, hat nicht nur mit der steigenden Form der Rotweißen zu tun, sondern auch mit der Schwäche der Regensburger, die so furios in die Saison gestartet waren. [Lesezeit ca. 4 min]

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Außer einem 3:0 gegen Sandhausen und ein überraschendes Unentschieden im Testspiel gegen Augsburg hat der Jahn in diesem Jahr noch nichts auf die Kette, dafür aber eine Menge Buden kassiert. Der Bruchpunkt war möglicherweise das 4:1, dass die Kicker von ganz unten aus Bayern am 20. November beim HSV erlitten. Von da an ging’s bergab, und alle System- und Personalwechsel nutzten nichts. Tatsächlich hatte euer Ergebener schon anlässlich des 1:1 der Regensburger im Hinspiel prophezeit, dass die Mannschaft in der Tabelle deutlich höher stünde als es ihrer Qualität zukäme.

Denn die Truppe von Coach Mersad spielt einen furchtbar altmodischen Fußball mit vorwiegend älteren Kickern, die aber a) enorm robust und zweikampfstark sind und b) mit högdscher Disziplin agieren. Deshalb sollten sich die Freund:innen der Fortuna von den Niederlagen des Jahn in letzter Zeit nicht blenden lassen – das Team hatte auch eine Menge Pech.

Der Spielplan

Ein Schlüssel zum Spiel liegt in der Frage, welchen Anteil die Anwesenheit der Fans bei den beiden Heimsiegen in der Spielautomaten-Arena hatte. Dass die Anhänger:innen für mehr Feuer und mehr Emotion sorgten, steht außer Frage. Dass Neu-Coach Daniel Thioune mit seinen Reden über Liebe und Leidenschaft das Feuer in der Mannschaft erst entzündet hat, gilt natürlich auch. Also: Werden die Männer so weit in der Ferne auch ohne die Atmosphäre im heimischen Stadion so blendend auftreten wie zuletzt?

In der Pressekonferenz vor der Abfahrt spielte Thioune diese Frage (verständlicherweise) herunter. Und stellte klar, dass die Tatsache eines Auswärtsspiels an seiner grundsätzlichen Planung nichts ändern würde. Es ist also damit zu rechnen, dass die wunderhübsche Diva auch in Regensburg vorwiegend offensiv auftreten wird. Weil aber der unverwüstliche Hennings, der Rouwen, wegen einer mit List und Tücke gezogenen fünften Gelben fehlt, kann es keine Kopie des Spielplans vom letzten Sonntag geben. Sondern ein verfeinerte Version, bei der das Flügelspiel nicht mehr die übergroße Rolle spielen wird.

Heißt: Es muss schneller gehen und viel öfter steil. Dass sich am beeindruckenden Verhalten in Sachen Balleroberung im Mittelfeld nichts ändern darf, ist eh klar.

Das System und die Aufstellung

Fast alles spricht für ein 4-3-2-1, aber eben nur fast. Die eine Möglichkeit wäre ja, nur mit einer Spitze zu spielen, die dann vermutlich Daniel Ginczek heißt, die andere Ginczek und den jungen Robert Bozenik als Doppelspitze aufzubieten. Von dieser Entscheidung hängt alles weitere ab. Wobei die Viererkette hinten mit Zimmermann-Klarer-de Wijs-Gavory gesetzt scheint. Sollte Thioune hier etwas ändern, würde dies die gesamte restliche Statik betreffen. Spielen wir die erstgenannte Systematik einmal durch:

So könnte ein 4-3-2-1 gegen Regensburg aussehen

Die 3 in der Formation werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Shinta Appelkamp und Cello Sobottka enthalten. Soll das Spiel zentraler laufen, wären Kuba Piotrowski oder Ao Tanaka die Kandidaten. Mit Kris Peterson auf links wäre das ein Außenläufer, der gern mal in die Mitte zieht und das auch kann. Khaled Narey macht das eher nicht, kann es aber auch. So weit, so langweilig. Schauen wir uns die Alternative mit zwei Spitzen an:

Und so könnte ein 4-1-3-2 gegen Regensburg aussehen

Tja, das wäre dann wie gegen Aue mit Bozenik statt Hennings – auch gut. Radikalere Dinge sind nicht zu erwarten.

Der Tipp

Die höchste Wahrscheinlichkeit hat ein Unentschieden, mögicherweise eins mit mehr als je einem Tor. Das sagt also der Kopf des Ergebenen. Das Herz schreit nach einem grandiosen Auswärtssieg, und der Bauch brummt etwas von einem schmutzigen 2:1 für die Fortuna.

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