Bericht · Am Karsamstag hatte ich einen AstraZeneca-Impftermin für den Ostermontag ergattert, nach gut acht Stunden hartnäckiger Online-Versuche. Denn zunächst waren sowohl das Online-Buchungssystem als auch die Telefonhotline zusammengebrochen. Spätnachmittags gegen 18:30 Uhr konnte ich mir dann die Uhrzeit aussuchen und entschied mich für 19:10 Uhr. Gestern habe ich mich dann dem Procedere im Impfzentrum in der Arena unterzogen. Meine Erfahrungen dort waren durchweg positiv. [Lesezeit ca. 5 min]

Gegen 18:35 Uhr treffe ich mit dem Auto ein. Da ich mich nicht über die Parksituation direkt an der Arena informiert hatte, stellte ich den Wagen am Staad ab und gehe zu Fuß. Dies gleich als Tipp für Menschen, die mit dem Auto zum Impfzentrum reisen, nicht in die dort mögliche Schlange geraten wollen und gut zu Fuß sind. Die knapp 400 Meter Fußweg an der Südseite der Arena, unter dem Tulip-Hotel hindurch und an dessen Haupteingang vorbei dürften dann kein Problem sein. Das alles, weil sich der Eingang ins Impfzentrum an der Ostseite befindet. Autofahrer folgen einfach der reichhaltigen Beschilderung, die schon an der Messe auf der Rotterdamer Straße beginnt. Fußgänger werden übrigens durch den so genannten „Löwengang“ geleitet, der sonst den Gästefans vorbehalten ist, die so von der U-Bahn in ihren Block gelangen.

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Impfzentrum Düsseldorf: Alles perfekt beschildert (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Alles perfekt beschildert (Foto: TD)

Hier werden sowohl die Leute in den Autos als auch die Fußgänger zum ersten Mal überprüft; nur wer eine Terminbestätigung vorweisen kann, kommt weiter. Den motorisierten Besuchern werden dann vom Servicepersonal Parkplätze direkt an der Arena zugewiesen. In einem Bericht der RP-Online vom Vortag beschwerte sich ein Impfling, er und seine Frau hätten eine halbe Stunde im Schneeregen warte müssen, es sei schlecht organisiert gewesen, sie seien wieder nach Hause gefahren. Darauf angesprochen berichtete der Gruppenleiter der Parkwächter, das Problem sei entstanden, weil die Mehrheit der Besucher viel zu früh, teilweise anderthalb Stunden vor ihrem eigentlichen Termin, gekommen seien. Da habe es dann einen Stau gegeben.

Impfzentrum Düsseldorf: Der Aufstieg zum Südplateau (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Der Aufstieg zum Südplateau (Foto: TD)

Wir wurden nun auf dem Südplateau einmal bis zu den Eingängen des Umlaufs direkt hinter den Stehplätzen geleitet. Dort treffe ich gegen 18:50 ein. An einem Tisch sitzen zwei nette junge Damen, die Formulare an die Impflinge verteilen und Tipps zum Ausfüllen geben. Im Prinzip bekommt man dort auch einen Kugelschreiber, aber darauf müssen wir kurz warten. „Aus irgendeinem Grund nehmen viele Leute die Billig-Kulis einfach mit“, gibt die eine Frau an, „obwohl überall Schalen stehen, in die man den benutzten Kuli legen soll. Denn die werden desinfiziert und dann wieder in den Kreislauf gespeist.“ Der Papierkram erweist sich als dramatisch altmodisch, also vollständig nicht-digital. Man muss tatsächlich drei Formblätter in doppelter Ausfertigung von Hand ausfüllen – irgendeine Lösung mit QR-Codes und Smartphones gibt es nur in Ländern ohne Digitalnotstand.

Impfzentrum Düsseldorf: Die Formularausgabe (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Die Formularausgabe (Foto: TD)

Mit den ausgefüllten Formularen begibt man sich dann in den Check-In-Bereich, der tatsächlich dem Check-In auf einem Flughafen ähnelt. An 26 Schaltern sitzen Mitarbeiter, die einem die Formblätter abnehmen, überprüfen und mit der Impfbescheinigung ergänzen. Dort komme ich gegen 19:00 Uhr an, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, sprich: die „normalen“ Impflinge und die Ü60-Kandidaten für das AstraZeneca-Vakzin. Als erstes wird man per Wärmebildfotografie auf Fieber getestet; zeigt die Kamera rote Flächen, wird mit einem Richtthermometer nachgemessen. Die Wartezeit in der Schlange betrug bei mir kaum fünf Minuten; leider war die routinierte Mitarbeiterin am Schalter kaum zu verstehen, während sie ihren Text nuschelte.

Impfzentrum Düsseldorf: Ganz schön viel Papierkram… (Foto: TD)

Weiter ging’s zum Treppenhaus, denn die eigentliche Impfung findet in einer der Logen über der Gegengerade statt, also auf Ebene 2. Dorthin geht es die Treppen hoch, der Aufzug ist Rollstuhlfahrer*innen und Menschen mit Gehbehinderung vorbehalten. Im Foyer gibt es dann wieder eine Warteschlange. Hier kommt es zu ersten Meckereien; übrigens vor allem durch Begleitpersonen. Gegen 19:20 Uhr werde ich dann in eine der Impfkabinen gebeten. Die sehr nette Ärztin fragt, ob ich irgendwelche Fragen hätte und weist mich auf mögliche Nebenwirkungen hin und darauf, wie ich gegebenenfalls reagieren sollte.

Impfzentrum Düsseldorf: Die Warteschlange vor den Impfkabinen (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Die Warteschlange vor den Impfkabinen (Foto: TD)

Da sie gerade keinen Impfstoff parat hat, plaudern wir ein bisschen. Auch sie sagt, dass alle Kanditat*innen bis auf wenige Ausnahmen sehr geduldig und freundlich reagieren. Ich werfe einen Blick aus dem Fenster auf die leere Arena mit den Presseplätzen genau gegenüber. Dann bringt man ihr zwei aufgezogene Spritzen. Ich soll mich für einen Arm entscheiden. Dann um 19:35 Uhr: „So, jetzt kommt’s. Bitte lächeln.“ Ich spüre den Einstich gar nicht. Pflaster drauf, und ich kann gehen. Etwas weiter auf der Etage sind drei weitläufige Ruhebereiche eingerichtet. Es wird empfohlen, dort 20 bis 25 Minuten zu warten, um sicher zu gehen, dass man die Injektion gut vertragen hat. Hier ist eine Sanitätsstation für Notfälle untergebracht.

Impfzentrum Düsseldorf: In der Impfkabine - mit Blick ins Arenainnere  (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: In der Impfkabine – mit Blick ins Arenainnere (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Hurra, ich bin geimpft! (Foto: TD)

Impfzentrum Düsseldorf: Hurra, ich bin geimpft! (Foto: TD)

Die meisten Impflinge gehen einfach durch, ich aber nehme mir die Zeit. Und dann mache ich mich auf den Weg übers Treppenhaus zum Ausgang. Es ist ungefähr 19:55 Uhr als ich mein Auto wieder besteige und nach Hause fahre. Weder abends, in der Nacht noch heute spüre ich irgendwelche Auswirkungen der Impfung. Am 28. Juni bin ich für die zweite Impfung eingeladen. Insgesamt war der gesamte Vorgang ausgesprochen erfreulich, alles funktionierte prima, es gab keinen Grund sich zu beschweren oder zu meckern. Mein großes Lob geht an all die Menschen, die im Impfzentrum arbeiten – vielen herzlichen Dank!

6 Kommentare

  1. Danke für den Bericht. Schön, dass man mal etwas positives zu dem Thema liest. Ich habe den Eindruck, dass zu viele meckern um des meckerns willen. Denn die Impfzentren können sicher nichts für die katastrophale Corona-Politik. Das Personal schon mal gar nicht.

    Einzig der Formular-Wust ist schon extrem schwach und nicht zeitgemäß. Das unsere Politik dies nicht in digitaler Form hinbekommen hat, ist bezeichnend für unsere Politiker. Na ja, die müssen halt viel Zeit für’s Geld zählen aufwenden 😉 . Wir haben ja auch erst 13, 14 Monate Pandemie.

  2. Thomas Arenz am

    Hallo zusammen,

    bei dem „Formular-Wust“ handelt es sich
    1. Aufklärungsmerkblatt
    2. Anamnese-Fragebogen (1 Seite mit Fragen zum aktuellen und vergangenem Gesundheitszustand) mit
    3. Einwilligungserklärung

    1. und 3. müssen rechtsverbindlich unterschrieben werden. Da bleibt nicht viel Platz für „Digitalisierung“. Wer das schon vorab ausfüllen und unterschreiben will, kann die Dokumente beim RKI per Download (Aufklärungsmerkblatt und Anamnese- und Einwilligungsbogen) erhalten. Man muss nur darauf achten, dass man das Dokument für astrazenica (für Ü60) auswählt.

    Bleibt Gesund
    Thomas A.

    • Rainer Bartel am

      Ohne jetzt eine längere Debatte darüber zu initiieren: Man kann tatsächlich schon Formulare online ausfüllen und online authentifizieren – schon mindestens so lange wie es den ominösen „elektronischen Personalausweis“ (nPA) samt Personalausweis-App gibt – mit dem ist eine „rechtsverbindliche Unterschrift“ digital möglich. Millionen Unternehmen erlauben es ihren Kunden, Bestellungen (auch eine Art Formular) online zu tätigen und sich durch eines der vielen bekannten und bewährten Verfahren online zu authentifizieren, wobei diese Authentifikation als rechtsverbindliche Unterschrift gilt. Weil es derlei auch in anderen technologisch führenden Ländern wie Litauen, Chile und Serbien gibt, wird es dort auch bei fast allen rechtsverbindlichen Prozessen angewendet. Und wenn es wenigstens Formulare wären, die man nicht downloaden muss, sondern als PDF am Bildschirm ausfüllen und dann per QR-Code im Impfzentrum auslesbar machen könnte, um sie dort auf einem Display zu signieren … Ist aber in der BRD halt noch Neuland.

      • Meine Erfahrungen in Neuss gestern waren auch ausgezeichnet: Selten so viele freundliche, nicht lediglich routiniert-nette Personen mit klaren, kompetenten Anweisungen erlebt! Das bisschen Papierkram hatte ich zuhause erledigt, ein paar Kreuzchen, ein paar Autogramme und alles einmal kopiert.
        Nach schlappen 45 Minuten inkl. 25 Minuten Schonfrist war ich wieder draußen; die Schlange war allerdings inzwischen mächtig gewachsen (16h) – Astra-Schwein gehabt!

  3. Sascha Kraus am

    Da kann ich wirklich nur zustimmen. Das ist wirklich perfekt gemacht und die dort arbeitenden Menschen sind extrem nett und zuvorkommend. Ob man den älteren Impflingen mit einer totalen Digitalisierung der Prozesse einen Gefallen tun würde, wage ich zu bezweifeln.

    • Rainer Bartel am

      Gestern beim Schnelltest. Check-In per QR-Code. Vor mir ein älteres Ehepaar, sicher über 70. Zücken beide ihre Smartphones, scannen den QR-Code und geben umstandslos ihre Daten ein. Die neuesten Studien zeigen, dass die Legende von den digital schwachen Senioren nicht stimmt. Die Nutzung mobiler Geräte ist bei der Altersgruppe 60-70 sogar höher als bei den 50-60-jährigen. Erst ab den Jahrgängen 1940 und älter nimmt die Zahl der Digitalen deutlich ab. Ist doch klar: Wer jetzt 60 ist, war in der ersten großen Phase der Homecomputer um 1980 herum noch jugendlich und bei der Einführung des Mobilfunks auch erst Mitte Dreißig…

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