Analyse · Die Frage des Tages: Was ist grün und stinkt nach Fisch? Genau. Die Sympathien für dieses Werder halten sich in engen Grenzen, schließlich haben sie vor einem Jahr auf Kosten der glorreichen Fortuna den Hals aus der Abstiegsschlinge gezogen bzw. vom widerwärtigen Äff-Zeh ziehen lassen. Aber, egal, jetzt hat sie’s doch erwischt, und im Heimspiel gegen Hanoi haben sie gezeigt, dass sie nicht zwingend ein Wiederaufstiegskandidat sind. Beindruckend bei der Partie eigentlich nur die offensive Geschwindigkeit. Die Rotweißen haben dagegen in Sandhausen nach einer miesen ersten Hälfte sicher gewonnen. Wer ist also Favorit beim heutigen Flutlichtspiel? [Lesezeit ca. 4 min]

Ganz klar die Hausherren. Es sei denn, das Verletzungspech schlägt gnadenlos zu, denn zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Vorberichts stand noch nicht fest oben neben dem gehirnerschütterten Felix Klaus auch noch die Herren Nedelcu, Sobottka und Appelkamp ausfallen. Ohne Cello und Shinta würden die Chancen der Fortuna um gefühlte 50 Prozent sinken. Unseren neuen Dragos könnte in der Innenverteidigung dagegen Käpt’n Bodze risikoarm ersetzen. Wer also kann und darf, entscheidet massivst über den zu wählenden Matchplan.

Der Spielplan

Gezeigt haben die Bremer bei den 96er, dass sie immer bestrebt sind, das Mittelfeld schnellstmöglich zu überwinden. Hindert man sie daran, geht ihnen ein bisschen die Phantasie aus. Also sollten die Jungs sie daran hindern. Wie macht man das? Genau: In dem man a) so viel wie möglich Leute ins Mitteldrittel stellt, indem man b) dort eine gute Mischung aus mehr offensiv und mehr defensiv gesonnenen Kickern platziert und c) indem man die drei dicken B ganz weit oben aufhängt: Balleroberung, Ballbehauptung, Ballbesitz. Das ist zunächst ein sehr defensiver Ansatz, der auch nicht viele offensive Aktionen vorprägt. Sind die drei fraglichen Gestalten heute an Bord, lässt sich dieser Matchplan gut umsetzen.

Wenn nicht, bleibt wenig anderes als ein 3-5-2 oder gar 3-3-3-1. Das ist dann nur noch defensiv und komplett auf Konter ausgerichtet. Heißt: Geschwindigkeit ist bei den vorderen Vier Trumpf. Die beiden mittleren Dreierreihen beim 3-3-3-1 bilden, horizontal versetzt, einen Riegel. Beim 3-5-2 wird bei Ballbesitz für den Gegner eine Fünferkette gebastelt. Gut, dass Trainer Christian Preußer diese Systeme in der Vorbereitung eingeübt hat, und dass die Rotweißen das passende Personal dafür haben.

Wie genau die Werderaner die Partie angehen werden, ist eine Wundertüte. Das liegt einerseits am Kader und der Verletztenliste und andererseits daran, dass so recht noch keiner weiß, ob Trainer Markus Anfang seinen Stil aus der Kieler Zeit wiederfindet oder den Mangel verwaltet wie in Darmstadt. Man wird das schon an der Startaufstellung ablesen können, wenn klar wird, ob er mit beiden oder nur mit einem schnellen Außenläufer antritt. Wenn er Werder defensiver agieren lässt als im ersten Spiel, könnte die Fortuna nach demselben Muster spielen wie in der zweiten Halbzeit beim SVS.

Die Aufstellung

Es spricht wenig dagegen, dieselbe Startelf wie in Sandhausen im 4-3-2-1 (ja, ja, es wird weiter behauptet, es habe sich um ein 4-1-4-1 mit Prib als „Libero“ vor der Viererkette gehandelt; Ihr Ergebener hat das so nicht gesehen) auflaufen zu lassen, wobei die einzige Frage ist, wer anstelle vom armen Felix ran darf. Gut, da zwei gleichwertige Möglichkeiten zu haben. Für Shippi Shipnoski spricht, dass er sich beim SVS sofort nahtlos eingepasst hat und an allen gefährlichen Situationen in Hälfte 2 beteiligt. Khaled Narey punktet mit mehr Erfahrung und vor allem seinen defensiven Qualitäten, für die er ja als potenzieller Außenverteidiger geholt wurde – und das dürfte heute Abend gefragt sein. Aber, denn es gibt ja immer ein Aber, eine Position sollte verändert werden. Im Mittelfeld muss jemand Eddie Prib ersetzen, der mehr Power hat; natürlich käme Adam Bodzek in Frage, aber der könnte als Einwechsler wertvoller sein. Deshalb prlädiert Ihr Ergebener für Kuba Piotrowski. Also ergibt sich folgendes Bild:

So könnte das 4-3-2-1 gegen Bremen aussehen

Wenn aber die fragliche drei ausfallen, geht eigentlich nur was mit einer Dreier-Fünferkette, und dann wird’s schwierig. Es sei denn, man denkt ein wenig um die Ecke. Dass in diesem Fall Käpt’n Bodze als IV ranmuss, steht außer Frage. Aber auch Flo Hartherz kann das spielen und sit körperlich kräftig genug. Es gäbe einen Zweiersturm mit Kris Peterson und Rouwen Hennings, der auch fürs gelegentliche Forechecking zuständig wäre. Das Mittelfeld ordnet sich sternförmig ab, wobei Leon Koutris und Khaled Narey im Verteidigungsfall als Außenverteidiger agieren. Die defensiven Rollen in der Mitte übernehmen Eddie Prib und Zimbo Zimmermann, während Kuba Piotrowski einen Achter spielt – das hat er unter Uwe Rösler zweimal gemacht, einmal sogar recht ansehnlich.

So könnte ein 3-5-2 gegen Bremen aussehen

Und die Mischformen, wenn nur einer von den dreien oder zwei von ihnen nicht mitmachen können? Dann ginge in jedem Fall doch das Tannenbaum-System, wobei dann Cello und/oder Shinta anstelle von Eddie und/oder Kuba reinkämen.

Der Tipp

Alles ist möglich, es gibt in der Gleichung einfach zu viele Unbekannte. Der Bauch Ihres enorm ergebenen Analysten sagt ein 2:0 für unsere Jungs vorher, also dasselbe Ergebnis wie im ersten Spiel. Kann das F95-Team in aktuell möglicher Bestbesetzung antreten, sollte ein Heimsieg wirklich drin sein. Falls nicht, könnte es ein zähes Ringen mit einem schmuddeligen 0:0 am Ende werden. Ein Klatsche der Gäste gegen die Rotweißen ist nicht zu erwarten, wenn überhaupt, dann wäre ein unglückliches 0:1 vorstellbar.

1 Kommentar

  1. Hoffen wir dass Beste, ich bin noch ein wenig skeptisch, was die Leistungen unserer geliebten Fortuna angeht.

    Bei Deinem kommenden Spielbericht wäre es nett, wenn Du auch ein wenig auf die Bedingungen rund um das Spiel eingehen könntest (Einlass, Kontrollen, Caterina, Keramik-Gang [WC] usw.). Ich werde heute noch auf TV zurückgreifen müssen.

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