Fußball ist Wettkampf – da geht’s immer um was…

Analyse · Euer mit Kopf, Herz und Bauch zutiefst Ergebener weiß nicht mehr genau, wann es war als die Fans des FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf am Millerntor die ganz große Fanfreundschaft zelebrierten und die jeweils gegnerische Mannschaft beklatschten. Er dachte: „Das hat mit Fußball nix zu tun“, und es war ihm peinlich. Man kann als Fortune Pauli mögen, aber rosarote Bändchen flattern lassen, ist unfußballerisch. Auf dem Platz wird gekämpft, in den Kneipen kann man sich dann verbrüdern und verschwestern; das ist okay. In diesem Sinne ist die Partie gegen den Herbstmeister von Seiten der Fans anzugehen. [Lesezeit ca. 4 min]

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Wobei: Soooo bedeutungslos ist die Begegnung nun auch wieder nicht. Verliert der HSV in Rostock, reicht Pauli ein 19:0 gegen unsere Jungs zum Erreichen des Relegationsplatzes. Man stelle sich vor, es ginge tatsächlich so aus… Das wäre ja so, als ob sich – sammerma – der Äff-Zeh am letzten Spieltag von Werder mit 6:1 (2018/19) abschlachten ließe, damit die Fischköppe in der ersten Liga bleiben und F95 absteigt. Oder das Hoffenheim am 34. Spieltag (2012/13) beim amtierenden Meister und Pokalsieger Dortmund gewänne und sich so mit einem Punkt Vorsprung vor der Fortuna auf den Relegationsplatz rettete. Eigentlich müsste man sich mit einem 0:19 tatsächlich mal für diese Widerlichkeiten rächen.

Spielplan

In der Realität aber geht es a) darum durch einen Sieg (oder wenigstens ein Remis) vor Kiel auf den 9. Platz zu kommen, was die Fortuna in einer dieser 2-, 3-, 5-, 10- oder 100-Jahreswertungen vor den HSV brächte, was wiederum eine sechsstellige Summe aus den TV-Töpfen aufs Konto spülen würde, und b) darum die niederlagenfreie Serie zu verlängern, die dann vermutlich saisonübergreifend Wirkung zeigen könnte.

Wäre der Ergebene Fortuna-Trainer, würde er also auf Sieg spielen lassen. Also, jetzt nicht im Hurra-Stil, aber schon mit einer spielerisch guten Offensive, die das Team ja in den vergangenen drei Spielen immer gezeigt hat. Das ginge vor allem deswegen, weil die Viererkette hinten auch mit Chris Klarer anstelle von Jordy de Wijs eine Macht ist. Allerdings sollte Thioune in Hamburg vielleicht mal wieder mehr über die Flügel spielen lassen, weil die Paulis defensiv in der Zentrale ziemlich kräftig sind. Da trifft es sich gut, dass unser aller Khaled Narey mitspielen wird.

Das System und die Aufstellung

Das Raffa Wolf für den gesichtsgeprellten Flo Kastenmeier die Bude hüten wird, steht fest und macht bei der Frage nach der Aufstellung die geringsten Sorgen. Schwerer wiegt immer noch der Ausfall der defensiven Mittelfeldler, also Bodze und Cello, sowie der Offensivlinge Appelkamp und Ginczek. Aber, egal… Sind ja noch genügend prima Jungs dabei. Weil Daniel Ginczek sich zu einer Tätlichkeit hat provozieren lassen, fehlt er für dieses und das erste Spiel der kommenden Saison. Was im Klartext heißt: Es wird mit einer Spitze gespielt, und die heißt Rouwen Hennings. Sollte dem die Puste ausgehen, würde Emma Iyoha für ihn kommen.

Dass auf den Flügeln links Kris Peterson und rechts Khaled Narey spielen, ist alternativlos. Genauso wie die Viererkette mit (von rechts nach links) Zimbo Zimmermann, Andre Hoffmann, Chris Klarer und Nicolas Gavory. Fehlen noch drei Buben fürs Mittelfeld. Dort führt an Ao Tanaka und Kuba Piotrowski kein Weg vorbei. Wer aber gibt den Dritten in diesem Bunde? Der Ergebene würde Eddie Prib vorschlagen, weil sich diese Drillinge allesamt sowohl auf Sechser-, als auch auf Achterpositionen wohlfühlen.

So könnte ein 4-3-2-1 auf St. Pauli aussehen

Nun sollte die Begegnung nicht zum Testspiel ausarten, aber euer von Herzen ergebene Analyst hat die verrückte Idee im Beutel, genau heute und in Hamburg mal von Beginn an mit einer Dreierkette zu spielen; und zwar in einem ziemlich aggressiven 3-4-3-System. Da würde die Dreierkette aus Hoffmann, Klarer und Tim Oberdorf bestehen. Die vordere Dreierreihe bliebe, und im Mittelfeld könnten Gavory und Zimmermann Außenläufer mimen, während Tanaka und Kuba die Mitte beackern.

Der Ergebene würde dieses 3-4-3 gegen St. Pauli gern sehen

So richtig dicht wird die Auswechselbank auch nicht besetzbar sein. Natürlich wird der junge Dennis Gorka als zweiter Keeper dort hocken. Defensiv können beim 4-3-2-1 dort nur Tim Oberdorf, Florian Hartherz und Leo Koutris dort sitzen. Ansonsten haben wir noch Emma Iyoha, Felix Klaus, Tyger Lobinger, Toni Pledl und Robert Bozenik zur Verfügung. Möglicherweise fahren stattdessen oder zusätzlich Kicker der Zwoten mit.

Der Tipp

Das Herz wünscht sich, dass die glorreiche Fortuna dem ewig gehypten FC St. Pauli im letzten Saisonspiel so richtig einen drüberzieht, 5:1 oder so. Der Kopf sagt „Bleib mal cool!“ und rechnet mit einem sommerlichen Unentschieden, allerdings keinem torlosen. Und der Bauch hat eine erste Niederlage unter Trainer Thioune in den Gedärmen. Ganz schön durcheinander das…

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