WLan in Düsseldorfer: Der Unterschied zwischen „frei“ und „kostenlos“

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Die Wall AG, die unsere schöne Stadt mit Hunderten euphemistisch „Stadtmöbel“ genannter Werbeflächen verunziert, vermeldet stolz die Vollendung eines Werkes, dass Daniel Wall einst mit OB Elbers startete: Ein Netz kostenloser WLan-Hotspots in Düsseldorf. 52 solcher „Bluespots“ – wie Wall sie nennt – finden sich in Werbetafeln und Rheinbahn-Wartehäuschen – hauptsächlich in der Innenstadt und im Medienhafen. Wer sie nutzen will, muss sich „bloß“ registrieren und kann sich dann im Dunstkreis der Sendepunkte kostenlos über dieses WLan mit dem Internet verbinden. RP-Online feiert dies mit einer Meldung, bietet dankenswerterweise auch eine Karte der Hotspots, die man beim Anbieter selbst vermisst.

Ebenso dankenswerterweise erwähnt RP-Online auch die Freifunker der Stadt. Denn die sind es, die freies WLan bringen, während die Wall-Spots ja nur kostenloses Netz liefern. Ohne über die Verwendung der bei Wall abgegebenen persönlichen Daten zu spekulieren: Freifunk-Knoten nutzt man ohne jede Registrierung, einfach so. Niemand bekommt Daten, kein Nutzer kann über die Einwahl in einen solchen Knoten zurückverfolgt werden. Wo sich die Stadt mit 52 Bluespots brüstet, können die Freifunker mit über 520 aktiver Knoten nur schmunzeln. Und das Beste ist, dass jeder, der über einen DSL-Anschluss verfügt, selbst einen Freifunk-Knoten mit geringem Aufwand einrichten kann. Das geht, weil Freifunk eine Initiative ist, die jenseits von Reklame und Kommerz den Zugriff aufs Netz für alle und kostenlos unterstützt, gleichzeitig aber die Anonymität der Nutzer sicherstellt. Da Freifunk nach dem Mesh-Prinzip funktioniert, verbessert jede neue Knote die Erreichbarkeit insgesamt.

Wer also keine Bedenken hat, sich bei Wall zu registrieren und sich vorwiegend in der Innenstadt und am Medienhafen aufhält, ist mit dem Bluespot-System gut bedient. Alle anderen sollten sich mit dem Thema „Freifunk“ auseinandersetzen und nach Möglichkeit helfen, die Maschen enger zu knüpfen.

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3 Kommentare

  1. Freifunker hatte ich Gestern die halbe Kö entlang, ob es bis zum Bogen reicht konnte ich nicht testen, da ich Steinstraße abbog! Und der Empfang war super, ein Witz dagegen ist Bluespot von der Stärke !

  2. Günther A. Classen am

    Der klassische „Unterschied“ lag nicht zwischen „frei“ und „kostenlos“, sondern zwischen kostenlos und umsonst: „Mein Schulbesuch war kostenlos, eurer war umsonst.“ ;-))))

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