Musik ist gut. Musik tut gut. Vor allem in Zeiten, in denen einem die Welt links und rechts an den Ohren vorbeifliegt. Denn Musik macht Hoffnung. Besonders die Sorte Musik, die gestern im Rahmen des Acoustic Summer Festivals im Weltkunstzimmer, genauer: Weltmusikzimmer an der Ronsdorfer Straße stattfand. Macher Tommy Kirchmann hat mit seiner tollen Mannschaft dieses Fest nach dem Erfolg von Acoustic Winter nicht nur in knapp sechs Monaten aus dem Boden gestampft, sondern für eine tolle Auswahl wunderbarer Musiker gesorgt. Der erste Teil des Festivals fand im überdachten Innenhof statt, gegen 22:00 Uhr zog man aus Lärmschutzgründen in die Halle.

Warum auch immer, denn knapp 200 Meter weiter Richtung Gurkenland dröhnte im Treibsand des Stahlwerks zu der Zeit noch Deppen-Bumm-Bumm, der bis weit nach Bilk hinein zu hören war. Und die Akustiker mussten in die etwas stickige Innenwelt umziehen. Wobei „akustisch“ schon auch ein bisschen untertrieben war. Natürlich waren die Sängerinnen und Sängern mit Mikrofonen ausgestattet und die Instrumente an Verstärker angeschlossen. Aber das bei einem freundlichen Sound, der exakt die richtige Lautstärke hatte. Die tolle Truppe aus Hamburg namens Torpus & The Art Directors ließ sich mit dem Hinwweis „Wir kommen ja von der Straßenmusik her“ nicht nehmen, ihren letzten Song völlig stromlos zu präsentieren, was das Publikum zu Ovationen hinriss.

Apropos: Dies war ein Festival von Musikern für Musiker und Menschen, die Musik mögen. Hier waren nicht irgendwelche, auf eine bestimmte Geschmacksrichtung fixierte Afficionados versammelt, sondern vielseitig interessierte Musikliebhaber. Das machte den besonderes Charme der Veranstaltung aus, die so auch in liebenswert familiärer Atmosphäre stattfand. Die Damen und Herren an den Getränke-, Ess- und Fanartikelständen trugen dazu ganz entscheidend bei. Dass dieses Festival gerade vor dem Umzug nach drinnen recht dünn besucht war, ist schade, aber angesichts des Restprogramms an diesem wunderbaren Augustsamstag nachvollziehbar. Trotzdem: Die Idee wird wachsen, denn das jemand, der den akustischen Sommer erlebt hat, im kommenden Januar nicht zum akustischen Winter kommen wird, ist nur schwer vorstellbar.

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