Analyse · Auf der Spieltags-PK gestern wurde fast nur über das beschissene Pokalaus gesprochen und wenig über das kommenden Spiel bei Aufsteiger Rostock. Dabei kam zwischen den Zeilen heraus, wen Trainer Preußer für die völlig missratene erste Halbzeit verantwortlich macht: Robert Bozenik und Ao Tanaka. Wohlgemerkt: Die beiden Burschen tragen nicht die Schuld, haben aber das ausgelöst, was letztlich zum Desaster führt. Sie haben sich einfach nicht an seine taktischen Vorgaben gehalten, könnte man sagen. Und das hat dazu geführt, dass die taktische Grundordnung (die „Systematik“ würde Preußer sagen…) langsam zerbröckelte. Einer der es merkte, war Käpt’n Bodze, der seinen Trainer während der Partie darauf aufmerksam machte. Was wiederum dazu führte, dass Preußer in den ersten 45 Minuten zweimal Bozenik zur Diskussion an die Linie zitierte. Das bedeutet für jedes weitere Ligaspiel und besonders für das kommende in Rostock, dass vom Team – wie Jogi Löw es ausdrücken würde – högschde Disziplin gefordert ist. [Lesezeit ca. 4 min]

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Reden wir aber auch mal über den morgigen Gegner, die Kogge, die sich als Aufsteiger ausgesprochen gut schlägt – angefangen mit dem 3:0-Sieg in Hanoi über das 2:0 in Kiel bis hin zum sensationellen 4:2 im Pokal in Regensburg. Zuhause sind sie dagegen nicht so gut, haben aber immerhin schon 11 Punkte gesammelt, aber ein nicht so dolles Torverhältnis. Betrachtet man deren Heimniederlagen, fällt auf, dass die Rostocker eigentlich jedes Mal sehr dominant auftraten, die Gegner in Zweikämpfe zwangen, viele zweite Bälle gewannen … aber offensiv zu wenig draus machten. Körperlich stark sind sie auf jeden Fall, spielerisch hapert es bei dem einen oder anderen, aber taktisch sind sie … genau: sehr diszipliniert.

Der Spielplan

Daraus ergibt sich außer der Forderung nach taktischer Disziplin, dass die Rotweißen Zweikämpfen im Mittelfeld möglichst aus dem Weg gehen sollten, was im Klartext heißt: schneller One-Touch-Fußball. Das erfordert … genau: högschde Aufmerksamkeit und taktische Disziplin, weil ein Mittelfeld-Tiki-Taka nur funktioniert, wenn jeder einzelne Kicker jederzeit volle Konzentration zeigt. Ein bisschen anfällig ist Hansa bei Standards, auch bei Ecken. Christian Preußer hatte es erwähnt: Die vielen Ecken gegen den KSC waren ein Erfolgsfaktor, die viel zu wenigen Ecken in Hannover ein Teil vom Misserfolg. Ansonsten kassieren die Ostseeler die meisten Tore nach Schnittstellenpässen – gegenüber Flanken von außen sind sie wehrhafter.

Wichtig wird sein, dass sich die Viererkette nicht den allerkleinsten Fehler erlaubt, dass alle ihre Positionen halten, sich beim Verschieben sauber absprechen und Gegner ordentlich übergeben. Für die beiden Außenverteidiger gilt, dass sie ihre Offensivaktivitäten in diesem Spiel eher vorsichtig angehen sollten, also eher mal auf den langen Ball auf den jeweiligen Außenläufer zu setzen als auf koordiniertes Hinterlaufen der gegnerischen Abwehr. Überhaupt könnte in dieser Partie geboten sein, etwas mehr über die Mitte zu spielen.

Die Systematik und die Aufstellung

Für irgendwelche Experimente spricht nach der Katastrophe im Pokal rein gar nichts. Was vor allem heißt, dass mit einer Spitze gespielt wird. Und wenn mit einer Spitze gespielt wird, dann hat sich ein simples 4-2-3-1 bewährt. Und wenn im 4-2-3-1 gespielt wird, stellt sich das Startteam zurzeit fast von selbst auf. Zumal wohl klar ist, dass weder Robert Bozenik, noch Ao Tanaka in der ersten Elf stehen werden. Die Spitze heißt also Rouwen Hennings, auf außen müssen Khaled Narey (rechts) und Kris Peterson (links) ran. Und wenn die spielen, dann erzwingt das Flo Hartherz als linken Außenverteidiger und Zimbo Zimmermann auf rechts. In der Innenverteidigung ist Chris Klarer gesetzt, und weil Andre Hoffmann noch nicht auf voller Höhe seiner Kraft ist, sollte Tim Oberdorf wieder beginnen. Dass dann Käpt’n Bodze und Cello Sobottka die Doppelsechs geben, ist dann auch klar. Bedeutet aber: Kuba Piotrowski darf als Achter starten…

So könnte das 4-2-3-1 in Rostock aussehen

…muss aber damit rechnen, dass er in der zweiten Halbzeit durch Shinta Appelkamp ersetzt wird. Der ist nach Aussagen des Trainerstabs wieder so weit mittun zu können. Ähnliches gilt – siehe oben – für Hoffmann, der für Oberdorf kommen könnte. Niklas Shipnoski ist immer eine Option im Sturm, sowohl rechts als auch links, ja, je nach Spielverlauf auch als zweite, hängende Spitze. Felix Klaus ist als Backup sowohl für Peterson als auch Narey denkbar. Nedelcu könnte für einen (schwer vorstellbar) erschöpften Bodzek kommen, Leon Koutris, wenn Hartherz einen schlechten Tag hat.

Der Tipp

Der Bauch des Ergebenen lag beim Heimspiel gegen den KSC goldrichtig, in Bezug aufs Pokalspiel voll daneben. Also soll er dieses Mal einfach die Klappe halten. Das Hirn sagt, dass ein Sieg in Rostock im Rahmen des Möglichen liegt, sollte die Mannschaft auftreten wie in Hamburg sogar wahrscheinlich ist. Bezieht man die Tatsache mit ein, dass Hansa im Pokal in die Verlängerung musste und einige der Spieler Blessuren aus Regensburg mitbrachten, riecht es eher nach einer zähen Angelegenheit. Deshalb tippt die objektive Recheneinheit des Ergebenen auf einen leicht schmuddeligen 1:0-Sieg der glorreichen Diva.

2 Kommentare

  1. MagierTom am

    Dieser Trainer kann gar nichts!!! Pressekonferenzen sind dermaßen leidenschaftslos. Na klar kann man Tanaka und Bodzenik zu den Schuldigen machen. Spielen wir lieber weiter mit der Altherren Truppe, Bodzek und Hennings sind ja seit 1,5 Jahren ständig im Kader und das macht es nicht besser, vielleicht wieder den schnellen Felix Klaus bringen mit dem Mittelfeldstrategen Prib. Fortuna verliert wieder ein weiteres Jahr wie bereits bei Rösler, kein Aufbruch, kein Umbruch, kein Spieler wird besser gemacht. Wie sagte Klaus Allofs mal, wir sind auch auf Transfereinnahmen angewiesen. Ohhh? Wer sollte das denn sein Hennings in die Premier League für 20 Mio. / Adam Bodzek für 3 Mio. Zum MSV oder Felix Klaus mit Hartherz für 5 Mio. Zu Hertha??? Haha …. ist eher unwahrscheinlich. Das NLZ kann man abreißen, bei Fortuna ist das nicht end-to-end durchdacht. Ach ja und wie mehrfach zu lesen war in den letzten Wochen, wo soll eigentlich ein Shinta im Mittelfeld einen Platz finden (unser Mittelfeld mit überragender Qualität)? Nichts zu machen für einen U21 Nationalspieler. Macht weiter so ….

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