Die gefeierte Netflix-Serie „King of Stonks“ spielt nicht nur in Düsseldorf, sie wurde auch fast durchweg hier gedreht.

Meinung · Um ehrlich zu sein: Wegen meiner Vergangenheit im Payment-Business und angrenzenden Gebieten kann ich die Netflix-Serie „King of Stonks“ inhaltlich nicht wirklich gut finden. Natürlich ist es schwer, komplexe Verwicklungen der Geschäftswelt unterhaltsam darzustellen, aber die Drehbuchautoren haben a) ein bisschen zu oft „Wolf of Wallstreet“ geschaut und sind b) start-up-technisch zu Zeiten der Dotcom-Blase steckengeblieben. Deshalb begeistert mich dieser Sechsteiler vor allem dadurch, dass ich so viele schöne Düsseldorf-Szene darin gefunden haben. [Lesezeit ca. 3 min]

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Diese Location-Auswahl wundert nicht weiter, denn der noch junge (42) Regisseur Jan Bonny ist ein Kind der Stadt. Und weil ich in den Achtzigern mit seinem Vater Karl-Heinz Bonny kollegial zu tun hatte, habe ich den Jan schon als kleinen Jungen kennengelernt. Groß geworden ist er in Friedrichstadt, gespielt hat er vermutlich viele, viele Male auf dem dortigen Fürstenplatz. Und genau der kommt in der Serie gleich mehrfach vor.

King of Stonks: Felix Armand marschiert über die Kö (Screenshot Netflix)

King of Stonks: Felix Armand marschiert über die Kö (Screenshot Netflix)

Womit die Drehbuchautoren von „King of Stonks„, Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann (bekannt geworden durch die Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)„, ebenfalls falschliegen: Die Start-up-Szene in Düsseldorf sieht ganz und gar anders aus als das, was uns mit der fiktiven Firma CableCash da vorgeführt wird. Und für einen Skandal wie den von Wirecard ist Düsseldorf sicher der falsche Ort.

Jedes Mal, aber, wenn Drohnenbilder unserer wunderhübschen Stadt eingeschnitten sind, wird mir warm ums Herz. Und dann ist da noch das Ratespiel für wirklich eingefleischte Düsseldorfer:innen: Wo ist das denn nun wieder. Klar erkennt man die Kö und die Kniebrücke. Verrückt aber, dass die Firma Cable Cash in einem Bürogebäude im Medienhafen haust, in dem ich über Jahre beruflich zu tun hatte. Verrückt auch, dass ich die Luxuswohnung, in der Felix Armand wohnt, ebenfalls aus eigener Anschauung kenne.

King of Stonks: Felix Armand auf dem Weg zur Arbeit (Screenshot Netflix)

King of Stonks: Felix Armand auf dem Weg zur Arbeit (Screenshot Netflix)

Was mich aber am meisten gefreut hat: Der Obermotz Magnus A. Carlsen, gespielt von Matthias Brandt, trägt in einer Szene einen Fortuna-Schal. Und wer genau hinschaut, entdeckt viele F95-Aufkleber an den Spielorten. Außerdem kommen vor: Da Forno an der Schwerinstraße, das Pegasos am Kirchplatz, das Valbali-Spa am Elbsee, die Sammmlung Philara, die Nachtresidenz.

King of Stonks: Magnus A. Carlsen mit F95-Schal (Screenshot: Netflix;)

King of Stonks: Magnus A. Carlsen mit F95-Schal (Screenshot: Netflix)

Alles in allem würde ich Netflix-Abonnent:innen die Serie „King of Stonks“ nicht nur wegen des Lokalkolorits empfehlen – es handelt sich einfach um einen wilden, unterhaltsamen Ritt, an dem Spaß hat, wer es mit den Business-Details der Story nicht so auskennt.

 

6 Kommentare

    • Rainer Bartel am

      Wenn ich’s richtig gesehen habe, wird die Fassade von dem Haus an der Immermannstraße gezeigt, aber die Wohnung findet sich in Oberkassel.

  1. Alberich am

    Nein, falsch.
    Habe die Dreharbeiten gesehen und mit der Filmcrew gesprochen.
    Die Wohnung befindet sich auf der Amalienstr. ijn Rath gegenüber dem Augustakrankenhaus.
    Und ja, die Immermannstr. wurde reingeschnitten.

  2. Alberich am

    Schaue es gerade … Direkt im ersten Teil am Anfang schimmert die Fassade vom Augusta durch die Gardine.

  3. Die „Luxuswohnung“ kenne ich auch. Sehr schön. Da haben die Schwiegereltern meines Sohnes bis vor 1 1/2 Jahren gewohnt. Haben dort einige Familienfeiern erlebt!

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