Diese Rechnung wird bei vielen Fans der glorreichen Fortuna von der verpreetzten Hertha wohl nie ganz beglichen werden können, ganz gleich, wie oft sie gegen F95 verliert. Dass die Anhänger der wunderschönen Diva nach dem Relegationsrückspiel im Mai 2012 über Wochen nicht wussten, ob die Fortuna nun aufgestiegen war oder nicht, werden sie dem “Big City Club” in spe (ha, ha, ha, ha…) ewig übelnehmen. Deshalb steht bei jeder Partie gegen die für Millionäre käuflichen Dame im Vordergrund unter allen Umständen zu gewinnen. So auch am morgigen Freitag in der Arena. Angesichts der Lage bei denen sollte das möglich sein, zumal es der Äff-Zeh kürzlich vorgemacht hat wie das geht.

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Der Spielplan

Nun gut, das Team aus dem Domdorf trat auswärts an und spielten ein 4-3-2-1-System mit insgesamt fünf nominellen Defensivkickern. Das machte deren Abwehr äußerst stabil, zumal den Berliner offensiv wenig bis nix einfiel. Dieser Ansatz lässt sich also nicht kopieren, weil die Hertha, egal wer bei denen gerade Trainer ist, auswärts eher zurückhaltend antritt. Wenn sie es dann aber doch mal offensiv angehen lassen, sind sie ausgesprochen anfällig für Konter – auch und besonders nach eigenen Standards vor dem gegnerischen Sechzehner. Heißt: Tore nach dem Muster dessen, was Erik Thommy gegen Freiburg praktiziert hat oder auch so wie das Ding mit dem Zauberpass von Kaan Ayhan auf Rouwen Hennings kürzlich liegen im Bereich des Möglichen. Insgesamt aber wird die Fortuna wohl das Spiel machen müssen. Dass die Mannschaft das kann, hat sie unter Trainer Rösler schon bewiesen – denn der hat ja nun ein wirklich kreatives Mittelfeld bei der Hand.

Jedenfalls werden die Herthaner die Sache eher ruhig angehen lassen und versuchen sich nicht schnell einen einzufangen. Also sollten sich die Fortunen aus einem sicheren Rückraum mit hoher Passgenauigkeit und maximal möglicher Ballbehauptung sorgfältig an “die Box” der Gäste heranarbeiten, um dann Chancen zu basteln. Natürlich nicht wie früher nur durch Hochweit oder ausschließlich Flanken von der Grundlinie, sondern variantenreicher und immer auch im Bestreben Ecken und Freistöße herauszuholen. So dürfte die Partie zu einem Geduldsspiel werden, das möglicherweise sehr lange bei 0:0 stehen wird. Da gilt es natürlich voll konzentriert zu bleiben. Wer in dieser Hinsicht nachlässt, sollte schnellstens ausgewechselt werden.

Das System und die Aufstellung

Die Vorstellung, Rösler könne vom 3-5-2 zum Anpfiff abrücken, ist abwegig. Wobei er bei wunderbaren Sieg gegen den SCF gezeigt hat, dass nun auch andere Systeme funktionieren, dass also notfalls auch auf eine Viererkette umgestellt werden kann. Dürfte aber gegen die olle Hertha nicht nötig werden. Also stellt sich weniger die Frage nach der taktischen Anordnung als nach den passenden Akteuren. Denn in Röslers Lieblingssystem lässt sich durch den Einsatz dieses oder jenes Spielers in der Dreierkette und auf den Außenposten des Mittefeldes schön zwischen eher defensivem oder offensivem Spiel variiert werden. Wobei klar ist, dass der immer besser werdende Flo Kastenmeier zwischen den Pfosten stehen und vor ihm – vorausgesetzt, sie sind voll fit – Andre Hoffmann und Kaan Ayhan antreten werden.

Beim dritten Mann im Dreierkettenbund sieht die Sache nicht so einfach aus, weil grundsätzlich Markus Suttner, Niko Gießelmann und, ja, auch Zanka auf der linken Seite in Frage kommen. Nach seinem guten Auftritt in Freiburg und dem erwarteten Spielplan dürfte die Wahl auf Gießelmann fallen, wobei Zanka auf der Bank im Prinzip für jeden Dreierkerl eingewechselt werden kann, sollte eine Auswechslung aus Verletzungsgründen nötig werden. Im Mittelfeld sind Kevin Stöger, Valon Berisha und Erik Thommy absolut gesetzt. Sollte Matthias Zimmermann wegen seines Knies nicht antreten können, ist die Frage, wer ganz rechts in der Fünferreihe ran soll. Das Spannende am aktuellen Kader, dass hier sowohl ein nominell Offensiver wie Steven Skrzybski in Frage kommt, als auch ein “Verteidiger” wie Jean Zimmer, wobei Letzterer vielleicht besser als Einwechseloption fungieren könnte. Als am vergangenen Samstag Adam Bodzek das fünfte Rad am Mittefeldwagen gab, war die Überraschung groß, die Wirkung aber ziemlich gut. Gegen die Hertha und den soliden Spielaufbau im Blick wäre die Partie aber eher ein Fall für Marcel Sobottka. Und vorne kommt ja wohl nichts anderes in Frage als das Duo aus Rouwen Hennings und Kenan Karaman.

Deshalb könnte die Startaufstellung beim morgigen Fluchtlichtspiel zum Beispiel so aussehen:

So könnte die Fortuna gegen die Hertha beginnen

So könnte die Fortuna gegen die Hertha beginnen

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4 Kommentare

  1. Sobottka ist krank, laut PK. Daher vermutlich eher Morales. Das Relegations Rückspiel werde ich denen nie vergeben, vor allem wegen deren Verhalten nach dem Spiel und dem wiederlichen klammern an Liga 1 trotz sportlichem Scheiterns. So lange war ich noch nie im Stadion, kam gar nicht mehr mit den öffentlichen nach Hause.

    Ich hoffe so sehr, dass die Morgen mit null Punkten nach Hause fahren.

  2. ChristianAlbertOtto am

    Verpreetzt sind die schon lange vor der damaligen Relegation. Der Preetz wurde ja auch eingehoeneßt, was soll er also machen!? Dafür lief es mit einem Abstieg und direktem Wiederaufstieg ganz okay. Doch jetzt, und da können einem die Herthaner wirklich Leid tun, wurden sie auch noch gewindhorstet! Das Relegationsgehampel bleibt aber unverzeihlich.

  3. Ich denke es wäre ein großer Fehler jetzt anzunehmen, dass die Berliner wegen der Protokoll- Geschichte jetzt im Nachteil sind. Kann auch sein das die jetzt erst richtig heiß sind weil alle beweisen wollen, dass Sie mehr Wert sind.

    • Ja, wird kein Selbstläufer, die wollen es u. U. Klinsmann beweisen. Oder aber es sind doch zu viele Söldner dabei, die im Kopf vielleicht schon weg sind. Gleich werden wir es wissen, die Spannung steigt.

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