Analyse · Wenn du nur noch wenig zu verlieren hast, hilft nur ganz viel Mut weiter. Beim Fußball beginnt der Mut beim Spielplan und setzt sich bei der Aufstellung fort, um sich schließlich während der Partie in Entschlossenheit und högschder Konzentration zu manifestieren. Sollte das aktuelle Team von Fortuna Düsseldorf unter dem aktuellen Trainer heute abend verzagt auftreten, werden sie sich auch noch die letzten Sympathien der bisher geneigten Zuschauenden verscherzen. Dass das mal aufgeschrieben ist. [Lesezeit ca. 3 min]

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Da muss man auch gar nicht so sehr auf den Gegner schauen. Eher im Gegenteil: Heute muss gelten, dass hier in der Arena die Fortuna regiert und sonst keiner. Leider ist weder das Wetter noch das bisherige Treiben der Mannschaft nach Karlsruhe besonders stimmungsfördernd, und eine riesengroße Frage ist jetzt (Stand 12 Uhr), wie viele Fans denn wirklich nach Stockum pilgern werden. Bleibt zu hoffen, dass es sich dann wenigstens um diejenigen handelt, die jederzeit bereit sind, das Team so lautstark wie möglich zu unterstützen. Dass dem so sein wird, darüber ist sich Trainer Christian Preußer laut eigener Aussage in der Pressekonferenz aus unerfindlichen Gründen sicher.

Der Spielplan

Wie gesagt: heute nicht wichtig. Heute geht’s einfach radikal auf die Gegner und nach vorne. Das heißt nicht unreflektierte Hurraoffensive, sondern ungefähr so in die Zweikämpfe gehen wie in den ersten 35 Minuten gegen Dresden. Dazu sollte den vorgeschlagenen vier Stürmern erhebliche Narrenfreiheit eingeräumt werden, damit es nicht wieder nach dem ewigen Alles-über-Außen-Prinzip läuft. Steilpässe müssen her! Standards müssen rausgeschunden werden – und dann endlich nur von EINEM vollstreckt werden. Mehr Fernschüsse! Diagonalpässe an die Strafraumecken. Frühes Abräumen bei gegnerischem Umschaltspiel.

Die Aufstellung

Hier sieht Ihr erheblich ergebener Berichterstatter zwei Varianten, die sich in einem Punkt ähneln: so jung und kreativ wie möglich. Und weil die Fortuna als Hausherrin auf Sieg spielen MUSS, gehören zwei Spitzen in die Systematik. Das könnte dann so aussehen:

Ein halbwegs mutiges 4-4-2 gegen Heidenheim.

Der Clou an diesem 4-4-2 wäre das junge Duo ganz vorne, das durch Positionswechsel und unerwartete Läufe für Verwirrung in der HDH-Defensive sorgen könnte (die ja nicht besonders sattelfest ist). Koutris in der Viererkette würde für mehr Speed auf dem linken Flügel sorgen. Die Mittelfeldkette könnte sich bei Bedarf zur Raute verformen, indem Tanaka weiter vor- und Sobottka weiter zurückrückt. Als Alternative bietet sich ein 3-5-2 an, bei dem das Personal dann nicht ganz so jung ausfällt:

Ein ziemlich mutiges 3-5-2 gegen Heidenheim.

Bei dieser Systematik bietet es sich an, zwei verschiedene Spielertypen in der Spitze zu haben – und wer könnte unterschiedlicher sein als Hennings und Iyoha. Die Flügel sind mit Peterson und Narey gesetzt, die Dreierkette mit Klarer, Bodzek und Oberdorf auch. Wer bildet also das Sechser-Zentrum? Genau: Sobottka und Zimmermann, davor dann Tanaka, von dem man davon ausgehen kann, dass er umso besser wird, je öfters er spielt. Sollte Heidenheim wider Erwarten sehr offensiv spielen, kann Zimmermann wieder in die Defensivkette wechseln, damit die zum Vierer wird.

Der Tipp

Der ergebene Bauch erahnt ein herbstliches Spektakel mit besserem Ausgang für die Rotweißen aus Düsseldorf, so etwas wie ein 4:2 mit mindestens einem Strafstoß dazwischen. Die Vernunft befürchtet Schlimmes, besonders, wenn das Team von Preußer eben nicht mutig zur Sache geht. Dann wird es wieder so eine zähe Sache, bei der am Ende der Gast die Nase vorn hat.

4 Kommentare

  1. Wo soll der Mut plötzlich herkommen?
    Na ja, ich rechne mit nichts mehr und gehe emotionslos an das Spiel heran.

    Warum ist eigentlich Oberdorf mit *Oberdorf* geschrieben? Weil er der Einzige aus der U23 ist?

    • Rainer Bartel am

      Im Generator meineufstellung.de werden tatsächlich so Spieler gekennzeichnet, die nicht im Kader der ersten Mannschaft stehen, die man also als Anwender selbst beigefügt hat.

  2. Ich hoffe mal, darf meine Befürchtungen nicht eintreten und es zum ersten Mal seit langer Zeit ein mutiges, vielleicht sogar streckenweise begeisterndes Spiel wird. Ansonsten wird das wohl für längere Zeit das letzte Mal sein, daß ich meine Zeit im Stadion oder zu Hause live damit zubringe, irgendwie emotionslos aber doch verärgert oder enttäuscht (komischer Zustand) meine Nerven zu strapazieren. Da mach ich dann lieber was anderes. Besser für die Gesundheit der Seele…

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