Analyse · Davor Lovren, na klingelt’s bei dem einen oder anderen? Genau: Der damals 19-jährige Bursche vollendete in der 9. Minute einen von Benito Raman angefangenen Konter mit einem feinen Lupfer zum Endstand von 1:0 für die Fortuna in Braunschweig. Danach trennten sich die Wege der beiden Traditionsvereine. Der gute Davor steckt momentan leider in der U23 fest, wo er ziemlich ordentliche Leistungen bringt. Ob er je wieder die Chance in der Ersten kriegt, steht in den Sternen. Nicht in den Sternen steht, dass die Fortuna heute beim BTSV Favorit ist. [Lesezeit ca. 3 min]

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Das hängt damit zusammen, dass sich die Braunschweiger nach dem Aufstieg sehr schwertun, besonders in der Defensive – die zweitmeisten kassierten Buden zeigen das. Unsere schicke Diva hat dagegen einen Lauf, hat sich – siehe die erste halbe Stunde gegen Paderborn – spielerisch verbessert und sieht schon fast aus wie ein eingespieltes Team. Nur kämpferisch, da scheinen die heutigen Hausherren was drauf zu haben. Besonders verwundbar dürfte deren linke Abwehrseite sein.

Der Matchplan

Eigentlich müssen die Coaches gar keinen speziellen Spielplan ausrufen, sondern vor allem dafür sorgen, dass keine Schlampigkeiten auftreten. Denn dazu neigen die Rotweißen ja immer noch. Wichtigster Erfolgsfaktoren werden so oder so die drei dicken Bs sein: Balleroberung, Ballbehauptung und Ballkontrolle. Wie gegen Paderborn sollte mit einem klugen und variablen Pressing begonnen werden. Die Hauptlast in Sachen Kreativität dürfte wieder bei Eddie Prib liegen. Wenn aber Kenan Karaman wieder einen solchen Sahnetag wie vergangenen Montag, dann wird auch er eine spielgestaltende Rolle spielen.

Das System und die Aufstellung

Klar, das 4-4-2 steht. Wie Uwe Rösler richtig gesagt hat: Damit fühlt sich die Mannschaft am wohlsten. Nun ist ja das einzige fixe Element dieser Grundordnung die Arbeitsweise der Viererkette. Hier ist die aktuell beste Innenverteidigung der zweiten Liga gesetzt: Andre Hoffmann und Kevin Danso, der halt nur seine Konzentration durchgehend halten muss. An Zimbo auf der rechten Seite führt momentan auch kein Pfad vorbei. Aber: Man möchte doch gern mal Leon Koutris auf der linken AV-Position sehen. Nicht weil Luka Krajnc schlecht gespielt hätte, sondern eher, weil ihm mehr Offensivimpulse zuzutrauen sind. Andererseits könnte der Leon auch anstelle vom bisweilen hampeligen Kristoffer Peterson weiter vorne spielen, während der Luka bleibt, wo er war.

Überzeugend durch teils beeindruckende Leistungen hat sich Alfie Morales in den letzten Partien gezeigt; er sollte wieder den Sechser machen. Eddie Prib ist immer wieder der Richtige im offensiven Mittelfeld. Fragt sich – unabhängig davon, ob auf links nun Peterson oder Koutris ran dürfen – wen die Coaches auf der rechten Flanke platzieren sollten. Nur zwei Kandidaten bieten sich an, weil Shinta Appelkamp verletzt ist. Kelvin Ofori stellt dabei die vielseitigere Waffe dar, könnte aber schnell ein Opfer der gegnerischen Härte werden. Tony Pledl ist da etwas robuster, reicht aber spielerisch und technisch an den guten Kelvin nicht heran.

Und, ja, Ihr Ergebener würde furchtbar gerne Dawid Kownacki in der Startelf als Spitze sehen. Das wäre aber nur möglich, wenn sich Uwe Rösler traut, auf Rouwen Hennings zu verzichten. Da er aber schon Rotation angesagt hat, ist diese Variante denkbar. Sollte Emma Iyoha tatsächlich zum Einwechseln bereitstehen, könnte der wahlweise eine der Spitzen darstellen oder auch auf links den Sturm verstärken. Apropos Rotation: Cello Sobottka könnte je nach Entwicklung der Partie für Morales kommen oder nach Umstellung und Auswechslung von Prib neben Alfie spielen. Nach einigen Überlegungen würde Ihr Ergebener die folgende Aufstellung vorschlagen:

So könnte das 4-4-2 in Braunschweig aussehen

Übrigens: Weil der Ergebene immer noch glaubt, dass Christoph Klarer nicht zu lange in der Startelf fehlen darf, ist ihm noch die Variante mit dem Ösi als rechtem AV und Zimmermann davor im offensiven Mittelfeld eingefallen. Und natürlich können sich Prib und Morales als Nord- und Südecke einer Raute positionieren – nur mal nebenbei bemerkt…

Der Tipp

Es werden Tore fallen – vermutlich keine zehn wie beim legendären 5:5 am 10. Mai 2009, einem der wahren Legendenspiele. Vorstellbar ist aber schon, dass F95 so drei oder vier Dinger in die Braunschweiger Hütte nagelt. Ein Bauchgefühl sagt jedoch, dass die Hausherren ebenfalls einlochen werden, und zwar durch solche Dinger wie Elfer oder direkt verwandelte Freistöße. Das spräche für ein 4:2 aus Fortuna-Sicht. Realistischer aber ist ein schwieriger 1:0-Auswärtssieg.

1 Kommentar

  1. Ob 4:2 oder 1:0, Hauptsache 3 Punkte.

    Aus langjähriger Erfahrung heraus habe ich trotzdem ein leicht mulmiges Gefühl. Wäre nicht das erste Mal (auch diese Saison nicht), wenn Fortuna solche Spiele vergeigen würde.

    In der Fortuna-App habe ich trotzdem mal auf Sieg getippt. In der aktuellen Form sollte das gelingen.
    Oder doch nicht?? 😉

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