Wenn in Düsseldorf im Frühjahr die Nacht der Museen angesagt ist, drängeln sich Tausende in den vielen Museen und Ausstellungen der Stadt. Da ist es an normalen Wochentagen und selbst an den Wochenenden meistens viel erfreulicher, eines der Museen herauszupicken und in Ruhe zu erforschen. Die schönste Stadt am Rhein ist dank der Gattin von Jan Wellem, der schönen Anna Maria Luisa d’Medici, seitdem 18. Jahrhundert europaweit als Kunstmetropole bekannt – die legendäre Kunstakademie und die nicht weniger legendäre Werkkunstschule haben den Ruf verstärkt. Neben den Kunstmuseen, die wir in einer zweiten Folge vorstellen werden, gibt es aber weitere Häuser, die man als Düsseldorfer unbedingt einmal besucht haben sollte.

Das Stadtmuseum

Das Stadtmuseum am Rande der Altstadt (Foto: Medienzentrum Rheinland, Stephan Arendt)

Das Stadtmuseum am Rande der Altstadt (Foto: Medienzentrum Rheinland, Stephan Arendt)

Erst seit 1991 hat das Stadtmuseum seinen festen Platz am Rande der Altstadt gefunden. 1974 ursprünglich als historisches Museum vorgesehen, veränderte und entwickelte sich das Haus über die Jahrzehnte ständig und zog dabei etliche Male um. Das Konzept bezeichnet das Team um Direktorin Dr. Susanne Anna als stadtgeschichtlich, stadttheoretisch und partizipativ. Im Klartext: Im Erweiterungsbau des Spee’schen Palais zwischen Berger Allee und Bäckerstraße finden sich nicht nur jede Menge historischer Exponate, sondern auch Material rund um urbanes Bauen, Planen und Leben – dazu ein wechselndes und spannendes Programm zum Mitmachen. Wer das Stadtmuseum kennenlernen will, ist gut beraten, zuerst einen schnellen Rundgang zu wagen, um sich mit dem Angebot vertraut zu machen. Bei Bedarf kann man sich dann über einzelne Themen weiter informieren. Übrigens: Stadtmuseum und Stadtarchiv sind in Düsseldorf zwei voneinander getrennte Institutionen.

Die Mahn- und Gedenkstätte

Die Mahn- und Gedenkstätte (Foto: Kürschner via Wikimedia)

Die Mahn- und Gedenkstätte (Foto: Kürschner via Wikimedia)

Es hat lange gedauert bis die bereits kurz nach dem Krieg geborene Idee eines Museums zur Erinnerung an die Düsseldorfer Opfer des Nazi-Regimes zu realisieren. Seit 1987 gibt es die Mahn- und Gedenkstätte, 2015 wurde das im Stadthaus an der Mühlenstraße gelegene Museum nach konzeptionellen Änderungen und dem Abbau der ständigen Ausstellung wiedereröffnet. Seitdem legt das Team um Leiter Bastian Fleermann besonderen Wert auf die biografische Dokumentation der Verbrechen: „Die Mahn- und Gedenkstätte widmet sich der Befragung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und dokumentiert und analysiert die Zeit des Nationalsozialismus in Düsseldorf“ (Quelle: Wikipedia). Seit der Neueröffnung findet sich in den Räumen die biografisch-erfahrungsgeschichtlich ausgerichtete Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“. Viele Düsseldorfer Prominente aus Kunst, Kultur und Sport unterstützen die Arbeit der Mahn- und Gedenkstätte im zugehörigen Förderverein.

Aquazoo Löbbeke Museum

Der Aquazoo mit dem Löbbeke-Museum im Nordpark (Foto: freizeitpark-welt.de)

Der Aquazoo mit dem Löbbeke-Museum im Nordpark (Foto: freizeitpark-welt.de)

Bis Mitte der Achtzigerjahre konnte man die naturkundliche Sammlung des Düsseldorfer Apothekers Theodor Löbbeke in einem Hochbunker gegenüber des Zooparks sehen – weil es zudem eine Abteilung mit Hunderten von Aquarien und Terrarien gab, ist der ganze Bunker im Volksmund einfach nur „Aquarium“. Das Grundstück war begehrt, der Bunker sollte weg, und so kam es 1987 zum Umzug in den Neubau im östlichen Bereich des Nordparks und die Umbenennung in „Aquazoo„. Das Löbbeke-Museum war mit umgezogen, wurde aber am neuen Ort ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Das änderte sich nach der Sanierung samt Umbau zwischen 2014 und 2017. Immer noch stehen die vielen Gehege für alles, was im und um das Wasser herum kreucht und fleucht bei den Besuchern im Vordergrund. Das neue Konzept aber hat viele der gesammelten Exponate des Löbbeke-Museums aufs Feinste integriert. Der Andrang an Wochenenden, an Feiertagen und in den Ferien ist oft so groß, dass man sich online Tickets besorgen sollte, um langes Anstehen an den Kassen zu vermeiden oder Gefahr zu laufen gar nicht eingelassen zu werden.

Das Schifffahrtsmuseum

Vitrine mit Modellen im Schifffahrtsmuseum

Vitrine mit Modellen im Schifffahrtsmuseum

Bekanntlich liegt Düsseldorf am Rhein, und der mächtige Strom ist seit alters her eine der bedeutendsten Wasserstraßen Europa. Gut, dass es in unserer Stadt ein kleines, aber sehr feines Schifffahrtsmuseum gibt. Das ist im Schlossturm am Burgplatz untergebracht und seit 2015 nach ausgiebigen Renovierungsarbeiten wieder geöffnet. Es handelt sich in erster Linie um eine didaktische Dauerausstellung zur Rheinschifffahrt, die regelmäßig durch hochinteressante Vorträge und Führungen ergänzt wird. Besonders Kinder lieben den Turm und die vielen Modelle auf den fünf Etagen. Und wenn man sich dann gemütlich alles angesehen hat, kann man oben in der sogenannten Laterne einkehren, sich erfrischen und die tollen Blicke über das Rheinufer und die Altstadt genießen.

Das Filmmuseum

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Düsseldorf auch eine Filmstadt ist und schon in den Zwanzigerjahren Standort bedeutender Produktionsgesellschaften war. Also ist es kein Zufall, dass es im Herzen der Altstadt an der Schulstraße ein Filmmuseum gibt. Das besteht aus einer Dauerausstellung, einem einzigartigen Archiv und der Black Box, einem kleinen Kino, in dem ein tolles Programm ausgewählter Filme läuft, die man woanders kaum noch zu sehen bekommt, und das regelmäßig Themenwochen veranstaltet. Sehenswert sind immer auch die Sonderausstellungen im Filmmuseum wie zuletzt zu den Arbeiten von Lotte Reiniger, der Pionierin des Scherenschnitt-Animationsfilms. Die Black Box ist eindeutig der Treffpunkt Düsseldorfer Cineasten, aber auch die Dauerausstellung ist ein Muss.

Das Hermann Harry Schmitz Museum

Google-Map: Das Hermann-Harry-Schmitz-Museum im Uhrenturm an der Grafenberger Allee

Google-Map: Das Hermann-Harry-Schmitz-Museum im Uhrenturm an der Grafenberger Allee

Der sogenannte „Dandy vom Rhein“ ist eine wichtige Düsseldorfer Figur, und es ist wunderbar, dass sich eine Handvoll Verehrer von Hermann Harry Schmitz vor etlichen Jahren daran gemacht hat, ihm ein Museum einzurichten. Das befindet sich im Uhrenturm an der Grafenberger Allee beim Jobcenter, ist aber kein Museum im engeren Sinn. Am besten lernt man Schmitz und seine Fans bei einer Führung kennen, die regelmäßig stattfinden. Ansonsten wird der Turm für diverse Kunstausstellungen genutzt.

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