DEG vs Wolfsburg 2:0 – Merkt euch eines gut…

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Planlos war das, was die DEG in den letzten Wochen zusammengestolpert hat. Da reihte sich Niederlage an Niederlage, selbst gegen Köln wurde verloren, und das war zuletzt eigentlich ziemlich regelmäßig ein dankbarer Gegner. Ziemlich planlos wirkte es auch, wie DEG-Coach Christof Kreutzer mit dieser Niederlagenserie umging. Meist wurde das Team in Schutz genommen und darauf verwiesen, dass Scheibenglück gefehlt habe, mal wurde im dunklen Wald herumgepfiffen und betont, dass es ja noch zwei Nachholspiele gebe und ab und zu wurde auch mal das große Durchgreifen angekündigt. Bei welchem sich dann für genau ein Spiel Manuel Strodel auf der Tribüne wiederfand. Was wirklich sehr merkwürdig erschien, weil Strodel zwar nicht eben die deutsche Antwort auf Sidney Crosby ist, aber ein Kämpfer vor dem Herrn, der sich gerade in Unterzahl ohne Rücksicht auf Verluste in die Schüsse wirft. Und den ohne Not draußen lassen, während andere mit prominenteren Namen und dünneren Leistungen weiter dilettieren? Nein, ein Plan war da nicht zu erkennen.

Planlos war es selbst am Freitag, als die DEG die lange Durststrecke mit einem erwurschtelten 5:4 gegen den arg dezimierten ECD Iserlohn beendete – gegen zweieinhalb gesunde Reihen und vier Verteidiger muss man nicht fast noch ein 5:2 aus der Hand geben. Aber wenigstens gewonnen.

Planlose Referees

Planlos wird es eigentlich, um auf heute zu kommen, immer, wenn Gordon Schukies und vor allem Roland Aumüller an die Pfeife dürfen – man fühlt sich gleich an alte Brehmstraßenzeiten und Helmut Böhm erinnert, wenn man die Namen der Referees hört, und dafür muss das Spiel noch nicht mal angefangen haben. 65 Strafminuten gab es heute zu bewundern, davon 51 gegen die DEG. Und von den 14 für Wolfsburg fielen 6 in die letzte Spielminute, als sich der Frust darüber entlud, Mathias Niederberger einfach nicht bezwingen zu können. Bleiben also 8 gegen, ich wiederhole mich, 51 Strafminute!

Zwischen Minute 25 und 55 spielte die DEG gefühlt permanent in Unterzahl, darunter auch minutenlang mit 3 gegen 5, als Aumüller einen Zweikampf ahndete, wie es ihn wirklich hundertfach in jedem Spiel gibt. Es war absurd. Absurd war auch, dass die einzige Überzahl der DEG in dieser Spielphase vier Sekunden (!) dauerte, bis der nächste Arm nach oben ging und Schukies eine Behinderung ausgemacht haben wollte – bei Bully im gegnerischen Drittel. Komödiantischer Höhepunkt der Strafen war, als irgendein Wolfsburger in den im Verteidigungsdrittel herumstehenden Conboy hinein fuhr, was Aumüller als strafwürdig empfand. Also das Herumstehen, meine ich. Ist klar.

Phänomenaler Niederberger

Gereicht hat es dennoch. Dank eines phänomenalen Mathias Niederberger im Kasten, der alle 33 Schüsse der Gäste parierte, dank eines unbändigen Siegeswillesn (endlich mal!), dank eines Bowman-Tores im Mitteldrittel (das Schukies/Aumüller Brandt zusprechen wollten) und dank des wiedergenesenen Daniel Kreutzer himself, der drei Sekunden vor dem Ende (in DEG-Überzahl!) mit einem satten Schuss unter das Tordach den Deckel draufmachte. DEG 2, Wolfsburg 0.

Planlos ist schließlich auch der Name einer Punkband aus Grevenbroich, die sich bis vor ein paar Jahren durch die Lande gelärmt hat. Ohne der Kapelle zu nahe zu treten, wird man sagen dürfen, dass sie nicht allzu viel hinterlassen hat, an das man sich noch in Jahrzehnten erinnern wird. Aber immerhin hat sie einen auf die DEG Ende Januar 2017 mit nach wie vor großem Rückstand auf Platz 10, aber eben auch zwei Siegen am Stück, exzellent passenden Refrain geschrieben: „Merkt euch eines gut – Totgesagte leben länger!“

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