Ja, tatsächlich: Man kann die vollen 41 Kilometer zwischen Wittlaer und der Stadtgrenze zwischen Urdenbach und Baumberg erwandern – und dabei Düsseldorf vom Rhein aus kennenlernen.

Rezept · Die berühmte Düsseldorf Mundart- und Karnevalsband DuBB irrt gewaltig, wenn sie in einem ihrer Hits davon singt, dass der Vater Rhein seinen Düsseldorfer Kindern 20 Kilometer schenkt. In Wahrheit sind es ziemlich genau 41 Kilometer, und die kann man immer direkt am Wasser zu Fuß zurücklegen. Wobei wir uns bei der Messung strikt an den Stromkilometern orientiert haben; laut unserer Schrittzähler beträgt die Strecke allerdings rund 1,5 Kilometer weniger, weil man natürlich die Rheinbögen und -knie gelegentlich abschneidet und nie ganz genau an der Wasserkante entlanggeht. [Lesezeit ca. 5 min]

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Wie im Beitrag zur 2. Etappe erwähnt, kommt man entweder mit der Buslinie 726 zur Haltestelle „D-Volmarweg“ oder mit der U-Bahn 72 bis zur Endhaltestelle „D-Hellriegelstraße“. Direkt am Rhein entlang führt eine Straße, die mit einem Mäuerchen zur Uferböschung hin versehen ist. Je nach Wasserstand kann man ganz nah am Fluss wandern – und zwar unter der Fleher Brücke hindurch bis zu den Zäunen des Wasserwerks. Hier passiert es zum ersten Mal, dass man das Rheinufer über eine längere Strecke verlassen muss, denn durch das Wasserschutzgebiet führt kein öffentlicher Weg

Paddeln auf dem Rhein: Rheinaufwärts an der Fleher Brücke (Foto: Konrad Buck)

Paddeln auf dem Rhein: Rheinaufwärts an der Fleher Brücke (Foto: Konrad Buck)

Also bleibt man auf dem Fleher Deich, der durch einen schattigen Wald bis zur autobahnähnlich ausgebauten Münchner Straße verläuft. Anschließend lässt es sich nicht vermeiden, an dieser Schnellstraße rund anderthalb Kilometer entlangzugehen. Aber an der Mündung des Bückerbachs geht es schon wieder Richtung Strom. Von hier aus bis zum Reisholzer Hafen sind die Pfade von sehr unterschiedlicher Art – es gibt asphaltierte Stücke, offizielle Wege, Trampelpfade, und im Himmelgeister Rheinbogen wandert man unten am Wasser von Bucht zu Bucht.

Die erste Sandbucht am Himmelgeister Rheinbogen (Foto: TD)

Die erste Sandbucht am Himmelgeister Rheinbogen (Foto: TD)

So umrundet man das vielleicht ursprünglichste Rheindorf. In Himmelgeist hat man verschiedene Möglichkeiten, eine Pause einzulegen und sich etwas zu Trinken und Proviant zu versorgen. Um es ganz klarzumachen: Das Ufer des Rheinbogen liegt in einem Naturschutzgebiet, also gilt es, sich entsprechend zu verhalten. Dafür hat man fast acht Kilometer lang das Gefühl, weit, weit weg von der Stadt zu sein – auch wenn sich im Norden am Horizont der Rheinturm zeigt und auf der anderen Rheinseite Norf mit seinem Aluminiumwerk grüßt. An Wochentagen wird man selbst bei bestem Wetter hier unten kaum je andere Menschen treffen.

Getreidefeld im Himmelgeister Rheinbogen (Foto: TD)

Getreidefeld im Himmelgeister Rheinbogen (Foto: TD)

Und noch einmal muss man sich vom Rhein entfernen, wieder liegt es an einem Wasserwerk. Das liegt im Stadtteil Holthausen, der hier bis zum Fluss reicht. Am Camping- und Sportbootclub wendet man sich nach Nordosten auf das Wietfeld und umgeht so das Wasserwerk. Nach knapp einem Kilometer stößt man auf die Straße Am Trippelsberg, biegt nach rechts ab und kommt dann zum Reisholzer Hafen, wo mehrere Lokalitäten zum Pausemachen einladen.

Hochwasser am Reisholzer Hafen (H.Kendelbacher)

Auf den folgenden drei Kilometern ist man wieder dicht am Strom und kommt an einer Stelle vorbei, die den passenden Namen „Schöne Aussicht“ trägt. Weiter geht es entlang des Benrather Schlossufers. An der Benrather Rheinterrasse kann man dann wieder runter an den Fluss, wird aber am Anfang der Urdenbacher Kämpe auf den Altrhein treffen, der sich halbwegs trockenen Fußes nur bei Niedrigwasser durchqueren lässt. Andernfalls bleibt man einfach oben. Dort findet sich das Restaurant Altes Fischerhaus, und ein paar Meter weiter liegt dann ein Eingang in die Urdenbacher kämpe.

In der Kämpe – Richtung Reisholzer Hafen (Sommer 2019)

Die gesamte Kämpe ist ein Naturschutzgebiet, das sollte man wissen und sich an die vorhandenen Trampelpfade halten. Der offizielle Wanderweg beginnt übrigens am Wanderparkplatz Piels Loch, unweit der Bushaltestelle (788) „D-Mühlenplatz“. Von dort aus geht es über die Straße, die zum Fähranleger Urdenbach führt, vorbei an den berühmten Streuobstwiesen. Hat man die Straße zur Fähre überquert, benutzt man den gekennzeichneten Weg in Ufernähe – ein Abstecher zur biologischen Station „Haus Bürgel“ lohnt sich allemal. Und wenig später bildet das Restaurant Rheinblick den Endpunkt der Tour. Oben an der Durchgangsstraße liegt dann die Bushaltestelle (788) „Monheim, Campingplatz“; so kommt man mit dem ÖPNV bis zum Bahnhof Benrath und so zur S-Bahn.

Biologische Station Haus Bürgel - hier werden auch Spatzen gezählt

Biologische Station Haus Bürgel – hier werden auch Spatzen gezählt

Damit endet die Wanderung von der Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Duisburg nördlich von Wittlaer und der Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Monheim am Südende der Urdenbacher Kämpe. Wegen kleinerer, unvermeidbarer Umwege hier und da summiert sich die Strecke dann doch auf gut 47 Kilometer. Geübte Wanderer gehen diesen Weg natürlich auch an einem Tag – mit den empfehlenswerten Pausen sind sie um die acht bis neun Stunden unterwegs. Entspannt für rüstige Fußgänger ist die Tour aufgeteilt in die zwei Etappen, wobei die erste vom A(r)schlöksken bis zur Südbrücke (offiziell: Josef-Kardinal-Frings-Brücke) führt, die zweite von dort aus bis an die Stadtgrenze zu Monheim. Wir haben für die 1. längere Etappe (ca. 23 Kilometer) mit drei Pausen knapp fünfeinhalb Stunden gebraucht. Den Rest (etwa 24 Kilometer) konnten wir mit zwei Pausen in knapp sechs Stunden bewältigen. Wie auch immer Sie diese Wanderung absolvieren – wir wünschen viel Spaß am Rhein!

[Hier geht es zur 1. Etappe und hier zur 2. Etappe.]

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