Rhein Vikings vs Rhein-Neckar Löwen 20:38 – Saisonauftakt, der Appetit auf Handball macht

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Das war mutig: Sich den mit Stars und Nationalspielern gespickten Vizemeister und Pokalsieger als Gegner zur Saisoneröffnung ins Castello zu holen. Und bis etwa zur 40, Minute, als der Abstand für kurze Zeit auf vier Tore geschrumpft war, dachten die Optimisten unter den knapp über 1.300 Zuschauern – sofern sie zu den Rhein Vikings hielten – der Zweitligist könne bis zu Schluss mithalten. Aber dann ließen Kraft und Konzentration nach, und allein zehn der folgenden sechzehn Tore für die Löwen entstanden aus Tempogegenstößen nach leichten Ballverlusten in der Offensive.

In der ersten Halbzeit hatten die Neuss-Düsseldorfer Handballer sogar eine Menge Pech mit fünf Pfostentreffern, außerdem zog ihnen der Gästekeeper ein ums andere Mal den Nerv. Insgesamt standen die Rhein Vikings bis weit in die zweite Spielhälfte hinein defensiv sehr kompakt und sicher, ohne zu viele Strafen und Siebenmeter hinnehmen zu müssen. Das macht Hoffnung für die kommende Saison in der zweiten HBL, in der es vermutlich zunächst wieder gegen den Abstieg gehen wird.

Zur neuen Saison gab es einige Veränderungen beim Handballprojekt: Die Geschäftsführer Thomas Koblenzer und René Witte, die Macher hinter dem Aufstieg und die zweite Liga und dem gesamten Projekt, wurden unter dem freundlichen Applaus der Fans verabschiedet. Nachdem Koblenzer in den vergangenen Jahren enorm viel Zeit ehrenamtlich in die Rhein Vikings investiert hat, wird er sich wieder mehr seiner Kanzlei widmen, aber dem Projekt im Hintergrund erhalten bleiben. Witte konnte aus Budgetgründen nur eine Teilzeitstelle angeboten werden, was für ihn aber nicht in Frage kam. Nun wird ein hauptamtlicher Geschäftsführer gesucht, während gleichzeitig die Sponsorensuche – besonders unter Düsseldorfer Unternehmen – verstärkt wird.

Unabhängig von diesen Veränderungen und den immer noch schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen hat das tolle Spiel der Rhein Vikings gegen die Rhein-Neckar Löwen unbedingt Appetit auf mehr gemacht. Im August – der endgültige Spielplan ist noch nicht verfügbar – geht es wieder los mit einem Heimspiel gegen Coburg; hoffentlich vor mindestens so vielen Zuschauern wie gestern Abend.

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