26.2.: Die wunderschöne DEG besiegt den Augsburger EV mit 3:2 im Shootout, was ihr aber nicht mehr nutzt. Sie beendet die Saison auf Platz 11 und damit außerhalb der Playoff-Plätze.

2.3.: Die Gesellschafter der DEG geben eine öffentliche Erklärung ab. In ihr heißt es:

„Auch wenn die Evaluierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, so sind wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt einhellig zu dem Ergebnis gelangt, dass nunmehr nach dem administrativen in einem zweiten Schritt auch der sportliche Bereich in seiner Professionalisierung weitreichend vorangetrieben werden soll und muss, damit der Anschluss gehalten werden kann. (…)
Nach endgültiger Auswertung der Handlungsalternativen werden wir jetzt schnellstmöglich Entscheidungen zur künftigen personellen und inhaltlichen sportlichen Struktur der DEG treffen.
Ungeachtet dieses Prozesses hat die vorläufige Kaderplanung für die kommende Saison bereits begonnen, da Verzögerungen auf dem Transfermarkt Nachteile haben könnten. Wir sind zuversichtlich, hier zeitnah erste Vollzugsmeldungen veröffentlichen zu können.“

Geplänkel

Team und Umfeld werden also neu aufgestellt. Details in Kürze.
3.3.: Maxi Kammerer, Shootingstar der abgelaufenen Saison, verlängert seinen Vertrag bis zur Saison 18/19.
8.3.: Goalie Mathias Niederberger, bislang von den Eisbären Berlin ausgeliehen (Einschub: Das Wort „ausgeliehen“ verdient einen eigenen Artikel – „leihen“ ist die unentgeltliche Nutzungsüberlassung auf Zeit; begrifflich passender wäre daher „mieten“, aber das klingt im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung eines Sportler auch irgendwie schräg. Und „arbeitnehmerüberlassen“ mag moralisch beanstandungsfreier klingen, ist aber kein vernünftiges Prädikat. Einschubende) verlängert seinen Vertrag bis zur Saison 19/20. Beobachtern fällt auf, dass dies über den Zeitraum hinausgeht, der bislang als finanziell gesichert dargestellt wurde, nämlich 2019.
8.3.: Saisonabschluss-, äh, -treffen im Stahlwerk. Weitere Verkündungen in die eine oder andere Richtung gibt es nicht, allein Norm Milley und Chris Minard geben ihr Karriereende bekannt.
12. KW: Nahezu alle relevanten Medien berichten in kurzer Folge unisono, dass Christof Kreutzer seinen Trainerposten verlieren wird. Die gleiche Art und die enge zeitliche Abfolge der Meldungen lassen wenig Zweifel daran, dass diese Nachricht gezielt durchgesteckt wurde.

24.3.: Weitere öffentliche Erklärung der DEG, augenscheinlich erzwungen durch die Berichterstattung der letzten Tage:

„Christof Kreutzer wird in der kommenden Saison nicht mehr bei der Düsseldorfer EG an der Bande stehen. (…) Am Ende dieses Prozesses hat sich im Gesellschafterkreis die Überzeugung durchgesetzt, dass sich die DEG für die kommende Saison auf dieser Position leider neu orientieren muss. Es hoffen allerdings alle, dass Christof Kreutzer der DEG in anderer Funktion erhalten bleibt.“

Als neuer Trainer wird Mike Pellegrims gehandelt, derzeit noch aktiv beim Klagenfurter AC in der (internationalen) österreichischen Liga. Neuer Sportdirektor soll Larry Mitchell werden, derzeit noch Trainer bei den Straubing Tigers. Als weiterer möglicher Kandidat wird Mike Stewart, Coach in Augsburg, genannt. Die DEG gibt hierzu keinerlei Erklärung ab.

26.3.: Mike Stewart verlängert beim Augsburger EV.
28.3.: Larry Mitchell wechselt zum ERC Ingolstadt.
Ende März: Trainingsende; das Team zerstreut sich in alle Richtungen.

Stand jetzt

1.4.: Die DEG hat, zumindest offiziell, noch keinen neuen Trainer. Mike Pellegrims ist noch mit dem EBEL-Finale befasst, und das hat auch gerade erst begonnen. Die DEG hat keinen Sportdirektor. Die DEG hat Christof Kreutzer unter Vertrag, dem ein Angebot für eine andere Tätigkeit im Verein vorliegt, zu der noch keine Entscheidung bekannt ist. Die DEG hat Tobias Abstreiter unter Vertrag, der als CKs Co-Trainer fungiert hat und zu dem es seit längerem Gerüchte gibt, er könne als neuer Chef-Trainer bei Straubing anheuern.

Über Kammerer und Niederberger hinaus sind keine Vertragsverlängerungen bekannt gegeben worden. Vertragsnichtverlängerungen auch nicht. Nun ist es nicht so, als würden andere Teams der DEG die Türe einrennen, um Spieler wegzuholen, aber die Frage, ob bzw. welche Verträge verlängert werden, hat richtungsweisenden Charakter, denn mit der geballten Erfahrung von Eddi Lewandowski, Daniel Kreutzer und Rob Collins ist das Team der neuen Saison ein völlig anderes als ohne sie. Spielerverpflichtungen wurden ebenfalls noch nicht bekannt gegeben. Daniel Kreutzer ist darüber hinaus wegen seiner ruhmreichen DEG-Vergangenheit ein ganz eigenes und spezielles Thema, denn er ist nicht einfach ein Spieler, sondern eine Ikone.

Leider nur ein Vakuum…

Für den interessierten Betrachter passiert vielmehr: Nichts. Es ist auch nicht zu erkennen, wer für das neue Team verantwortlich sein oder einfach nur aktuell Gespräche führen soll. Geschäftsführer Stefan Adam wohl nicht, der ist Kaufmann und kein Eishockey-Insider. Die Gesellschafter selbst wohl auch nicht, die sind Geldgeber und Fans und werden der neuen sportlichen Leitung kaum Fakten präsentieren wollen. Niki Mondt? Hm. Mit welcher Berechtigung? Und nach welchem Konzept?

Nein, da scheint es schlicht und einfach niemanden zu geben, da scheint schlicht und einfach ein ganz großes Vakuum zu herrschen. Wenn das mal gut geht. Jedenfalls der Markt für deutsche oder bislang in Deutschland aktive Spieler wird nicht so lange offen bleiben, bis es auch die DEG auf die Reihe bekommen hat, irgendeinen sportlich Verantwortlichen präsentieren zu können. Bei Mirko Höfflin, dies nur als Beispiel, lagen zwischen Bekanntgabe seines Abschieds aus Mannheim und der Verkündung seines neuen Engagements in Schwenningen keine drei Stunden. Und hier? Lärmender Stillstand.

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