Analyse · Mit Wismut Aue und der Fortuna ist so eine Sache. Immer wieder war von einer Fanfreundschaft die Rede, aber bei Licht betrachtet hing die immer vor allem an einem fleißigen Mitmacher beim Difo, dem alten F95-Fanforum, der als “Erzgebirgler” bekannt war. Darüber hinaus war speziell das Verhältnis der Auer Ordner zu den Fortuna-Auswärtsfan überwiegend problematisch, um es mal so auszudrücken. Immerhin gab es zwischen den Teams, die angeblich aus der Tiefe des Schachts kommen, und unseren Jungs einige bemerkenswerte Spiele – man denke nur an das 1:0 am letzten Spieltag der Saison 2016/17, als die Fortuna in einen bedenklichen Abstiegsstrudel geraten war. [Lesezeit ca. 4 min]

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Die Auer selbst haben zwei Jahre vorher eine Ehrenrunde durch die dritte Liga gedreht, sich anschließend in der zweiten Liga schwergetan und schwimmen diese Saison ziemlich gut im Mittelfeld mit. Könnte an der Arbeit von Trainer Schuster liegen, der Kader und Spielweise seit vorletzter Saison vom Kopf auf die Füße gestellt hat. Bisher halten sie sich gegen die “Favoriten” gut, haben aber Probleme mit vermeintlich schwächeren Gegnern. Ganz im Gegensatz zu Fortunas Kontrahent von letzter Woche treten die Veilchen insgesamt eher offensiv auf – aber auf Basis einer Viererkette; mals als 4-4-2, mal als 4-3-3.

Der Matchplan

Nun liegt das Erzgebirge in einer der kältesten Ecken Deutschlands, und aktuell ist es da besonders kalt und verschneit. Könnte sogar sein, dass die morgige Partie ganz oder teilweise im Schneetreiben stattfindet – was auch immer das bewirken mag. Könnte sein, dass sich ein Flachpassspiel damit ganz erübrigt und der Ball vorwiegend durch die Luft transportiert werden muss. Weil außerdem nicht zu erwarten ist, dass die Fortunen wie in Braunschweig das Spiel machen müssen, spricht viel dafür, die Sache ein bisschen abwartend anzugehen.

Mit Dribblings wird wenig gehen, Bogenflanken von außen könnten das beste Angriffsrezept sein. Außerdem sollten die Rotweißen endlich mal öfter auf Fernschüsse setzten und auch auf das Provozieren von Standards. Freistöße kann man eher zentral rausholen, Ecken durch schnelle Außenstürmer, die tief gehen. Ein nicht allzu hohes Pressing kann phasenweise helfen, die Erzgebirgler ein bisschen zu verunsichern, ansonsten könnte man auch versuchen, die mittlere Kette ein bisschen tiefer zu stellen als sonst, um den Gegner zu locken und Konter einleiten zu können.

Das System und die Startaufstellung

Wie die Dinge liegen, gibt es keinen Grund, am 4-4-2 zu rütteln. Wobei ja unter Experten diskutiert wird, ob in der Kombi von Eddie Prib und Alfie Morales de facto nicht eine Raute zugange ist. Ist aber auch egal. Das Schöne daran, dass schon seit der Partie gegen Darmstadt dasselbe System steht: Man kann recht gut festmachen, welche Spieler auf welchen Positionen wie und vor allem wie gut agieren.

Das führt zu immerhin acht schon fast feststehenden Mitmacher – natürlich eingerechnet die nicht fitten Kollegen. In diesem Fall wird vor allem Shinta Appelkamp schmerzlich vermisst, aber auch Emma Iyoha, der sicher ein paar Spiele brauchen wird, bis er so richtig zuhause ist. Die glorreichen Acht sind also: Kastenmeier, Hoffmann, Danso, Zimmermann, Morales, Prib, Karaman und Hennings. Ihr Ergebener wird allerdings nicht müde, den Starteinsatz von Dawid Kownacki zu fordern – findet der selten statt, werden wir nie erfahren, was wir wirklich an ihm haben.

Ein bisschen komplizierter wird es auf der linken Seite. Luka Krajnc gibt mit der Zuverlässigkeit eines Uhrwerks einen soliden Außenverteidiger, trägt aber wenig zum Spielaufbau bei. Kristoffer Peterson davor findet nicht zur Konstanz und neigt zum Hampeln. Da stellt sich die Frage, wohin mit Leon Koutris, denn er könnte beide ersetzen. Ihr Ergebener würde vorschlagen, ihn am linken Ende der Viererkette aufzustellen und Peterson davor – so könnte man testen, ob die beiden zusammen mehr auf links hinkriegen. Andere Variante: Krajnc bleibt in der Kette, Koutris ersetzt Peterson.

Weil er fit ist, sollte Felix Klaus unbedingt sein Debüt am rechten Flügel geben. Alternative wäre ja Kelvin Ofori, dem aber weder die Wetterverhältnisse noch die bekannte Auer Härte liegen dürfte. Über die richtigen Auswechselspieler machen wir uns mal weniger Gedanken, die Bank besetzt sich angesichts der Ausgangsbedingungen praktisch von selbst.

So könnte das 4-4-2 in Aue aussehen

Der Tipp

“Prognose sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen” heißt es in einem Zitat, das dem großen Humoristen Karl Valentin zugeschrieben wird. Deshalb ist auch ein Tipp dazu, wie die Sache im Eis- und Schneekeller ausgehen wird, nicht ohne Risiko. Egal, mehr als falschliegen kann auch der ergebenste Ergebene nicht. Der Bauch sagt: Fortuna gewinnt mit 2:1, der Verstand hält dagegen und tippt auf ein 1:1.

1 Kommentar

  1. MagierTom am

    Shinta ist ein wichtiger Bestandteil im Konstrukt mit Prib und Morales. Bei Kownacki kann ich den Ausführungen nur bestätigen, er sollte anstelle von Hennings mal anfangen, da war ja auch bei Hennings in den letzten beiden Spielen nicht viel zu sehen und kann ja ab der 65min. wieder rein kommen. Das Thema Rechtsaußen und Linksaußen ist unsere Problemposition (mal schauen ob Klaus hier weiter hilft). Bei Petersson bin ich zumindest noch nicht voll überzeugt, vielleicht spielt Leonardo mal vor Kranjic.

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