Neulich suchte ich nach einem Foto, das ich vor einigen Jahren an der Klosterstraße aufgenommen habe. Ich fand es nicht, erinnerte mich aber daran, dass der begnadete Fotograf Markus Luigs auf seinen Düsseldorfer Perlen ein ähnliches Foto hat. Da hab ich halt das genommen. Ausgangspunkt war eine Erinnerung an die Studienjahre an der Düsseldorfer Kunstakademie und dass wir damals gelegentlich Kunstwerke zu transportieren hatten, wozu wir dann bei Katzur & Faltermaier einen Lieferwagen mieteten.

Nun handelt es sich nicht um ein verlorenes Unternehmen im engeren Sinne, denn verschwunden ist tatsächlich nur der Nutzfahrzeugverleih des Namens im Europaservice-Verbund. Der hauste im Häuserblock zwischen der Klosterstraße und dem Worringer Platz, wobei “hausen” das passende Wort ist. Die Bullys, Siebeneinhalbtonner und Pritschwagen standen nämlich in einem angeranzten und leicht chaotischen Parkhaus, und ein ungewohntes Fahrzeug über die engen Rampen zu bewegen, war immer ein Abenteuer für sich. Aber Katzur & Faltermaier war in den Siebziger- und Achtzigerjahren einfach alternativlos, wenn man einen Lieferwagen brauchte.

Die Autos waren in einem unschönen Blau lackiert und innen aufs Minimum reduziert. Technisch gab es nie oder selten Probleme; gewartet wurden die Fahrzeuge vor Ort in einer ebenfalls herrlich chaotischen Werkstatt – übrigens ausgestattet mit Zapfsäulen zum Nachtanken. Was es genau kostete, sich einen VW-Transporter für einen Tag auszuleihen, weiß ich nicht mehr, teuer war es jedenfalls nicht, sonst hätten wir armen Studenten uns das nicht leisten können.

Wie gesagt: Meistens liehen wir uns einen Bully. Einmal half ich meinem Kommilitonen Henry Tayali, der keinen Führerschein hatte, beim Transport seiner großformatigen Bilder nach Bonn, wo sie in der Botschaft seiner Heimat Sambia ausgestellt werden sollten. Das war die weiteste Fahrt, die ich je mit einem Europaservice-Wagen unternommen habe. Henry gilt heute übrigens als der international bekannteste Maler seines Landes, seine Werke sind im Nationalmuseum in Lusaka zu sehen.

Im Landtagswahlkampf 1980 spielten die Pritschenwagen von Katzur & Faltermaier eine wichtige Rolle. Für die Grünen war ich an einem Straßentheater beteiligt, und solche Autos nutzten wir als Bühne. Überhaupt hat im Büro des Autovermieters nie jemand gefragt, wozu man ein Fahrzeug brauchte, was man transportieren wollte. Dafür wurde man immer intensiv ermahnt, keinen Unfall zu bauen. Der Ton dort war rau, aber herzlich. Wann genau Europservice Katzur & Faltermaier seine Dienste einstellte, weiß ich nicht mehr. In einem Vermieter am Ende der Kölner Straße, dessen Name ich vergessen habe, fanden wir aber einen gleichwertigen Ersatz.

So kann man die Werbung für Katzur & Faltermaier an der Klosterstraße per Google Streetview sehen (Screenshot)

So kann man die Werbung für Katzur & Faltermaier an der Klosterstraße per Google Streetview sehen (Screenshot)

Über viele Jahre konnte man das Reklame-Grafitti an einer Wand des Parkhauses durch die Baulücke an der Klosterstraße gegenüber vom Hotel Asahi sehen. Wie das Foto von Markus Luigs zeigt, schön geschmückt mit Büschen, die sich wild auf dem Dach ausgesät hatten. Wenn man sich die Situation mit Google Streetview anschaut, kann man die Werbeschrift an der Hauswand noch sehen.

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